Hintergrundgespräch zu Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc

5. Dezember 2018
 

Wirkt Polen aus der Perspektive Münsters immer noch wie ein Teil Osteuropas? Dabei verbindet uns eine 500 km lange Grenze: Polen ist Mitteleuropa und laboriert an den gleichen Problemen und Fragen wie wir, z.B. ob Solidarität weiterhin ein Ausdruck gesellschaftlicher Toleranz ist. Anlässlich der Uraufführung der Koproduktion von Polski Teatr Tańca (Poznań) und bodytalk (Münster, artist in residence am Theater im Pumpenhaus) – Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc – laden wir am Mittwoch, den 12. Dezember, vor der Premiere (um 20 Uhr) zu einem Hintergrundgespräch von 17.00 bis 18.30 Uhr ins Theater im Pumpenhaus ein. Anwesend sind die Direktorin des Polski Teatr Tańca, Iwona Pasińska, Yoshiko Waki und Rolf Baumgart von bodytalk, Darsteller*innen und Ludger Schnieder, der Leiter des Theater im Pumpenhaus sowie Medienvertreter*innen. Die erste gemeinsame Koproduktion von Polski Teatr Tańca und bodytalk, JEWROPE, wurde 2014 mit dem Kölner Tanztheaterpreis ausgezeichnet. Das polnische Außenministerium weist JEWROPE als kulturelles Referenzereignis polnisch-deutscher Zusammenarbeit aus. Um eine kurze Anmeldung per E-Mail an office@bodytalkonline.eu wird gebeten. Wir freuen uns Sie zu diesem besinnlichen vorweihnachtlichen Nachmittag in Rot und Weiß begrüßen zu dürfen! 

Workshop: “Wie Kulturpolitik funktioniert und warum die Kunst das wissen muss”

22. März 2019
 

Am Montag, 1. April, lädt das NRW Landesbüro für freie Darstellende Künste ein zu einem Workshop zum Thema Kulturpolitik. Die Veranstaltung findet von 11 bis 17 Uhr im Pumpenhaus Münster statt. In der Ankündigung des Landesbüros heißt es: “Aktuell geben die Öffentlichen Kassen in Deutschland mehr als 11 Milliarden Euro jährlich für Kunst und Kultur aus. Das ist aus Sicht der Künstler*innen viel zu wenig – für die Kulturpolitiker*innen dagegen ein echter Erfolg. Das Konfliktpotential zwischen beiden Seiten ist nicht nur in diesem Punkt groß. Es hat seinen Grund auch in einer grundsätzlichen Skepsis von Künstler*innen gegenüber Politik und Staat. Diese Distanz ist zwar wichtig für die Rolle von Kunst in der Gesellschaft, aber nicht immer hilfreich für die Kenntnis des Systems. Peter Grabowski berichtet als ‘der kulturpolitische reporter’ seit Jahren über Finanzierung und Strukturen der Kulturförderung auf allen staatlichen Ebenen. Er arbeitet vorwiegend für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk sowie Fachmagazine. In einem Workshop schaut er mit Interessierten aus Kunst und Kultur hinter die Kulissen der Kulturpolitik. Und die gilt es zu verstehen: Wer einen Mechanismus nutzen will, sollte wissen, wie er funktioniert.” Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.nrw-lfdk.de (Bild: Sabina Sabovic)

 

Einladung zum 40. Theatertreffen der Jugend: Cactus-Inszenierung „reich der wörter“

1. April 2019
 

Die Cactus-Inszenierung „reich der wörter“ ist eingeladen zum 40. Theatertreffen der Jugend bei den Berliner Festspielen vom 24. Mai bis zum 1. Juni. Das moderne interkulturelle Theater-Tanz-Märchen in der Regie und Dramaturgie von Judith Suermann, Sarah Christine Giese und Ronja Klauschke wurde neben sieben anderen Produktionen bundesweit aus 91 eingereichten Arbeiten ausgewählt. Das Theatertreffen der Jugend versteht sich als Schaufenster und Impulsgeber für die Theaterarbeit von und mit Jugendlichen und repräsentiert ihr gesamtes Spektrum – von Schulklassen über Theater-AGs an Schulen und freie Gruppen bis zu Jugendclubs an Theatern. Mit dem 1979 gegründeten Bundeswettbewerb sollen junge Theatermacher in ihren individuellen, künstlerischen Ausdrucksformen bestärkt werden. Weitere Informationen

 

56. THEATERTREFFEN BERLIN: “Unendlicher Spaß” – Inszenierung Thorsten Lensing, Koproduktion Pumpenhaus Münster

28. Januar 2019
 

Das Berliner Theatertreffen ist das wichtigste deutsche Theaterfestival. Vom 3. bis zum 19. Mai werden dort in diesem Jahr wieder die zehn besten Inszenierungen des Jahres gezeigt. Mit dabei: “Unendlicher Spaß” von Thorsten Lensing nach dem Roman von David Foster Wallace. Koproduktion: Pumpenhaus Münster. Die Begründung der Jury: “Regisseur Thorsten Lensing und sein Team kondensieren den Stoff zu einem mehr als vierstündigen Theaterabend. Ihre über Jahre erarbeitete Spielfassung konzentriert sich dabei auf die Protagonist*innen des Romans und ihre Beziehungen zueinander. Die herausragenden Schauspieler*innen entwickeln ihre Figuren aus deren Macken und Handicaps und kümmern sich dabei nicht um eindeutige Geschlechterzuschreibungen. Vielmehr spielen Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow auf beinahe leerer Bühne mit sich und einfachsten Theatermitteln. Sie erzählen Geschichten über das Elend der eigenen Existenz und die Unwägbarkeiten des Lebens und wie nebenbei auch vom Seelenzustand einer Nation. Das ist bedenklich traurig, an diesem Abend aber auch immer wieder überbordend komisch.” Wir gratulieren!

 

Pumpenhaus-Koproduktion “Unendlicher Spaß” beim 56. Theatertreffen: BZ-Interview mit Regisseur Thorsten Lensing

02. Mai 2019
 

Theater-Regisseur Thorsten Lensing ist mit der Inszenierung “Unendlicher Spaß” zum Theatertreffen in Berlin eingeladen. Das u.a. in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus enstandene Stück gehört damit zu den zehn besten Inszenierungen 2018. Im Interview mit der Berliner Zeitung spricht Lensing über Regiekonzepte, Besetzungen, Tiere und die feste Überzeugung seiner Schauspieler, fliegen zu können.

Mehr: www.berliner-zeitung.de/kultur/theater

 

Konzertreihe KLANGLANDSCHAFTEN: Konzerte des kurdischen Folk-Musikers Mem Ararat wegen Visaverweigerung abgesagt

27. November 2019
 

Die Konzerte des kurdischen Folk-Musikers Mem Ararat & Friends am 11. Dezember im Theater im Pumpenhaus, Münster und am 12. Dezember im Theater an der Ruhr, Mülheim, müssen kurzfristig abgesagt werden. Zwei beteiligten kurdischen Musikern wurden von der Deutschen Botschaft in Ankara die Visa verweigert.  Ersatzweise spielt der prominente kurdische Singer-Songwriter Mehmet Atlı mit seiner Band. Die Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die Konzertreihe „Klanglandschaften“ – gemeinsam veranstaltet vom Theater im Pumpenhaus, dem Theater an der Ruhr, dem NRW-Kultursekretariat und WDR 3 – fördert bereits im 13. Jahr den musikalischen Austausch zwischen den Kulturen. Bis dato haben alle eingeladenen Künstler*innen – zumindest nach wiederholten Versuchen – Visa für ihre Konzerte in Deutschland erhalten. Nun muss zum ersten Mal eine Veranstaltung abgesagt werden. Dem Gitarristen Deniz Kaya und dem Perkussionisten Azad Yılmaz aus dem Ensemble des kurdischen Folk-Musikers Mem Ararat wird endgültig die Einreise verweigert. Die Visa-Stelle der Deutschen Botschaft in Ankara verweist in ihrer formellen Begründung auf den angeblich „mangelnden Nachweis der Verwurzelung“ der beiden Musiker in ihrer Heimat. Dabei hatten Kaya und Yılmaz die verlangten Dokumente zu „bestehender Verwandtschaft, Familie und Grundeigentum“ wie gefordert beigebracht, um ihr lediglich fünftägiges Visum zu erhalten. Eine örtliche Agentur, die bereits im September mit der Beantragung der Visa beauftragt worden war, sah alle Vorraussetzungen für die Erteilung erfüllt. Den Anträgen lagen außerdem die offiziellen Einladungen durch das Theater im Pumpenhaus und das Theater an der Ruhr bei.  Selbst eine informelle Intervention des örtlichen Goethe-Instituts blieb ergebnislos. Mem Ararat sagt dazu: „Ohne meine beiden musikalischen Weggefährten sehe ich mich außer Stande, ein künstlerisch adäquates Programm in Deutschland zu spielen. Deshalb bleibt uns nichts anderen übrig, als die Konzerte abzusagen. Wir sind traurig, dass wir nicht für unser deutsches Publikum spielen können und bestürzt über die Entscheidung der Deutschen Botschaft. Das Leben für kurdische Musiker in der Türkei ist in diesen Tagen nicht einfach – durch solche allem Anschein nach willkürlichen Entscheidungen wird es noch härter.“  Ararat zählt in seiner kurdischen Heimat zu den prominentesten oppositionellen Musiker*innen Zuletzt ist er wiederholt Opfer von willkürlicher Auftrittsverboten geworden. Für internationale Schlagzeilen sorgte im August 2018 etwa die Absage eines seiner Konzerte im kurdisch geprägten Diyarbarkir durch den türkischen Gouverneur der Region – ohne weitere Begründung.

 

Dachverband Tanz: Aufruf zur Erhebung der Einnahmeausfälle im Tanz durch Corona

21. März 2020
 

Zu den Folgen der Corona-Pandemie gehören im Kulturbereich auch hohe Verluste an Einnahmen für viele Selbständige im Tanzbereich (Künstler*innen, Pädagog*innen, Produktionsleiter*innen, Techniker*innen… ) und Tanzorte (Schulen, Spielstätten, Produktionsorte, Archive, …). Bund und Länder wollen diese Verluste ausgleichen und arbeiten an Härtefallfonds – auch im Kulturbereich werden Hilfsmaßnahmen erarbeitet.

Wichtig ist jetzt, diese Einnahmeausfälle gut zu dokumentieren. Für die Tanzverbände und Netzwerke ist diese Übersicht wichtig, um den Bedarf auf den verschiedenen Ebenen zu erfassen, zu kennen und die Größenordnung weiterleiten zu können.

Gemeinsam mit TanzSzene Baden-Württemberg, Tanzbüro Berlin, Tanzbüro München und nrw landesbüro tanz, hat der Dachverband Tanz eine einheitliche und einfach zu handhabende Tabellenstruktur entwickelt, um diese Einnahmeausfälle zu erfassen.

Es sind Erfassungstabellen für

  • Selbständige (Tanz-Künstler*innen, Pädagog*innen, Produktionsleiter*innen, Techniker*innen…)
  • Ensembles
  • Einrichtungen (Spielstätten, Produktionshäuser u.a.)
  • Schulen (private Schulen, Tanzprojekte, Tanzweiterbildungen)

Der Dachverband Tanz bittet darum, bis zum Freitag, 27.März 2020, die für zutreffende(n) Tabelle(n) auszufüllen und an corona-folgen@dachverband-tanz.de zu senden.

Corona-Krise: Sofortmaßnahmen der Landesregierung NRW für Künstler und Kulturschaffende

21. März 2020
 

Das Land NRW hat mehrere Sofortmaßnahmen beschlossen, damit die Corona-Krise nicht auch zu einer Krise für Künstler und Kulturschaffende führt:

– Fünf Millionen Euro Unterstützung für freischaffende, professionelle Künstler*innen in finanziellen Engpässen werden bereitgestellt, Einmalzahlungen von bis zu 2.000 Euro können ab sofort beantragt werden.

– Bereits bewilligte oder noch in Prüfung befindliche Förderungen werden in jedem Falle ausgezahlt, auch wenn Veranstaltungen und Projekte abgesagt oder verschoben werden müssen.

Ausnahmeregelungen für Veranstalter & Einrichtungen: Ausfallkosten durch Absagen können als zuwendungsfähige Ausgaben im Rahmen der Förderungen anerkannt werden, und es gibt eine Lockerung der bei Verwendung von Fördermittel geltenden Zwei-Monats-Fristen.

Zur Pressemitteilung

Raimund Hoghe erhält Deutschen Tanzpreis 2020

27. Mai 2020
 

Große Freude: Unser langjähriger Pumpenhaus-Freund RAIMUND HOGHE erhält den DEUTSCHEN TANZPREIS 2020!

Raimund Hoghe gehört seit Jahren international zu den wichtigsten Choreograf*innen des Tanztheaters, die sowohl ästhetisch als auch politisch Maßstäbe setzen. Seit 1989 entwickelt er eigene Theaterarbeiten für verschiedene Tänzer und Schauspieler. 2006 erhielt er den „Prix de la critique Francaise“ für „Swan Lake, 4 Acts“ in der Kategorie „Beste ausländische Produktion“. 2019 ernannte ihn der französische Kulturminister zum „Officier de l’ordre des Arts et des Lettres“.

“Raimund Hoghe gehört seit Jahren international zu den wichtigsten ChoreographInnen, die sowohl ästhetisch als auch politisch Maßstäbe setzen. Einer der treibenden Impulse seiner Theaterarbeit fasst der Choreograph und Tänzer Hoghe selbst in einem Satz von Pier Paolo Pasolini zusammen: »Den Körper in den Kampf werfen“. In seinem Fall ein Körper, der nicht der Norm oder gängigen Schönheitsidealen entspricht. Seine Stücke reagieren auf die politischen Zeitläufte, ohne dabei jemals die eigene künstlerische Handschrift aus den Augen zu verlieren: Sie widmen sich brisanten gesellschaftspolitischen Themen wie der deutschen Geschichte, vielfältigen Formen der Ausgrenzung oder der aktuellen politischen Lage, etwa Europas Umgang Europas mit Geflüchteten. Seine Werke teilen ein Archiv gemeinsamer gesellschaftlicher Erfahrungen, dem sich die eigene Geschichte der ZuschauerInnen anschließen kann. Hoghes künstlerische Arbeit beharrt auf und praktiziert seit Jahren Inklusion und Diversität, ohne unter dieser Flagge zu segeln. Für seine Kreationen, in denen auf vielfältige Weise getanzt und gesprochen, Musik gehört und agiert wird, arbeitet Hoghe mit exzeptionellen TanzkünstlerInnen zusammen. Seit den 1990er Jahren prägt er eine ganz eigene Ästhetik und verfolgt sie seither mit einzigartiger Intensität und Konsequenz. Seine hohe Kunst der Achtsamkeit, der gesteigerten Wahrnehmung ermöglicht einen neuen Blick auf den Tanz und ist nicht zuletzt ein unablässiges Experiment mit Schönheit. Mit dem Tanzpreis 2020 wird ein Lebenswerk eines Künstlers geehrt, der nie versucht hat, das System zu bedienen, sondern es mit ungewöhnlichem Mut und persönlichem Einsatz zu verändern.” (Jurybegründung)

Wir gratulieren!

Foto: Raimund Hoghe ©Rosa Frank