04.02.2008 – Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung SOAP II“ : Ist der Arzt der Bösewicht?

Pressespiegel

 

04.02.2008 – Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung
SOAP II“ : Ist der Arzt der Bösewicht?

2007 ging im Theater im Pumpenhaus Münsters erste Theater-Soap zu Ende und ließ eine hochschwangere Melissa zurück, die sich darauf freute, mit ihrem geliebten Johann eine Familie zu gründen.

Wegen des großen Erfolges hatten sich Regisseur Alban Renz und sein Team zu einer Fortsetzung entschlossen, die am Samstag erfolgreich Premiere feierte. Die Handlung setzt ein Jahr später ein. Um es gleich vorwegzunehmen, das mit der Familie hat nicht geklappt. Das Kind kam tot zur Welt.

Das behautet zumindest Frauenarzt Dr. Viktor Kobold, ein etwas schmieriger Typ, der außer einem feschen Schnauzbart und autoerotischer Ohrläppchenmassage nicht viel aufzuweisen hat. Trotzdem liegen ihm sämtliche Frauen zu Füßen. Außer Melissa natürlich, die nicht an den Tod ihres Kindes glaubt und den Arzt dunkler Machenschaften verdächtigt.

Womit sie wohl nicht ganz Unrecht hat. Offensichtlich soll Kobold die wunderbar zwielichtige Unternehmerin Aurelia Patzke als Bösewicht ersetzen. Letztere wurde vom neuen Autorenteam Peter Grasemann und Regina Laudage aus der Handlung herausgeschrieben, ebenso wie der smarte Ganove Ecke und so mancher andere Publikumsliebling aus der ersten Staffel. Dafür gibt es eine viele neue Gestalten. Allen voran der trinkfreudige Pater Claudius, der sein Amt auch sonst eher unorthodox versieht. Wenn er hält, was sein Debüt verspricht, wird man mit ihm noch viel Freude haben. Genauso wie mit der unentwegt plappernden Sabine, die dem Pater als Praktikantin zugewiesen wurde und sich als rechter Rucksack des Herrn erweist. Ebenfalls neu sind eine umtriebige Reporterin, eine philosophierende Popcorn-Verkäuferin und ein zum Blues neigender Kirchenmusiker.

Geblieben hingegen ist die bewährte Mischung aus Ironie, Situationskomik und handfester Parodie. Sogar ein Werbespot für Putzmittel und eine 60-Sekunden-Fassung von Eisensteins „Panzerkreuzer Potemkin“ konnten in das Spiel integriert werden. Dramaturgisch geschickt kommt Johann am Ende unter ein Auto und wird blutüberströmt auf die Bühne getragen. Exodus, konstatiert der Frauenarzt. Aber der erklärt schnell mal wen für tot. Schief, aber gut: Das Team der zweiten „Soap“-Staffel.