11.09.2012 – Nina Holdijk / Westfälischen Nachrichten Adam-Riese-Show im Pumpenhaus….

Pressespiegel

 

11.09.2012 – Nina Holdijk für die Westfälischen Nachrichten
Adam-Riese-Show im Pumpenhaus mit Sopranistin, Olympionikin und Insekten

Dass es bei der „Adam-Riese-Show“ kulturelle Köstlichkeiten gibt, ist kein Geheimnis. Dass das aber auch kulinarische Erlebnisse der besonderen Art nicht ausschließt, zeigte sich am Sonntagabend im voll besetzten Pumpenhaus. Auf dem Speiseplan: Heuschrecken in Sojasoße aus dem Wok, zubereitet von „Chefkoch“ Markus Paßlick. „Schmeckt wie Hühnchen“, befanden Riese und seine Assistentin Isabelle Bettmer, die gemeinsam mit den Gästen, der Leichtathletin Tatjana Pinto und der Opernsängerin Henrike Jacob das knackige Getier an die Besucher verteilte.

Zu verdanken hatte man den Gaumenschmaus einem weiteren Talkgast. Heiko Werning, Reptilienforscher, Liedermacher und Geschichtenerzähler, hatte die Heuschrecken beim Händler seines Vertrauens erworben: Bei „Bugs International“. Launig begrüßte Riese sein Publikum zu „einer vierstündigen Podiumsdiskussion zum Thema Schlossplatz“?.?.?. Den Anfang des gemischten Talk-Marathons machte Henrike Jacob, die von den Anfängen ihrer Karriere als Opernsängerin erzählte und ihrer Zeit in Frankreich, wo sie 17 Jahre lebte. „Als Opernsängerin ist man immer am Lernen, am Versuchen“, sagte Jacob, die studierte Lehrerin ist. Ihre Berufung als Sängerin erfüllt sie mit Begeisterung: „Das ist wie die Lizenz zur Verwandlung“, freute sich die sympathische Sängerin, die natürlich auch Kostproben ihres Könnens gab. Nicht nur etwas Klassisches wie „Habanera“ aus Carmen, sondern auch eine Jazznummer, die ebenfalls toll beim Publikum ankam. Für Lacher sorgten Bilder aus ihrer Schulzeit, denn da hatte man der jungen Schülerin eine Brille verpasst, die lange Zeit im deutschen Fernsehen zu bewundern war: „Deine Eltern waren Derrick-Fans, oder?“ warf Riese ein. Dann wurde es sportlich: Tatjana Pinto, Olympiateilnehmerin aus Münster, berichtete von ihrer Zeit in London. „Mit 80?000 Besuchern im Stadion, das war schon eine super Atmosphäre“, blickte die 20-jährige Sprinterin zurück. Und auch, dass die Teilnahme für sie überraschend kam: „Ich hatte ja den Trainer gewechselt und nicht erwartet, dass es so schnell geht. Ich habe mit der Teilnahme 2016 in Rio geliebäugelt.“ Den Abschluss der heiteren Talkshow bestritt Werning, der Lieder zum Besten gab und einen seiner Texte vorlas – und dies bewusst: „Ich habe in der Schule lesen gelernt. Diese Fähigkeit will ich auch ausspielen.“ Dabei wurde deutlich, dass Werning ein sehr ambivalentes Verhältnis zu Brotbackautomaten und Mineralwasserbereitern hat, vor allem aber zu Rollkoffern. Und er gab einen Einblick in das Paarungsverhalten des Nasenfroschs, bei dem sich vor allem das Weibchen als nicht zimperlich erweist: „Die treten den männlichen Vertreter kräftig mit dem Hinterbein, um die Standfestigkeit des Partners zu testen. Starke, moppelige Männchen kommen da einfach besser an?.?.?.“ Wie immer sorgten Markus Paßlick und seine Original Pumpernickel für den passenden musikalischen Rahmen.