Christian Fries (Münster) | Sie könnten erst einmal so höflich sein, mir guten Tag zu sagen!

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Theater | Mi 28.02., Fr 2. + Sa 3.03.2018, 20.00 Uhr

neubau / Christian Fries + AGGREGATE

Münster / Leipzig, Berlin
Sie könnten erst einmal so höflich sein, mir guten Tag zu sagen!

Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Marcel Proust 3 / 267-435

Jemanden „dissen“? Ist ein relativ neuer Begriff. Aber ein sehr alter Vorgang. Marcel Proust zum Beispiel wusste bestens Bescheid über diesen fragwürdigen Sozialsport. Die Lästerorgien der Adligen in seinem Jahrhundertwerk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ zeugen davon. Andere erniedrigen, um sich selbst zu erhöhen – das war freilich nicht nur in den Salons der Pariser Gesellschaft um 1900 verbreitet. Sondern ist quer durch die Zeiten, Schichten und Milieus zu beobachten. Wie behaupten Menschen ihren Status? Welche Mittel sind recht im Kampf um Rang und Existenz? Welche Rolle spielen Religion, Sexualität? Fragen, die den Regisseur Christian Fries mit Proust faszinieren. Fries hat ja schon in seiner Ibsen-Inszenierung „Rosmersholm“ („Höchst sehenswert!“, WN) das zeitlose Spiel um Macht und Manipulation seziert. Hier nun lässt er die subtile Hellsichtigkeit Prousts leuchten – die nicht selten eine comicverdächtige Komik birgt. Auch das gehört dazu. Das Dissen hat viele Gesichter.

Schauspiel Astrid Kohlhoff, Verena Noll, Stefan Ebeling, David Fischer Regie, Musik Christian Fries Bühne, Kostüme, Live-Kamera Silvio Beck Produktion neubau + AGGREGATE Koproduktion TheaterschaffT Leipzig, Theater im Pumpenhaus Münster und LOFFT Leipzig Förderer Kulturamt der Stadt Münster, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, Stadt Leipzig

http://www.christianfries.info/
http://www.theater-aggregate.de/

13,- € / erm. 8,- €

Tugsal Mogul (Münster) | Der kleine Spatz vom Bosporus

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Theater | Fr 23. - So 25.02.2018, 20.00 Uhr

Tuğsal Moğul

Münster
Der kleine Spatz vom Bosporus

Nicht nur in Frankreich haben sie einen singenden Spatz. Sondern auch in der Türkei. Sezen Aksu heißt die Mireille Mathieu vom Bosporus. Und die ist ein echtes Phänomen. Türken und Kurden, Rechte und Linke, Frauen mit Kopftuch und ohne pilgern zu ihren Konzerten. „Minik serҫe“ wird die Diva noch heute zärtlich genannt, „kleiner Spatz“. Und das, obwohl sie schon seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist. Die Lieder der Volksheldin aus Sarayköy begleiten im neuen Stück von Tuğsal Moğul nun eine Frau, die ihre Wurzeln sucht. Geboren in Ostberlin, als Tochter eines türkischen Vaters. Der wird zur Sehnsuchtsfigur und setzt eine Reise in Gang, die quer durch Europa führt. Und tief in die deutsch-türkische Geschichte. Theatermacher Moğul („Halbstarke Halbgötter“, „Auch Deutsche unter den Opfern“) bringt dabei die verbindende Kraft der Musik zum Klingen. Schafft mit dem Spatz einen Brückenschlag zwischen den Kulturen. Aksu selbst sagt: „Jeder sollte singen. Singen ist gut für die Gesundheit“.

Regie Tuğsal Moğul Text Tuğsal Moğul und Christiane Hagedorn Gesang und Schauspiel Christiane Hagedorn Band Anahtar-Bahnhof mit Ahmet Bektas, Ömer Bektas, Jens Pollheide, Martin Scholz Regieassistenz und Ausstattung Eva-Maria Lüers Produktionsleitung Susanne Berthold Gefördert durch das Kultuaramt Münster und das Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus Münster

13,- € / erm. 8,- €

Cactus Junges Theater (Münster) | Das SOAP ding – Folge 5

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Junges Theater, Finale | Do 15. - So 18.02., 20h + Zusatzvorstellung So 18.02., 14h

Cactus Junges Theater

Münster
Das SOAP ding // Folge 5

Finale! Finaale! Dann soll Schluss sein mit der SOAP!? Im Februar endet das Jubiläumsprogramm (25 Jahre Cactus) mit dem bunten, spannenden und soapigen Finale! Zum großen Showdown zieht das SOAP-Ensemble nun noch einmal alle Register und die Wahrheit hinter den Schicksalen der lieb gewonnenen Güldenhof-Bewohner kommt ans Licht! Nach den schockierenden Enthüllungen in der Januar-Folge steht nun alles auf Konfrontation und Messers Schneide: „Tommy“ hat seine Maske fallen lassen und zieht seinen Plan knallhart durch. Er will unter allen Umständen den Thron des Salomon finden und er ist sich sicher: das Ding ist irgendwo im Güldenhof versteckt! Nichts und niemand können ihn davon abhalten, auch nicht Pia Bellini, er schreckt vor nichts zurück und geht sogar über Leichen. Pater Fratelli ist dem Geheimnis des Throns ebenfalls auf der Spur. Die Situation zwischen den Perlenbacher Brüdern und der Staatsanwältin Claire Biscotti spitzt sich immer mehr zu. Chris ist nach Panama gereist und hat Mutter (wer ist Mutter und warum spricht sie von vier Söhnen?) getroffen, Anne hat Robert ein Ultimatum gestellt, um alles wieder ins Reine zu bringen und die, wie durch ein Wunder geheilte Mucci, findet den zusammengebrochenen Zunge im Hausflur….. Damit alle Fans und solche, die es flugs werden wollen, das Finale genießen können, gibt es diesmal sogar 5 statt 4 Aufführungen. Der Einstieg ist auf jeden Fall noch möglich. Unbedingt vormerken: die Premiere findet schon donnerstags statt (15.2.)!

Es spielen Nina Deninger, Mareike Fiege, Shaun Fitzpatrick, Anna Krasemann, Erik Morawietz, Pauline Mertens, Adelina Meyer, Annika Möller, Nils Müller, Timo von der Horst, Jasmin Weber, Maximilian Wigger, David Smith Gäste Ulrike Rehbein, Laureen Laser, Eva-Lina Wenners und viele andere Cacteen Regie Alban Renz Co-Regie Judith Suermann Cactus plus-Regie* Mareike Fiege, Shaun Fitzpatrick Choreografie Judith Suermann Autoren Christoph Tiemann, Judith Suermann, Urs von Wulfen und Team Bühne Hans Salomon Kostüme Bettina Zumdick Video Sersch Hinkelmann Musikalische Leitung Alban Renz Licht Team Pumpenhaus Tontechnik Andreas Strietzel Fotos Ralf Emmerich Design Uwe Clephas / Erich Saar PR/Redaktion Rita Roring Sprecherziehung Sarah Christine Giese Regieassistenz Nicola Schiefel, Sebastian Voosholz Eine Produktion von Cactus Junges Theater in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus in Kooperation mit dem Jugendtheater-Werkstatt e.V. und Jib Gefördert von kontinuierliche Förderung durch das Kulturamt und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster, mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung der Sparkasse Münster Unterstützt durch LAG Arbeit Bildung Kultur NRW e.V., Roadstop GmbH, Cibaria, Soroptimist International, andante gGmbH
*Cactus plus-Regie= dem Nachwuchs eine Chance

Aufführung mit Gebärdensprachdolmetscher: So 18.02.2018, 20h

12,- € / erm. 7,- € // Die Vorstellung am Donnerstag, den 15.02.2018, ist bereits ausgebucht. Eventuelle Rücklaufkarten gibt es an der Abendkasse.

Keren Levi (Amsterdam) | Footnotes

Tanz | Fr 9. + Sa 10.02.2018, 20.00 Uhr

Keren Levi

Amsterdam
Footnotes

Morton Feldman war ein Pionier der Neuen Musik. Ein Radikaler, dessen Kompositionen sich gern mal auf mehrere Stunden erstreckten. Ein Freigeist, der mit Mustern spielen konnte wie kein anderer – und von dem ein Stockhausen wissen wollte, was zur Hölle sein Geheimnis sei. Feldmans Faszination für die Form als Gerüst und offenes Gebiet teilt auf ihre Art die israelische Choreographin Keren Levi. Nur folgerichtig, dass sich die beiden jetzt begegnen! Levi nimmt sich die Komposition „Crippled Symmetry“ zum Ausgangspunkt – noch so ein Opus magnum, für Flöte, Percussion und Klavier. Drei Tänzerinnen folgen jeweils dem Weg eines Instruments. Übersetzen es in Bewegung. Forschen nach der titelgebenden Symmetrie. Zudem hat Levi den Komponisten Tom Parkinson und den Installationskünstler Krijn de Koning eingeladen, mit ihren Mitteln auf Feldman zu antworten. Wie schon im gefeierten „Dry Piece“ entsteht daraus ein ganz eigener Kosmos der Projektionen. Garantiert nicht weniger radikal als Feldmans Musik.

Konzept & Choreografie Keren Levi Performance & Choreografie Alicia Verdú Macián, Rozemarijn de Neve, Carcom Sheffer Skulptur Krijn de Koning Musik Tom Parkinson Video Assi Weitz Kostüme Conny Groenewegen Dramaturgie Igor Dobričić Licht, Technik Martin Kaffarnik Produktion, Tourmanagement Martha van Meegen PR NeverLike Daisy Benz Management NeverLike Transistor Jette Schneider & Judith Schoneveld Koproduktion Theater im Pumpenhaus, Forum Freies Theater, Zeebelt producties Finanzielle Unterstützung Amsterdams Fonds voor de Kunst and Fonds Podiumkunsten Dank an Veem House for Performance and ICK Amsterdam

14,- € / erm. 9,- €

Thorsten Lensing (Berlin/Münster) | Unendlicher Spaß

Theater | Mi 31.01., Do 1.02. + Fr 2.02.2018, 19.00 Uhr

Thorsten Lensing

Berlin / Münster
Unendlicher Spaß

David Foster Wallace
in der Übersetzung von Ulrich Blumenbach

„Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace, 1996 in den USA erschienen, ist der Versuch, auf 1.500 Seiten die gegenwärtige Welt zu erzählen, ohne sie einer einheitlichen Deutung zu unterwerfen. „Ich will darüber schreiben“, hat Wallace sein Vorhaben charakterisiert, „wie es sich anfühlt, heute zu leben, statt davon abzulenken.“ Er schreibt deshalb über Geburten und Todeskämpfe, über Schneestürme, Liebes- und Trennungsgeschichten, über phobisch lahmgelegte Männer, übertriebenen Speichelfluss, bildschöne Krankenschwestern und Vögel, die mitten im Flug einen Herzinfarkt erleiden.

Wallace widmet sich seinen so tragischen wie komischen Figuren dabei mit großer Ernsthaftigkeit und einer ungeheuren Leichtigkeit zugleich. „Witze“, schreibt Wallace, „sind die Flaschenpost, mit der die Verzweifelten ihre gellendsten Hilfeschreie aussenden“.

Ein Zentrum der Inszenierung bilden die drei Brüder der Familie Incandenza: Hal, Wörterbuchwunder und hochtalentierter Schüler an der Enfield Tennis Academy, sein älterer Bruder Orin, Punter beim American Football Team der Arizona Cardinals, und der körperlich schwer behinderte Mario, leidenschaftlicher Radiohörer und Filmemacher. Dazu treten Figuren wie die verschleierte Radiomoderatorin Joelle Van Dyne, Mitglied in der „Liga der rüde Verunstalteten und Entstellten“, und der ehemalige Dieb und medikamentensüchtige Don Gately aus dem Drogenentzugszentrum Ennet House. Wie alle Figuren stehen sie schutzlos vor ihrem Leben. Einige leiden unter Depressionen, einige unter Alkohol-, Sex- oder Schmerzmittelsucht, viele sind einem unerbittlichen Leistungszwang ausgesetzt. Sie „werden gepanikt“ von Sorgen, von der Angst etwa, in der Trauertherapie durchzufallen, oder bloßes „Mobiliar der Welt“ zu sein; sie geben dabei nie auf, sie kämpfen gegen das dauernde Gefühl, „in einer dunklen Innenwelt zu stecken, beschämt, verirrt und eingesperrt“.

„Unendlicher Spaß“ ist ein Roman aus Scherben, der keiner geradlinigen Handlung folgt, sondern mehrere, ineinander verschachtelte Erzählzentren aufweist. Die Figuren bilden ein großflächiges Netz, in dem sich das Leben verfängt. Sie erschöpfen sich in keinem psychologischen Realismus, sie sind Stellvertreter einer hoch verdichteten Wirklichkeit. Wallace’ Kunst ist es, aus diesen beschädigten Seelen heraus zu erzählen, ohne über sie zu urteilen, ohne sie als Opfer darzustellen. Er zeigt ein Ensemble von Menschen, die immer wieder unberechenbar sind, von ihrem Leben, ihren Gefühlen und Gedanken überrascht und überfordert sind wie es der Erzähler selbst ist. „Vielleicht besteht die nächste Generation literarischer Rebellen ja aus einem verrückten Haufen von Anti-Rebellen“, hat Wallace geschrieben, „die die kindliche Frechheit besitzen, wieder von all den uralten menschlichen Problemen und Gefühlen zu erzählen, die so gar nicht trendy sind.“

Mit Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow Regie Thorsten Lensing Mitarbeit Regie Benjamin Eggers-Domsky Bühne Gordian Blumenthal und Ramun Capaul Kostüme Anette Guther Textfassung Thorsten Lensing Mitarbeit Textfassung Dirk Pilz, Thierry Mousset Dramaturgie Thierry Mousset Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann Leitung Herstellung Bühne Martina Schulle Technische Leitung Dirk Lutz Regieassistenz Lucie Grünbeck Kostümassistenz Marie Fischer
Eine Produktion von Thorsten Lensing in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus Münster, Schauspiel Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Sophiensaele Berlin, Kampnagel Internationale Kulturfabrik Hamburg, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/Main und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und der Stadt Münster Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbeck bei Hamburg.

Tickets
WN-Ticketshop, Prinzipalmarkt 13-14
Reservierungen über das Pumpenhaus sind nicht möglich!

35,- € / erm. 21,- €