16.05.2009 – Rebel Dance-Company von Heike Eickhoff, Westfälische Nachrichten

Pressespiegel

 

16.05.2009 – Rebel Dance-Company von Heike Eickhoff, Westfälische Nachrichten
Manchmal traurig, doch immer wunderschön

Münster – Die Musik, die die sizilianische Musikerin Etta Scollo zu arabischen Gedichten geschrieben hat, ist manchmal unendlich traurig, doch immer wunderschön. Immer steht ihre sehr expressive Stimme im Vordergrund, teils unbegleitet, teils von sinfonischen Klängen umgeben: „Il Fiore Splendente“ ist ein hervorragend gesungenes und gespieltes Meisterwerk. Die RebelDance-Company choreografierte dieses musikalische Werk und stellte es am Freitagabend im Pumpenhaus erstmalig vor.
Das gelungene Tanzprojekt lotete die Musik in ihrer vollen Tiefe in Bewegung und Ausdruck aus. Die Technik des Pumpenhaus sorgte für den optischen Kick mit passendem Licht zur klaren Akustik. Günther Rebel, seit nunmehr 35 Jahren Chef der Rebel-Dance-Company, setzte den emotionalen Gehalt der Lieder in Bewegungen um, vermied aber das pantomimische Umsetzen konkreter Ereignisse und schaffte so ein Gesamtkunstwerk aus Bewegung und Musik.
Schwarz und rot sind die kontrastierend verwendeten Farben der Kostüme. Lange Röcke und gewickelte Tücher lassen die Tänzerinnen in eine archaische, fast mystische Vorzeit eintauchen. Das Licht verstärkt den Eindruck. Ganz allein oder mit dem gesamten Ensemble, immer jedoch von dieser fantastischen Musik inspiriert, wirbeln die Tänzerinnen und Tänzer über die dunkel gehaltene Bühne, verharren manchmal auf dunklen Quadern. Schon die Titel der einzelnen Szenen, die denen der arabischen Gedichte oder Lieder entsprechen (etwa „Ein einziger Kuss“ oder „Ich laufe mit dir“), lassen viele Assoziationen entstehen. Zudem bereicherten Breakdance-Elemente die oft klassische Choreografie.
Nach der Pause standen Katrin Banse, Christina Heckersbusch, Bruno Augusto de Carvalho, Jens Siebeneicher und Tobias Völker in „Love is in the Air“ auf der Bühne. Irgendwo zwischen Heavy Metal und lyrischer Ballade bewegte sich die Musik. Die Tänzer träumten ein paar nicht allzu unzüchtige Männerfantasien, von den Tänzerinnen durch Soli dazu angeregt.
Zwei gelungene Programme an einem Abend: Die RebelDance-Company zeigte sich anlässlich ihres 35. Geburtstags von der allerbesten Seite. Und bekam verdient viel Beifall.