07.10.2009 – Gerhard Heinrich Kock in den Westfälischen Nachrichten: Auf der Jagd nach der inneren Stimme

Pressespiegel

 

07.10.2009 – Gerhard Heinrich Kock in den Westfälischen Nachrichten
Auf der Jagd nach der inneren Stimme

Münster. „Wer bist du? Habe ich gefragt. Und kurz darauf habe ich dieselbe Stimme sagen hören: Ich bin es! Du bist das? habe ich gesagt, wunderbar!“ – Wer die Grenzen zwischen Wahrheit und Illusion suchen will, der hat sich viel vorgenommen. Das neue Theater DNS will sich in diese verwirrende Welt begeben und das gleich mit dem ersten Stück. „Paradeiser“ heißt es, und die Uraufführung ist am morgigen Freitag im Pumpenhaus.

Hinter dem Etikett DNS verbirgt sich ein Trio. Hier treffen Tanz, Musik und Regie aufeinander: der neoklassisch/zeitgenössische Arbeitsansatz der Choreografin Malda Denana, die narrative elektroakustische Musik Kai Niggemanns und der minimalistische Inszenierungsstil der Regisseurin Ruth Schultz. In der ersten Produktion kommen auch noch Videos von Fabian Kollakowski hinzu. DNS will mit dieser „betörenden Mischung eine eigene Welt schaffen, in der die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen“.

In „Paradeiser“ (Der Österreicher denkt hier selbstverständlich an die Tomate) geht es um „P.“. Das ist die Hauptfigur aus Daniele Benatis surrealem Roman „Amerika gibt es nicht“, in dem alle Nachnamen der Figuren mit P beginnen. „P.“ hat es in die „Mystic Avenue 3847“ verschlagen. Wo genau und wie lange er sich schon dort befindet, gilt es dringend herauszufinden. Sein Weg führt ihn in ein Labyrinth aus Wendeltreppen, durch die Universität und McDonalds-Filialen vor fremde Türen.

In der Inszenierung springen die vier Darsteller (Tänzer und Sprecher) zwischen Innen und Außen, Realität und Scheinwelt hin und her, und jagen einer Stimme nach, die ihre innere sein könnte. Mit dieser Aufgabe betraut wurden Tim Gerhards, Ursina Hemmi, Leena Keizer, und Pascal Riedel.

» Karten gibt es im WN-Ticket-Shop ( ‚ 69 05 93) oder im Pumpenhaus. Uraufführung ist am Freitag (9. Oktober) um 20 Uhr. Nach der Vorstellung am Samstag (10. Oktober) liest Daniele Benati um 21.30 Uhr aus seinem Roman, die Übersetzung liest Pascal Riedel.