16.02.2009 – Heike Eickhoff in den Westfälischen Nachrichten – Tift Merritt: Eine junge strahlende Stimme

Pressespiegel

 

16.02.2009 – Heike Eickhoff in den Westfälischen Nachrichten
Tift Merritt: Eine junge strahlende Stimme

Münster – Sie wirkt ein klein wenig zerbrechlich wenn sie auf der Bühne steht. Doch die Kraft, mit der sie Gitarre und Klavier bearbeitet sowie die Intensität ihres Gesangs strafen den ersten optischen Eindruck schnell Lügen. Tift Merritt, ein Star unter den jungen Songschreibern, war mit Songs vom neuen Album „Another Country“ am Sonntagabend im Pumpenhaus zu hören. Das Publikum feierte die junge Sängerin von den ersten Tönen an mit fast ehrfürchtigem Beifall.

Vom Leben singt sie, von Hoffnung und Zuneigung. Schöne, hitverdächtige Nummern wie „Morning Is My Destination“ oder „Keep You Happy“ lassen den Ohren viel Raum zum Zuhören, gefallen ganz einfach sofort. Dabei sind Gitarre und Klavier immer auch Perkussionsins­trumente, machen Rhythmus und treiben mehr voran als dass sie die Stimme begleiten. Tift Merritt bringt die Gitarre mit dem Kapodaster flugs in angenehme Tonarten, das Klavier fasst sie mit beiden Händen fest an und macht aus wenigen Akkorden eine ziemlich stimmige Begleitung. Über allem brilliert ihre junge, strahlende Stimme.

In Jeans und Stiefeln, die Haare eher unauffällig frisiert, wirkt sie wie das amerikanische Landmädchen aus der Fernsehwerbung. „I´m not that funny, I´ll just play!“ kokettiert sie ins Publikum und legt los. Und in Deutschland sei sie besonders gern, weil sie hier „Häfäweisen“ (Hefeweizen) bekommt und kein Budweiser.

Lied folgt auf Lied, zuerst die ruhigeren Nummern, allesamt auswendig gesungen und gespielt. Dann kommen die flotteren Lieder. Ein Foto möchte sie machen für die Eltern, die ja gar nicht glauben, wie viele Leute ihr in Münster gebannt zuhören. Und greift lächelnd wieder in die Saiten statt zur Kamera. Tift Merritt ist professionell in ihrer betont schlichten Bühnenshow, glänzt mit ihren selbst geschriebenen Lieder und beeindruckt durch ihre anscheinend so offene und freundliche Art.

Gegen Ende werden die Lieder gefühlvoller. „Mille Tenderesse“ setzt den schönen Songs eine etwas sentimentale, aber unter die Gänsehaut gehende Krone auf. Eigentlich wollte sie vermeiden, dieses Lied zu spielen, lächelt sie und spielt es – dramaturgisch gut gesetzt – selbstverständlich am Ende doch.

Nach mehr als anderthalb Stunden endete das beeindruckende Konzert, das sie ohne Pause durchspielte, mit sehr viel Beifall. Ein tolles Ding, ein schöner Abend!