Aktuelles

 

NRW-ERKLÄRUNG DER VIELEN: “Kunst schafft einen Raum zur Veränderung der Welt”

12. Dezember 2018

 

Als Kulturschaffende in Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Landwurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich so im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede*n Einzelne*n als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteur*innen dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Wir als Unterzeichnende der NRW Kunst- und Kultureinrichtungen, ihrer Interessensverbände und freien Kunst- und Kulturschaffenden begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

  • Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über rechte Strategien. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.
  • Alle Unterzeichnenden bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.
  • Wir wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.
  • Wir verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch eine rechtsextreme Politik immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Rassismus ist Alltag. Rechtsextremismus ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden!

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

Weitere Informationen unter www.dievielen.de

Hintergrundgespräch zu Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc

5. Dezember 2018
 

Wirkt Polen aus der Perspektive Münsters immer noch wie ein Teil Osteuropas? Dabei verbindet uns eine 500 km lange Grenze: Polen ist Mitteleuropa und laboriert an den gleichen Problemen und Fragen wie wir, z.B. ob Solidarität weiterhin ein Ausdruck gesellschaftlicher Toleranz ist. Anlässlich der Uraufführung der Koproduktion von Polski Teatr Tańca (Poznań) und bodytalk (Münster, artist in residence am Theater im Pumpenhaus) – Solidaritot | Good Night, Solidarity | Solidarnoc – laden wir am Mittwoch, den 12. Dezember, vor der Premiere (um 20 Uhr) zu einem Hintergrundgespräch von 17.00 bis 18.30 Uhr ins Theater im Pumpenhaus ein. Anwesend sind die Direktorin des Polski Teatr Tańca, Iwona Pasińska, Yoshiko Waki und Rolf Baumgart von bodytalk, Darsteller*innen und Ludger Schnieder, der Leiter des Theater im Pumpenhaus sowie Medienvertreter*innen. Die erste gemeinsame Koproduktion von Polski Teatr Tańca und bodytalk, JEWROPE, wurde 2014 mit dem Kölner Tanztheaterpreis ausgezeichnet. Das polnische Außenministerium weist JEWROPE als kulturelles Referenzereignis polnisch-deutscher Zusammenarbeit aus. Um eine kurze Anmeldung per E-Mail an office@bodytalkonline.eu wird gebeten. Wir freuen uns Sie zu diesem besinnlichen vorweihnachtlichen Nachmittag in Rot und Weiß begrüßen zu dürfen! 

“Morsnet” in Emsdetten

8. September 2018
 

Exkursion in ein untergegangenes Land: Die Tanz-Compagnien GOTRA (NL), bodytalk (artist inresidence im Theater im Pumpenhaus, Münster) und Freunde, nehmen euch in einen Staat mit, den es nicht mehr gibt – nach Neutral-Moresnet am Vier-Länder-Punkt zwischen Belgien, Niederlande, Deutschland. Vor einhundert Jahren kam das Gebiet zu Belgien. Moresnet war so klein, dass es auf keine Landkarte passte. War es Provinz? Ja oder nein, es stand jedenfalls für pro winzig! Es wurde zum Sehnsuchtsort besonders junger Menschen, weil es dort keine Wehrpflicht gab und die Steuern niedrig waren. Wo sonst als in Stroetmanns Fabrik in Emsdetten wird Moresnet am Samstag, 29. und Sonntag, 30. September, jeweils um 18 Uhr, wieder auferstehen. Mit euch! Deswegen haben wir einen Bus gechartert, der am Samstag, 29. September, um 17:00 Uhr vom Theater im Pumpenhaus (48147 Münster, Gartenstr. 123) nach Emsdetten fährt, spätestens um 21 Uhr sind alle wieder zurück. Bitte per email für den Bus-Shuttle anmelden (s.u.). Eintritt incl. Busfahrt: pay as you like (Soviel ihr wollt, also von 0,- bis …) Reservierung: office@bodytalkonline.eu

WILDWUCHS

14. März 2018
April 2018 / WILDWUCHS – Freie Szene

Vielfalt. Phantasie. Experimentierlust. Begriffe, die man auch in Münster gern mit der „Freien Szene“ verknüpft. Aber was genau ist das Wesen dieser Buntheit? Was bedeutet das Produzieren in freien Strukturen heute? Die Initiative „moNOkultur“ – Bündnis der Freien Szene – macht sich seit 2013 für bessere Förder- und Arbeitsbedingungen der unabhängigen Kunst- und Kulturschaffenden stark. Jetzt bieten wir den Stärken der Szene die breitestmögliche Plattform. Bündeln die kreative Power. Regen den Dialog an. Und forcieren die Vernetzung untereinander. In Kooperation mit dem Pumpenhaus zeigen wir vom 6. bis 29. April die Veranstaltungsreihe WILDWUCHS. Mit Ausstellungen, Performances, Konzerten und Partys. Die Spanne reicht vom Stummfilm mit Live-Musik bis zur Space-Hörspiel-Disko. Von der installativen Werkschau, der Gesprächsrunde zu aktuellen Perpektiven & Visionen der Freien bis zur alkoholseligen Lesung. Wir haben altgediente Künstler*innen und Gruppen ebenso eingeladen wie vielversprechende Newcomer. Schließlich ist die Freie Szene permanent im Wandel. Und garantiert für eine Überraschung gut. Wildwuchs eben!

Weitere Infos folgen…