Aktuelles

 

Workshop: “Wie Kulturpolitik funktioniert und warum die Kunst das wissen muss”

22. März 2019
 

Am Montag, 1. April, lädt das NRW Landesbüro für freie Darstellende Künste ein zu einem Workshop zum Thema Kulturpolitik. Die Veranstaltung findet von 11 bis 17 Uhr im Pumpenhaus Münster statt. In der Ankündigung des Landesbüros heißt es: “Aktuell geben die Öffentlichen Kassen in Deutschland mehr als 11 Milliarden Euro jährlich für Kunst und Kultur aus. Das ist aus Sicht der Künstler*innen viel zu wenig – für die Kulturpolitiker*innen dagegen ein echter Erfolg. Das Konfliktpotential zwischen beiden Seiten ist nicht nur in diesem Punkt groß. Es hat seinen Grund auch in einer grundsätzlichen Skepsis von Künstler*innen gegenüber Politik und Staat. Diese Distanz ist zwar wichtig für die Rolle von Kunst in der Gesellschaft, aber nicht immer hilfreich für die Kenntnis des Systems. Peter Grabowski berichtet als ‘der kulturpolitische reporter’ seit Jahren über Finanzierung und Strukturen der Kulturförderung auf allen staatlichen Ebenen. Er arbeitet vorwiegend für den Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk sowie Fachmagazine. In einem Workshop schaut er mit Interessierten aus Kunst und Kultur hinter die Kulissen der Kulturpolitik. Und die gilt es zu verstehen: Wer einen Mechanismus nutzen will, sollte wissen, wie er funktioniert.” Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.nrw-lfdk.de (Bild: Sabina Sabovic)

 

56. THEATERTREFFEN BERLIN: “Unendlicher Spaß” – Inszenierung Thorsten Lensing, Koproduktion Pumpenhaus Münster

28. Januar 2019
 

Das Berliner Theatertreffen ist das wichtigste deutsche Theaterfestival. Vom 3. bis zum 19. Mai werden dort in diesem Jahr wieder die zehn besten Inszenierungen des Jahres gezeigt. Mit dabei: “Unendlicher Spaß” von Thorsten Lensing nach dem Roman von David Foster Wallace. Koproduktion: Pumpenhaus Münster. Die Begründung der Jury: “Regisseur Thorsten Lensing und sein Team kondensieren den Stoff zu einem mehr als vierstündigen Theaterabend. Ihre über Jahre erarbeitete Spielfassung konzentriert sich dabei auf die Protagonist*innen des Romans und ihre Beziehungen zueinander. Die herausragenden Schauspieler*innen entwickeln ihre Figuren aus deren Macken und Handicaps und kümmern sich dabei nicht um eindeutige Geschlechterzuschreibungen. Vielmehr spielen Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursina Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow auf beinahe leerer Bühne mit sich und einfachsten Theatermitteln. Sie erzählen Geschichten über das Elend der eigenen Existenz und die Unwägbarkeiten des Lebens und wie nebenbei auch vom Seelenzustand einer Nation. Das ist bedenklich traurig, an diesem Abend aber auch immer wieder überbordend komisch.” Wir gratulieren!

 

NRW-ERKLÄRUNG DER VIELEN: “Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt”

12. Dezember 2018

 

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Landwurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Weitere Informationen unter www.dievielen.de

Hintergrundgespräch zu Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc

5. Dezember 2018
 

Wirkt Polen aus der Perspektive Münsters immer noch wie ein Teil Osteuropas? Dabei verbindet uns eine 500 km lange Grenze: Polen ist Mitteleuropa und laboriert an den gleichen Problemen und Fragen wie wir, z.B. ob Solidarität weiterhin ein Ausdruck gesellschaftlicher Toleranz ist. Anlässlich der Uraufführung der Koproduktion von Polski Teatr Tańca (Poznań) und bodytalk (Münster, artist in residence am Theater im Pumpenhaus) – Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc – laden wir am Mittwoch, den 12. Dezember, vor der Premiere (um 20 Uhr) zu einem Hintergrundgespräch von 17.00 bis 18.30 Uhr ins Theater im Pumpenhaus ein. Anwesend sind die Direktorin des Polski Teatr Tańca, Iwona Pasińska, Yoshiko Waki und Rolf Baumgart von bodytalk, Darsteller*innen und Ludger Schnieder, der Leiter des Theater im Pumpenhaus sowie Medienvertreter*innen. Die erste gemeinsame Koproduktion von Polski Teatr Tańca und bodytalk, JEWROPE, wurde 2014 mit dem Kölner Tanztheaterpreis ausgezeichnet. Das polnische Außenministerium weist JEWROPE als kulturelles Referenzereignis polnisch-deutscher Zusammenarbeit aus. Um eine kurze Anmeldung per E-Mail an office@bodytalkonline.eu wird gebeten. Wir freuen uns Sie zu diesem besinnlichen vorweihnachtlichen Nachmittag in Rot und Weiß begrüßen zu dürfen!