17.09.2012 – Jennifer von Glahn / Westfälischen Nachrichten: Der Traum vom großen Hafen

Pressespiegel

 

17.09.2012 – Jennifer von Glahn für die Westfälischen Nachrichten
Der Traum vom großen Hafen – »Dicke Pötte« auf der Aa

Künstler Ludger Schnieder ließ die Besucher der Aa zwischen Spiegelturm und Spiekerhof am Samstag den Traum von einem Hafen in Münster träumen. Seine Schiffsbegrüßungsanlage hieß alle fünf Minuten imaginäre Container- und Kreuzfahrtschiffe aus der ganzen Welt mit ihrer Nationalhymne willkommen.

„Wann kommt denn endlich das nächste Schiff vorbei?“, fragen Besucher staunen und bleiben stehen. Mitten auf der Aa, zwischen den Aa-Brücken am Spiegelturm und am Spiekerhof, warteten sie am Samstag auf große Kähne.

Alle fünf Minuten lief ein großer Frachter oder ein großes Clubschiff durch die neue Schiffsbegrüßungsanlage des münsterischen Flüsschens. Gemütliche babyblaue Liegestühle, Kaffee, Musik und hübsche Matrosinnen in Uniform luden Passanten und Bummler zum Bleiben ein und einen genaueren Blick auf die Aa zu werfen.

Oder die Augen am besten für eine Weile ganz zu schließen, denn die großen Tanklaster, Dampfer, Frachter und Co kamen vom Band. Der Künstler, Initiator der Aktion und Leiter des Pumpenhauses, Ludger Schnieder, hatte dafür gesorgt, dass Münster eine eigene Schiffsbegrüßungsanlage bekommt. Die Aufnahmen dafür stammten original vom Willkomm-Höft am Schulhauer Fährhaus bei Hamburg. Dort werden die Schiffe der Welt verabschiedet und begrüßt werden, und ausgebildete Kapitäne können den Gästen Details zu jedem einzelnen Ozeanriesen nennen.

Das Tuten, das Rauschen der Wellen und Wogen sowie das Schreien und Rufen der Möwen war auch in Münster zu hören. Die Fahne der Stadt wehte im lauen Wind, während vom Band die Nationalhymnen des jeweiligen Schiffes dem Aa-Ufer eine einmalige Atmosphäre verliehen. „Es ist eine alte Tradition, die dicken Pötte im Hafen willkommen zu heißen. Wir bringen die kleine schnuckelige Aa so augenzwinkernd der großen weiten Welt nahe“, so Ludger Schnieder über die Aktion. Der Traum vom großen Hafen käme Münsters Traum gleich, eine große Stadt sein zu wollen.

Träumen war an der Schiffsbegrüßungsanlage am Samstag definitiv erwünscht. Während man in Hamburg schon mal mehrere Stunden auf ein ein- oder auslaufendes Schiff warten muss, kam in Münster gleich alle fünf Minuten eins auf der Aa vorbei. Kaffee, Kähne und große Pötte – ein einmaliges Erlebnis im Rahmen der Aktion „1 Aa – Münster im Fluss“.