SIGNATUREN // Franko B – Because of Love

Deutsche Erstaufführung / Performance // Fr 7. + Sa 8.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Franko B

London
Because of Love

Der massige Mann in der weißen Feinrippunterwäsche schmiegt sich an eine Wärmflasche. Er gräbt Fuchsköpfe aus der Erde und hält sie im Arm geborgen. Er tanzt einen entrückten Tanz mit einem mechanischen Eisbären. Because of Love. Willkommen in der Welt des Franko B! Der in London lebende Italiener hat die Kunstszene seit den 90ern geprägt, überrascht und  aufgemischt wie kein Zweiter. Mit Performance, Video, Fotografie, Malerei, Installationen, Skulpturen. Und mit Blut. Franko B, großflächig tätowierter Berserker der Verletzlichkeit, hat immer wieder den eigenen Körper zum Mittelpunkt seiner Projekte gemacht. Ihn malträtiert bis zum Aderlass. Wie in seiner Bleeding-Performance I miss you!, die mit den Mechanismen der Modenschau spielte. Und rote Spuren auf dem weißen Laufsteg hinterließ. Nichts für schwache Nerven. Für den Schmerzensmann selbst die Konsequenz aus Joseph Beuys’ Credo: „Zeige deine Wunde, und du wirst geheilt!“ Vom Blut ist Franko B mittlerweile zwar abgekommen. Aber Because of Love ist kein bisschen weniger radikal, persönlich, unter die Haut gehend. Der Künstler befragt hier die eigene Erinnerung. Ihre falsche Sentimentalität. Ihren eigentümlichen Nachhall. Das reicht von einschneidenden Begegnungen mit den Werken von Mark Rothko, Raimund Hoghe oder Kazuo Ohno. Bis zur Geschichte der Hündin Laika, die 1957 von den Sowjets in All geschossen wurde. Entstanden ist eine fragile, vielschichtige und fesselnde Performance. Unberechenbar wie ein tanzender Eisbär.

Nach der Aufführung am Fr, 7. 11.:
Susanne Winnacker im Gespräch mit Franko B
Nach ihrer Promotion 1994 war Susanne Winnacker bis zum Jahr 2000 als Hochschulassistentin an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig. Danach war sie u.a. Leitungsmitglied bei DasArts Amsterdam. 2004 übernahm sie die Gesamtleitung des Theaterfestivals Welt in Basel und war später stellvertretende Intendantin, Chefdramaturgin und Kuratorin für Tanz am Deutschen Nationaltheater Weimar. Aktuell leitet Susanne Winnacker die Hochschule für Musik und Theater in Rostock.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Performance
Franko B
Gesang
Mitch Miller
Original Musik
Othon
Performance Support and Prop Operation
Nina Berclez, Samuel Kennedy
Requisite
MDM (London), Officinesantandrea (Verona)
Technische Produktion
Steve Wald
Developed in dialogue with
Gilles Jobin, Tim Etchells
Lichtdesign
Nigel Edwards
Animation
Thomas Qualmann
Produktionsassistenz
Shabnam Shabazi
Produktion
Franko B
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Förderer
ARTS Council England
Foto
Company Franko B

www.franko-b.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Franko B – Because of Love

Deutsche Erstaufführung / Performance // Fr 7. + Sa 8.11.2014, 20.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Franko B

London
Because of Love

Der massige Mann in der weißen Feinrippunterwäsche schmiegt sich an eine Wärmflasche. Er gräbt Fuchsköpfe aus der Erde und hält sie im Arm geborgen. Er tanzt einen entrückten Tanz mit einem mechanischen Eisbären. Because of Love. Willkommen in der Welt des Franko B! Der in London lebende Italiener hat die Kunstszene seit den 90ern geprägt, überrascht und  aufgemischt wie kein Zweiter. Mit Performance, Video, Fotografie, Malerei, Installationen, Skulpturen. Und mit Blut. Franko B, großflächig tätowierter Berserker der Verletzlichkeit, hat immer wieder den eigenen Körper zum Mittelpunkt seiner Projekte gemacht. Ihn malträtiert bis zum Aderlass. Wie in seiner Bleeding-Performance I miss you!, die mit den Mechanismen der Modenschau spielte. Und rote Spuren auf dem weißen Laufsteg hinterließ. Nichts für schwache Nerven. Für den Schmerzensmann selbst die Konsequenz aus Joseph Beuys’ Credo: „Zeige deine Wunde, und du wirst geheilt!“ Vom Blut ist Franko B mittlerweile zwar abgekommen. Aber Because of Love ist kein bisschen weniger radikal, persönlich, unter die Haut gehend. Der Künstler befragt hier die eigene Erinnerung. Ihre falsche Sentimentalität. Ihren eigentümlichen Nachhall. Das reicht von einschneidenden Begegnungen mit den Werken von Mark Rothko, Raimund Hoghe oder Kazuo Ohno. Bis zur Geschichte der Hündin Laika, die 1957 von den Sowjets in All geschossen wurde. Entstanden ist eine fragile, vielschichtige und fesselnde Performance. Unberechenbar wie ein tanzender Eisbär.

Nach der Aufführung am Fr, 7. 11.:
Susanne Winnacker im Gespräch mit Franko B
Nach ihrer Promotion 1994 war Susanne Winnacker bis zum Jahr 2000 als Hochschulassistentin an der Goethe Universität Frankfurt am Main tätig. Danach war sie u.a. Leitungsmitglied bei DasArts Amsterdam. 2004 übernahm sie die Gesamtleitung des Theaterfestivals Welt in Basel und war später stellvertretende Intendantin, Chefdramaturgin und Kuratorin für Tanz am Deutschen Nationaltheater Weimar. Aktuell leitet Susanne Winnacker die Hochschule für Musik und Theater in Rostock.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Performance
Franko B
Gesang
Mitch Miller
Original Musik
Othon
Performance Support / Prop Operation
Nina Berclez, Samuel Kennedy
Requisite
MDM (London), Officinesantandrea (Verona)
Technische Produktion
Steve Wald
Developed in dialogue with
Gilles Jobin, Tim Etchells
Lichtdesign
Nigel Edwards
Animation
Thomas Qualmann
Produktionsassistenz
Shabnam Shabazi
Produktion
Franko B
Koproduktion
Theater im Pumpenhaus Münster
Förderer
ARTS Council England
Foto
Company Franko B

www.franko-b.com

20,- / erm. 14,- €

SIGNATUREN // Berthold Seliger – Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht.

[satellite gallery=131]
[wpcol_1half]

Lesung / Mi 5.11.2014, 20.00 Uhr

Berthold Seliger

[php]the_field(stadt_land);[/php]
Das Geschäft mit der Musik. Ein Insiderbericht.
Der Mann kennt sich aus. Er hat Größen wie Lou Reed oder Patti Smith die Bühnen bereitet. Geheimtipps wie Bonnie Prince Billy und Bratsch gefördert. Die Karrieren von Bands wie Calexico, Lambchop oder The Residents aufgebaut und beharrlich begleitet. Keine Behauptung also, wenn der Konzertveranstalter Berthold Seliger seine Abrechnung mit dem Musikgeschäft im Untertitel einen „Insiderbericht“ nennt. Seliger stinkt so manches an seiner Branche. Vor allem der Umstand, dass ein paar wenige Global Player den gesamten Markt kontrollieren. Und das Publikum mit „kulturellem Einheitsbrei“ füttern. Für ihn der Siegeszug des Neoliberalismus. Die Ausweitung der Kampfzone auf die Konzerte. Die sind in seinen Augen kaum mehr Live-Ereignisse. Sondern Lifestyle-Zugabe zum Konsum. Musik? Nichts als Geschäft. Sein Befund: „Die Branche spielt Monopoloy“. Seliger beschreibt ein Profitdenken, dem sich alles unterzuordnen hat. Benennt, wie das Publikum beim Ticketkauf abgezockt wird. Und wie die Künstler um ihre Urheberrechte gebracht werden. Die große Pleite. Für Kreative und Fans. Dabei gab’s mal Zeiten, in denen Konzerte und Festivals nicht unter Sponsorenbannern und Flyermüll ertranken. Das alles beschreibt Seliger aus der Warte des Selfmade-Veranstalters. Bewehrt mit Fakten, Zitaten und Theoretikern von Adorno bis Žižek. Seine Lesung ist ein flammendes Plädoyer für die Konzertkultur. Gegen den Kommerz. Diskussionsstoff  nicht nur für die Musik-Aficionados.

SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. - 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften. Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW. KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px  
[php]the_field(preis);[/php]
[php]the_field(sponsor);[/php]

 

 

[/wpcol_1half]

[wpcol_1third]

[php]the_field(tekst_rechts);[/php]

[/wpcol_1third]

SIGNATUREN // Rimini Protokoll – Qualitätskontrolle

Theater / Sa 1. + So 2.11.2014, 19.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Rimini Protokoll

Berlin
Qualitätskontrolle

Nach dem Warum hat sie nie gefragt. Warum sie vor 20 Jahren in den Pool der Ferienanlage gesprungen ist. Kopfüber, auf der Nichtschwimmerseite. Maria-Cristina Hallwachs ist seit dem Genickbruch vom Kinn abwärts gelähmt. Jedes Glas Wasser muss ihr gereicht werden. Die Atmung steuert ein Zwerchfellstimulator. Ihre Pflege kostet in der Stunde soviel wie ein Olivenbäumchen im Gartencenter. Erzählt sie selbst. Auch, dass sie bereits im Krankenhaus gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne ein Leben in solcher Abhängigkeit zu leben. Ja – war die Antwort – leben hieß erstmal die nächsten 5 Minuten ‘überleben’. Maria-Cristina Hallwachs ist die Protagonistin im Stück Qualitätskontrolle der Gruppe Rimini Protokoll. Gerade erst mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Stücke 2014 ausgezeichnet! Die Arbeit von Helgard Haug und Daniel Wetzel schildert kein trauriges Schicksal. Sie stellt existenzielle Fragen. Wir wollen die Risiken minimieren. Schon vor der Geburt. Wünschen unseren Kindern nichts als Erfolg. Nur: wieviel Kontrolle lässt das Leben zu? Wo endet Selbstbestimmung? Was, wenn sich eine Biografie nicht mehr als Erfolgsmeldung erzählen lässt? Rimini Protokoll sind die Revolutionäre des Dokumentartheaters. Mit ihren „Experten des Alltags“ heben sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität auf. Schaffen Momente, die ans Wesentliche rühren. Oft kopiert, nie erreicht. Sie hatten schon professionelle Trauerredner, Karl-Marx-Kenner, Vietnamveteranen, indische Callcenter-Agenten und ägyptische Muezzine auf der Bühne. Hier begegnen wir einer Frau, die sagt: „Ich lächle. Oft“.

Das Hörspiel zu der Produktion “Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper–Taste nicht drücken werde” ist am 29.10. beim Festival Favoriten 2014 erlebbar.

Zusammen mit dem Kollektiv RIMINI PROTOKOLL hat die Heldin dieser wahren Geschichte ein Stück entwickelt, das sich so unaufdringlich wie unausweichlich mit Schicksal, Lebenswert und persönlicher Haltung beschäftigt. WDR 5

Nach der Aufführung am Sa, 1.11.:
Patrick Wildermann im Gespräch mit Helgard Haug
Schon während seines Studiums an der WWU arbeitete der gebürtige Münsteraner Patrick Wildermann für das Feuilleton und übernahm diverse Regietätigkeiten für Theaterprojekte in und um Münster. Seit 2005 lebt und arbeitet Wildermann in Berlin und schreibt als freier Kulturjournalist unter anderem für Theater der Zeit, Tagesspiegel, tip-Magazin und Goethe-Institut.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

Mit
Maria-Cristina Hallwachs, Timea Mihályi, Admir Dzinić
Konzept/Text/Regie
Helgard Haug, Daniel Wetzel
Bühne/Licht/Videomapping
Marc Jungreithmeier
Bühne
Marco Canevacci (Plastique Fantastique)
Video/Videomapping
Grit Schuster
Musik
Barbara Morgenstern
Dramaturgie/Recherche
Sebastian Brünger
Produktionsleitung
Heidrun Schlegel
Regieassistenz/Recherche
Markus Klemenz
Bühnenbildassistenz
Ewa Sobczak
Produktionsassistenz
Caroline Lippert
Inspizienz
Hans Beck, Thomas Hoffmann
Regiehospitanz
Birte Niederhaus
Dramaturgiehospitanz
Lena Fritschle
Aufführungsrechte
schaefersphilippen Theater und Medien GbR
Produktion
Rimini Apparat
Koproduktion
Schauspiel Stuttgart
Förderer
Regierender Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – 
Kulturelle Angelegenheiten
Foto
Hanna Lippmann, © Rimini Protokoll

www.rimini-protokoll.de

25,- / erm. 17,- €

SIGNATUREN // Rimini Protokoll – Qualitätskontrolle

Theater / Sa 1. + So 2.11.2014, 19.00 Uhr

Festival SIGNATUREN | Rimini Protokoll

Berlin
Qualitätskontrolle

Nach dem Warum hat sie nie gefragt. Warum sie vor 20 Jahren in den Pool der Ferienanlage gesprungen ist. Kopfüber, auf der Nichtschwimmerseite. Maria-Cristina Hallwachs ist seit dem Genickbruch vom Kinn abwärts gelähmt. Jedes Glas Wasser muss ihr gereicht werden. Die Atmung steuert ein Zwerchfellstimulator. Ihre Pflege kostet in der Stunde soviel wie ein Olivenbäumchen im Gartencenter. Erzählt sie selbst. Auch, dass sie bereits im Krankenhaus gefragt wurde, ob sie sich vorstellen könne ein Leben in solcher Abhängigkeit zu leben. Ja – war die Antwort – leben hieß erstmal die nächsten 5 Minuten ‘überleben’. Maria-Cristina Hallwachs ist die Protagonistin im Stück Qualitätskontrolle der Gruppe Rimini Protokoll. Gerade erst mit dem Publikumspreis der Mühlheimer Stücke 2014 ausgezeichnet! Die Arbeit von Helgard Haug und Daniel Wetzel schildert kein trauriges Schicksal. Sie stellt existenzielle Fragen. Wir wollen die Risiken minimieren. Schon vor der Geburt. Wünschen unseren Kindern nichts als Erfolg. Nur: wieviel Kontrolle lässt das Leben zu? Wo endet Selbstbestimmung? Was, wenn sich eine Biografie nicht mehr als Erfolgsmeldung erzählen lässt? Rimini Protokoll sind die Revolutionäre des Dokumentartheaters. Mit ihren „Experten des Alltags“ heben sie die Grenzen zwischen Fiktion und Realität auf. Schaffen Momente, die ans Wesentliche rühren. Oft kopiert, nie erreicht. Sie hatten schon professionelle Trauerredner, Karl-Marx-Kenner, Vietnamveteranen, indische Callcenter-Agenten und ägyptische Muezzine auf der Bühne. Hier begegnen wir einer Frau, die sagt: „Ich lächle. Oft“.

Das Hörspiel zu der Produktion “Qualitätskontrolle oder warum ich die Räusper–Taste nicht drücken werde” ist am 29.10. beim Festival Favoriten 2014 erlebbar.

Zusammen mit dem Kollektiv RIMINI PROTOKOLL hat die Heldin dieser wahren Geschichte ein Stück entwickelt, das sich so unaufdringlich wie unausweichlich mit Schicksal, Lebenswert und persönlicher Haltung beschäftigt. WDR 5

Nach der Aufführung am Sa, 1.11.:
Patrick Wildermann im Gespräch mit Helgard Haug
Schon während seines Studiums an der WWU arbeitete der gebürtige Münsteraner Patrick Wildermann für das Feuilleton und übernahm diverse Regietätigkeiten für Theaterprojekte in und um Münster. Seit 2005 lebt und arbeitet Wildermann in Berlin und schreibt als freier Kulturjournalist unter anderem für Theater der Zeit, Tagesspiegel, tip-Magazin und Goethe-Institut.


SIGNATUREN – Handschriften für das Theater der Gegenwart

vom 1. – 30. November

Manche Künstler haben Ideen. Andere haben eine Handschrift. Eine, die das Theater geprägt hat und prägt. Die unverwechselbar ist. Die sich nicht nach Moden richtet, sondern Maßstäbe setzt. Mit dem Festival Signaturen präsentieren wir im November sechs solcher Künstler und Gruppen. Einmal quer durch Europa. Eingeladen sind das Attis Theatre von Theodoros Terzopoulos. Der in London lebende Italiener Franko B. Der Niederländer Chaim Levano. Der Flame Jan Decorte. Das Berliner Kollektiv Rimini Protokoll. Und der westfälische Wahlberliner Thorsten Lensing. Sie alle haben im Pumpenhaus schon ihren Stempel hinterlassen. Theatersternstunden beschert, die sich uns unauslöschlich ins Gedächtnis eingeschrieben haben. Für diese Könner halten wir jetzt vier Wochen lang den gewohnten Betrieb an. Sind ausnahmsweise mal nicht Entdecker, sondern Bestärker des Bewährten. Fallen aus der Zeit und geben die Bühne frei für junge alte Meister. Gerahmt von Lesungen, Künstlerporträts und Publikums-Diskussionen. Das Programm bietet starke Aufführungen. Nicht Recherchen oder Versuchsanordnungen. Ästhetisch ganz von heute. Getragen von der Liebe zum alten Medium. Das Theater ist ja immer auf der Jagd nach dem neuesten Trend. Hype, Hype, Hurra! Wir treten einen Schritt zurück und zeigen Erneuerer, die gekommen sind, um zu bleiben. Wir wollen Theaterereignisse. Nicht mehr und nicht weniger. Lassen Sie sich anstecken von unserer Leidenschaft für prägende Handschriften.

Das Festival Signaturen ist eine Koproduktion vom Theater im Pumpenhaus und der Kunsthalle Münster und wird unterstützt von der Kunststiftung NRW.

KunsthalleMS-Logo_100pxKNRW_Logo_s_100px

 

 

Mit
Maria-Cristina Hallwachs, Timea Mihályi, Admir Dzinić
Konzept/Text/Regie
Helgard Haug, Daniel Wetzel
Bühne/Licht/Videomapping
Marc Jungreithmeier
Bühne
Marco Canevacci (Plastique Fantastique)
Video/Videomapping
Grit Schuster
Musik
Barbara Morgenstern
Dramaturgie/Recherche
Sebastian Brünger
Produktionsleitung
Heidrun Schlegel
Regieassistenz/Recherche
Markus Klemenz
Bühnenbildassistenz
Ewa Sobczak
Produktionsassistenz
Caroline Lippert
Inspizienz
Hans Beck, Thomas Hoffmann
Regiehospitanz
Birte Niederhaus
Dramaturgiehospitanz
Lena Fritschle
Aufführungsrechte
schaefersphilippen Theater und Medien GbR
Produktion
Rimini Apparat
Koproduktion
Schauspiel Stuttgart
Förderer
Regierender Bürgermeister von Berlin – Senatskanzlei – 
Kulturelle Angelegenheiten
Foto
Hanna Lippmann, © Rimini Protokoll

www.rimini-protokoll.de

25,- / erm. 17,- €