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Theater | Fr. 22., Sa. 23. und So. 24.03.2019, 20 Uhr
Tuğsal Moğul
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Der Theatermacher Tuğsal Moğuls erzählt eine Geschichte über Grenzen. Und ihre Überwindung. Selma (die furiose Christiane Hagedorn!) spürt dem Lebensweg ihres Vaters nach. Der war in den 60ern als Arbeitsmigrant nach Westberlin gekommen. Zeugte aber auch ein Kind mit seiner Geliebten im Ostteil der Stadt – Selmas Mutter. Mit abflauendem Wirtschaftswunder schickte man ihn in die Türkei zurück. Die Tochter nun begibt sich auf die Reise. Im Gepäck die Lieder der türkischen Sängerin Sezen Aksu, genannt „Minik serҫe“ – der kleine Spatz. Die ist ein Phänomen, weil ihre Lieder Menschen quer durch die politischen Lager und Kulturen erreichen. Was sich auch beim gefeierten Gastspiel von Moğuls Stück auf dem türkischen Bergama-Festival im Mai bewiesen hat. Jetzt kehrt die „gelungene Mischung aus Konzert und Schauspiel“ (WN) in die Heimat zurück!
Junges Theater | Mi. 27.03.2019, 20 Uhr
Cactus Junges Theater
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NOMINIERUNG FÜR DAS THEATERTREFFEN DER JUGEND IN BERLIN // Reden ist Silber, Schweigen ist Gold? Wer so was sagt, war vermutlich noch nie sprachlos. Was wäre, wenn wir die Sprache nicht einfach erlernen würden – sondern kaufen müssten? Von dieser Idee geht das „reich der wörter“ aus, die jüngste Produktion von Cactus Junges Theater. Ein neunköpfiges interkulturelles Ensemble begibt sich hier ins namenlose Land, wo die Sprache in der Fabrik gefertigt und mit Wörtern gedealt wird. Der Schwarzmarkt floriert, die Polizei schaut genau aufs Maul. Aber was, wenn man seine Gefühle ausdrücken will? Noch nie war Sprachlosigkeit so eindrücklich und mitreißend zu erleben!
Tanz | Sa. 30. und So. 31.03.2019, 20h
Louise Lecavalier
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Nach der verletzungsbedingten Absage im vergangenen Jahr nun der Nachholtermin für Louise Lecavaliers BATTLEGROUND: Manche suchen Anmut im Tanz, Leichtigkeit. Nicht so Louise Lecavalier. Die mittlerweile 60-jährige Frankokanadierin hat sich Zeit ihres Tänzerinnenlebens verausgabt. Hat ihren Körper in die Schlacht geworfen. Schon als Frontfrau der legendären Company La La La Human Steps, mit der sie Anfang der 80er gleich weltbekannt wurde. „So blue“, ihre erste Arbeit als Choreografin, war auch im Pumpenhaus zu sehen – was für eine Power-Performance! Jetzt kehrt Lecavalier zurück aufs Schlachtfeld. Solo und im Duett mit Robert Abubo durchmisst sie den Ring, in den sich die Bühne verwandelt. Führt – frei nach Italo Calvinis Roman „Der Ritter, den es nicht gab“ – einen Fight buchstäblich um die Existenz.
Tanz | Sa. 06.04.2019, 20 Uhr
Benjamin Vandewalle
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Wegen Krankheit im Dezember ausgefallen, jetzt zurück: Common Ground. Der eine hat ein Faible für Techno und Toiletten-Humor. Die andere mag Ballett und schreibt berauschende Love Songs. Der dritte betrachtet die Welt gern durch die Kameralinse und besitzt verborgene Talente als Beatboxer. Gemeinsam haben sie trotzdem etwas. Die Liebe zum Tanz. Der flämische Choreograph Benjamin Vandewalle reflektiert in COMMON GROUND über Vielfalt, Verschiedenheit und Verbindendes. In Kooperation mit Platform K, der Genter Ausbildungsstätte für professionelle Tänzer mit Behinderung, schafft er eine Konstellation, die Konventionen sprengt.
Szenische Lesung | So. 07.04.2019, 18 Uhr
Gabriele Brüning
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Erfolgsgeheimnis? Gibt’s in diesem Fall nicht. Der Grund, weshalb Gabriele Brünings Solo-Performance „Fräulein Else“ im vergangenen Jahr ihr 10-jähriges (!) Jubiläum feierte, liegt auf der Hand: Sie ist einfach fantastisch. Umwerfend facettenreich. Und psychokrimispannend. Arthur Schnitzler hat die zugrunde liegende Novelle 1924 geschrieben, ein paar Jahrzehnte vor der #MeToo-Debatte. Ein unmoralisches Angebot, das die Titelheldin in rasende Empörung, sexuelle Fantasien und das Ringen um Emanzipation stürzt. Brüning belebt diesen Gedankenstrom spielend, lesend, elektrisierend. Ein echtes „Fräulein“-Wunder!
Theater | Do. 11. bis So. 14.04.2019, 20 Uhr, im Anschluss an die Vorstellungen am Donnerstag, Freitag und Samstag bieten Thomas Thieme und Carsten Bender dem Publikum ein Gespräch an.
GLOSTER Productions
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„Meine Schönheit ist meine Seele. Schade, dass meine Seele so furchtbar innerlich ist“. Einer von vielen leuchtenden Sätzen, die der österreichische Dichter und Dramatiker Werner Schwab hinterlassen hat. „Der Dreck und das Gute. Das Gute und der Dreck“ lautet der Titel eines Essays, der „die Säulen der Schwabschen Weltsicht“ markiert. So sieht’s der große Theater-Berserker Thomas Thieme, der als Regisseur fürs Münsteraner Label GLOSTER Productions diesen widerspenstigen Doppel-Text auf die Bühne bringt. Mit Solo-Schauspieler Carsten Bender stemmt Thieme die kampfsportgestählte Selbstbeschau eines „extremen Moralisten, der sich nie zu schade war, sprachlich in alle Tiefen und Untiefen einzutauchen“. Ein Dreikönigstreffen des schonungslosen Ersprechens steht an: GLOSTER, THIEME, SCHWAB!