Thorsten Lensing (Berlin/Münster) | Unendlicher Spaß

Theater | Mi 31.01., Do 1.02. + Fr 2.02.2018, 19.00 Uhr

Thorsten Lensing

Berlin / Münster
Unendlicher Spaß

David Foster Wallace
in der Übersetzung von Ulrich Blumenbach

„Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace, 1996 in den USA erschienen, ist der Versuch, auf 1.500 Seiten die gegenwärtige Welt zu erzählen, ohne sie einer einheitlichen Deutung zu unterwerfen. „Ich will darüber schreiben“, hat Wallace sein Vorhaben charakterisiert, „wie es sich anfühlt, heute zu leben, statt davon abzulenken.“ Er schreibt deshalb über Geburten und Todeskämpfe, über Schneestürme, Liebes- und Trennungsgeschichten, über phobisch lahmgelegte Männer, übertriebenen Speichelfluss, bildschöne Krankenschwestern und Vögel, die mitten im Flug einen Herzinfarkt erleiden.

Wallace widmet sich seinen so tragischen wie komischen Figuren dabei mit großer Ernsthaftigkeit und einer ungeheuren Leichtigkeit zugleich. „Witze“, schreibt Wallace, „sind die Flaschenpost, mit der die Verzweifelten ihre gellendsten Hilfeschreie aussenden“.

Ein Zentrum der Inszenierung bilden die drei Brüder der Familie Incandenza: Hal, Wörterbuchwunder und hochtalentierter Schüler an der Enfield Tennis Academy, sein älterer Bruder Orin, Punter beim American Football Team der Arizona Cardinals, und der körperlich schwer behinderte Mario, leidenschaftlicher Radiohörer und Filmemacher. Dazu treten Figuren wie die verschleierte Radiomoderatorin Joelle Van Dyne, Mitglied in der „Liga der rüde Verunstalteten und Entstellten“, und der ehemalige Dieb und medikamentensüchtige Don Gately aus dem Drogenentzugszentrum Ennet House. Wie alle Figuren stehen sie schutzlos vor ihrem Leben. Einige leiden unter Depressionen, einige unter Alkohol-, Sex- oder Schmerzmittelsucht, viele sind einem unerbittlichen Leistungszwang ausgesetzt. Sie „werden gepanikt“ von Sorgen, von der Angst etwa, in der Trauertherapie durchzufallen, oder bloßes „Mobiliar der Welt“ zu sein; sie geben dabei nie auf, sie kämpfen gegen das dauernde Gefühl, „in einer dunklen Innenwelt zu stecken, beschämt, verirrt und eingesperrt“.

„Unendlicher Spaß“ ist ein Roman aus Scherben, der keiner geradlinigen Handlung folgt, sondern mehrere, ineinander verschachtelte Erzählzentren aufweist. Die Figuren bilden ein großflächiges Netz, in dem sich das Leben verfängt. Sie erschöpfen sich in keinem psychologischen Realismus, sie sind Stellvertreter einer hoch verdichteten Wirklichkeit. Wallace’ Kunst ist es, aus diesen beschädigten Seelen heraus zu erzählen, ohne über sie zu urteilen, ohne sie als Opfer darzustellen. Er zeigt ein Ensemble von Menschen, die immer wieder unberechenbar sind, von ihrem Leben, ihren Gefühlen und Gedanken überrascht und überfordert sind wie es der Erzähler selbst ist. „Vielleicht besteht die nächste Generation literarischer Rebellen ja aus einem verrückten Haufen von Anti-Rebellen“, hat Wallace geschrieben, „die die kindliche Frechheit besitzen, wieder von all den uralten menschlichen Problemen und Gefühlen zu erzählen, die so gar nicht trendy sind.“

Mit Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow Regie Thorsten Lensing Mitarbeit Regie Benjamin Eggers-Domsky Bühne Gordian Blumenthal und Ramun Capaul Kostüme Anette Guther Textfassung Thorsten Lensing Mitarbeit Textfassung Dirk Pilz, Thierry Mousset Dramaturgie Thierry Mousset Produktionsleitung Eva-Karen Tittmann Leitung Herstellung Bühne Martina Schulle Technische Leitung Dirk Lutz Regieassistenz Lucie Grünbeck Kostümassistenz Marie Fischer
Eine Produktion von Thorsten Lensing in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus Münster, Schauspiel Stuttgart, Schauspielhaus Zürich, Ruhrfestspiele Recklinghausen, Sophiensaele Berlin, Kampnagel Internationale Kulturfabrik Hamburg, HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste, Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt/Main und Les Théâtres de la Ville de Luxembourg Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds Berlin und der Stadt Münster Aufführungsrechte beim Rowohlt Theater Verlag, Reinbeck bei Hamburg.

Tickets
WN-Ticketshop, Prinzipalmarkt 13-14
Reservierungen über das Pumpenhaus sind nicht möglich!

35,- € / erm. 21,- €

Chelyabinsk Contemporary Dance Theater (Russland/Italien) | ENCOUNTERS + SILK

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Tanz | Fr 26. + Sa 27.01.2018, 20.00 Uhr

Olga Pona / Chelyabinsk Contemporary Dance Theater

Russland / Italien
ENCOUNTERS + SILK

Unsere sibirische Lieblings-Choreographin Olga Pona ist zurück! Mit ihrem Chelyabinsk Contemporary Dance Theater. Einem gefeierten Gastkünstler. Und gleich zwei Stücken. Wenn das kein vielversprechender Beginn des neuen Tanzjahrs im Pumpenhaus ist! ENCOUNTERS hat Pona selbst inszeniert. Wie der Titel ahnen lässt, geht es in dieser Erzählung ohne Geschichte um Begegnungen. Solche, die uns aus der kleinen Box unseres Lebens herauslocken. Die entweder entflammen oder enttäuschen. Die uns die Einsamkeit spüren lassen oder unerwartete Geschenke sind. Offene Skizzen entstehen, von den Tänzern mit ihren Körpern gezeichnet. Eine Begegnung beschreibt auch SILK. Die des Italieners Riccardo Buscarini mit den verschneiten Weiten Sibiriens nämlich. Und natürlich die mit Ponas Compagnie. Seinen Blick aus dem Zugfenster übersetzt Buscarini in eine meditative, seidenweiche Studie über die Verwobenheit des Menschen – soeben für die „Goldene Maske 2018“ nominiert, den wichtigsten russischen Theaterpreis!

Chelyabinsk Contemporary Dance Theater (Russland) – Encounters
Tanz/Choreografie Olga Pona zusammen mit den TänzerInnen Tänzer Iuliia Abramova, Artem Sushchenko, Tatiana Sushchenko, Elena Prishvitsyna, Vladislav Morosov, Olga Sharova, Andrei Zykov, Tatiana Kritskaia, Dmitry Chegodar, Svetlana Lvova, Vladislav Rasitov, Maria Greyf, Stepan Bannov, Maria Abramova Musik A.Part, R.Ikeda, E.Lolasvilli, Alva Noto and collection of Open Source sound fragments, edited by Olga Pona Licht Vladimir Karpov Kostüme Tamara Kilmetova Bühne Igor Prokopev

Chelyabinsk Contemporary Dance Theater (Russland/Italien) – Silk
Tanz/Choreographie Riccardo Buscarini Tanz Mariia Abramova, Tatiana Lumpova, Tatiana Kritskaia, Kristina Leonova, Tatiana Sushchenko, Andrei Zykov, Stepan Bannov, Rafael Timerbakov, Denis Chernyshov Koproduktion Theater im Pumpenhaus

www.olgapona.com

14,- € / erm. 9,- €

Willy Nachdenklich| Lesung

Lesung | So 21.01.2018, Einlass 19.00 Uhr / Beginn 20.00 Uhr

Willy Nachdenklich

Nachdenkliche Sprüche mit Bilder

Willy Nachdenklich ist der Macher der Facebook Seite „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“. Mit seiner „Vong-Sprache“ hat er nachhaltig die deutsche Internetsprache beeinflusst und geprägt. Mittlerweile auch von großen und gängigen Marketingabteilungen übernommen, hat er somit Kultstatus erreicht.

„Alle dachten, ich bin ein bisschen deppert, weil ich nicht richtig schreiben kann.“ Dabei steckt hinter „Nachdenkliche Sprüche mit Bilder“ für viele ein Genie. Anfang 2017 wurde er von PULS (Der Jugendsparte des Bayerischen Rundfunks) engagiert, um vor einem Publikum eine seiner Geschichten vorzulesen von der konservativen Mittvierzigerin Gisela Stöckelmeier, die in 1 Zwickmühle zwischen AfD-Kreisverband und ihrer Liebe zu ihrem Freund, dem dunkelhäutigen Carlos steckt.

Im Herbst 2017 veröffentlichte Willy sein erstes Buch und bringt damit seine in der Kunstsprache kreierten, unglaublich witzigen Geschichten auf die Bühnen. Seine erste Tour führt ihn einmal durch die gesamte Republik.

Agentur: Konzertbüro Schoneberg

www.schoneberg.de

https://de-de.facebook.com/WillyNachdenklich/

Einlass: 19 Uhr / Beginn: 20 Uhr bestuhlt, freie Platzwahl

Tickets: 16,- € (zzgl. Gebühren) / AK: 18,- €

VVK:
Jörgs CD-Forum
WN-Ticket-Shop
und an allen bekannten VVK-Stellen

Bitte beachten Sie, dass bei Reservierungen über das Pumpenhaus der Abendkassenpreis gilt!


Ensemble ARTIG (Münster) | FATUM

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Junges Theater | Mi 17. - Fr 19.01.2018, 20.00 Uhr

Ensemble ARTIG

Münster
FATUM

Das Schicksal kann ein Kumpel sein. Oder ein mieser Verräter. Bloß, wer bestimmt darüber? Gott, Götter – der Zufall? Fakt ist: Wir haben’s nur bedingt in der Hand. Vor dem Crash mit dem Unkontrollierbaren bewahrt uns keiner. In FATUM spürt das Ensemble ARTIG den großen Was-wäre-wenn-Fragen nach. Welche Richtung hätte alles nehmen können, wenn’s diesen einen Zufall nicht gegeben hätte? Diese Begegnung mit Josef. Oder diese Sache im Fahrstuhl. Die zwölf jungen Darstellerinnen schauen sich einen Zeitraum von 60 Jahren an. Lassen ihre Figuren auf die Weichen und Wendungen blicken. Und erkennen, wie das Leben hätte aussehen können. Wieviel besser. Wieviel übler. Ziemlich existenzielles Thema. Aber darin sind die ARTIG-Spielerinnen der Marienschule erprobt. Zuletzt haben sich die klassik- und mythenaffinen Künstlerinnen unter anderem in die „Prometheus“-Sage vertieft. Auch so ein Schicksalsstoff. In FATUM erzählen sie vom zwischen dem, was man tut. Und dem, was einfach so geschieht. Ganz zufällig.

Es spielen Elena Eßer, Clara Heuft, Isabel Kießling, Anna Liebert, Nilüfer Lutfullahoglu, Franziska Marek, Amira Neve, Lilli Pfeiffer, Rebecca Prystaj, Lili Rezny, Josy Streil, Kira Wiechers Choreografie Yoshiko Waki Dramaturgie Judith Suermann Licht/Sound Thomas Hillebrand Regieassistenz Elena Weich Beratung Anna Bömler Requisite Frank Esser Spielleitung Christian Reick Förderer Theater im Pumpenhaus, Amt für Schule und Weiterbildung Münster, Förderverein der Marienschule

12,- € / erm. 7,- €

Cactus Junges Theater (Münster) | Das SOAP ding – Folge 4

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Junges Theater, Premiere | Fr 12., Sa 13. + So 14.01., 20h + Zusatzvorstellung So 14.01., 14h

Cactus Junges Theater

Münster
Das SOAP ding // Folge 4

Ein neues Jahr und endlich die 4. Folge der SOAP, die nach Grusel, Mystery und Übersinnlichem riecht!

Was passiert da im Keller des Güldenhofs? Nochmal kurz acht Stunden zurück: Dinos Beerdigung findet in der Kellerbar statt. Der Pater aus Folge 1 taucht auf und sucht anscheinend noch etwas anderes, als nur das Trauergespräch mit der Bellini-Witwe. Oswald möchte es zum Fest der Liebe alles etwas kuschelig haben und heckt einen Wichtelplan mit ungeahnten Folgen aus: Er und Staatsanwältin Clair geraten durch gewichtelte Opernkarten in einen gefährlichen Strudel aus Misstrauen. Chris bekommt von Anne ein Ticket nach Panama, damit er Mutter Perlenbacher die ganze Wahrheit über den Unfall erzählen kann. Pia und Tsun Ge vertragen sich. Robert entdeckt, dass Lea durch die Folgen des „Unfalls“ eine psychische Störung erlitten und ihre Schwester ermordet hat. Indiz um Indiz taucht auf. Anne findet ein altes Dokument über das Haus und Chris wird ein Beweisfoto zugespielt, welches die Brüder-Mischpoke in der Unfallnacht zeigt. Er überlebt zwei Mordversuche, einmal durch Tsun Ge, der jedoch dank Anne Erbarmen zeigt und einen weiteren durch Lea als Rabea, die dadurch schnurstracks in die Klinik befördert wird.

Punsch, Weihnachtslieder, Gemütlichkeit mit allen und plötzlich ist Mucci weg. Das Inferno bricht aus. Tommy verliert sein Gedächtnis, Mucci erscheint stehend und sprechend vor aller Augen, eine der drei Bardamen stirbt. Und gerade, als wir dachten, jetzt waren`s nur noch zwei…. Hoppla, da taucht Marie-Belle im Glitzerfummel auf. Wie gut, dass Weihnachten nur einmal im Jahr stattfindet…..

Es spielen Nina Deninger, Mareike Fiege, Shaun Fitzpatrick, Anna Krasemann, Erik Morawietz, Pauline Mertens, Adelina Meyer, Annika Möller, Nils Müller, Timo von der Horst, Jasmin Weber, Maximilian Wigger, David Smith Gäste Sarah Christine Giese, Lotta Kuss, Christoph Tiemann Regie Alban Renz Co-Regie Judith Suermann Cactus plus-Regie* Mareike Fiege, Shaun Fitzpatrick Choreografie Judith Suermann Autoren Christoph Tiemann, Judith Suermann, Urs von Wulfen und Team Bühne Hans Salomon Kostüme Bettina Zumdick Video Sersch Hinkelmann Musikalische Leitung Alban Renz Licht Team Pumpenhaus Tontechnik Andreas Strietzel Fotos Ralf Emmerich Design Uwe Clephas / Erich Saar PR/Redaktion Rita Roring Sprecherziehung Sarah Christine Giese Regieassistenz Nicola Schiefel, Sebastian Voosholz Eine Produktion von Cactus Junges Theater in Koproduktion mit dem Theater im Pumpenhaus in Kooperation mit dem Jugendtheater-Werkstatt e.V. und Jib Gefördert von kontinuierliche Förderung durch das Kulturamt und das Amt für Kinder, Jugendliche und Familien der Stadt Münster, mit Mitteln des Ministeriums für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, Kulturstiftung der Sparkasse Münster Unterstützt durch LAG Arbeit Bildung Kultur NRW e.V., Roadstop GmbH, Cibaria, Soroptimist International, andante gGmbH
*Cactus plus-Regie= dem Nachwuchs eine Chance

Aufführung mit Gebärdensprachdolmetscher am Sonntag um 20h.

12,- € / erm. 7,- € // Die Vorstellung ist bereits ausgebucht. Eventuelle Rücklaufkarten gibt es an der Abendkasse.

Coreggio (Münster) | Halbzeit

Clown | Fr 5. + Sa 6.01.2018, 20.00 Uhr; So 7.01., 16.00 Uhr

Coreggio

Münster
Halbzeit

Zwischen den Welten. Das beschreibt Raoul Schoregges Leben ziemlich treffend. Zwischen Havixbeck und Hongkong. Zwischen Manege und Management. Zwischen Lachen und Weinen. Der Münsteraner ist seit den 80ern welterfolgreich als Clown Correggio unterwegs. Er tritt für Zirkus-Größen wie Sarrasani auf, hat längst die Klasse seines Vorbilds Oleg Popov erreicht, kennt alle Höhe und Tiefen des Entertainments auf Sägemehl. Einerseits. Und andererseits ist Schoregge nun seit fast zwei Jahrzehnten Produzent des Chinesischen Nationalzirkus. Mit dem tourt er als Kultur-Botschafter durch die Kontinente. Verbindet akrobatisch Ost und West. Der Münsteraner hat jedenfalls genug erlebt, um mal innezuhalten und Bilanz zu ziehen. Was er mit dem Stück HALBZEIT nun auch tut. Der Clown tritt darin ebenso auf wie der Macher. Zirkusgeschichte und -geschichten ziehen vorüber. Reminiszenzen an Förderer, Lehrer und Lieben wechseln mit Rückblicken auf eine bewegte Biographie. Ungeschminkt. Und grade deshalb berührend.

Performance, Mangement, Produktion Raoul Schoregge (Chinesischer National Circus) Regie Inga Dietrich

26,- € / erm. 16,- €