11.09.2012 – Helmut Jasny / Münstersche Zeitung: Skurriles in der Riese-Show

Pressespiegel

 

11.09.2012 – Helmut Jasny für die Münstersche Zeitung
Skurriles in der Riese-Show: Maden aus dem Automaten

Von Hiltrup in den Berliner Wedding hat ihn 1991 eine Reise geführt. Seitdem lebt er in der Hauptstadt, und wenn Besuch aus der alten Heimat kommt, zeigt er den Gästen die Attraktion vom Kiez – einen Maden-Automaten, aus dem man für zwei Euro eine Handvoll dieser Tierchen ziehen kann.

Das ist praktisch, zumindest für Heiko Werning. Der ist Reptilienforscher und Besitzer von 40 Leguanen, und da braucht man wohl öfter entsprechendes Futter. Das Publikum der Adam-Riese-Show im Pumpenhaus zeigte sich amüsiert. Doch das mit den Reptilien ist nur eine von Wernings zahlreichen Professionen.

Nach seinem Studium, Fachgebiet Technischer Umweltschutz, das er nach 40 Semestern erfolgreich abgebrochen hat, machte er sich auf Berliner Lesebühnen mit herrlich komischen Geschichten einen Namen.

Gebratene Heuschrecken

Seit kurzem singt Werning auch noch. Über das Älterwerden zum Beispiel, während sich die Welt um ihn herum immer jugendlicher gibt. Eine Demonstration seines musikalischen und erzählerischen Talents lieferte er live, während Showband-Chef Markus Paßlick in einer Bratpfanne Heuschrecken brutzelte – skeptisch beäugt vom Publikum, das anschließend kosten durfte.

Ist Werning einst von Münster weggezogen, um sein Glück zu suchen, ist Henrike Jacob den umgekehrten Weg gegangen. Die aus dem Saarland stammende Opernsängerin kam vor vier Jahren an die Städtischen Bühnen, wo sie seitdem in zahlreichen Rollen brillierte.

Tierschutz statt Traviata?

Dabei wollte sie ursprünglich Tierschützerin werden und in Afrika Elefanten retten. Dann ging sie aber erst einmal nach Frankreich, wo sie ihren Mann kennen lernte. Dass die Entscheidung, Gesang zu studieren, richtig war, bewies sie in der Show mit der Habanera aus „Carmen“ – begleitet von Bongos, Bass und Vibrafon.

In Sachen Gesang ist von Tatjana Pinto nichts überliefert. Dafür ist die 20-jährige Leichtathletin so schnell, dass sie 2012 mit der 4 x 100-Meter-Staffel Europameisterin wurde und bei den Olympischen Spielen einen respektablen fünften Platz belegte.

London sei „ein Hammer“ gewesen, erklärte sie auf jugendlich-charmante Art und demonstrierte ihren neuen Laufstil, der sie noch ein paar hundertstel Sekunden schneller macht. Auch ihr Weg war nicht ganz geradlinig. Vor der Leichtathletik habe sie Ballett, Schwimmen und Volleyball ausprobiert.