23.01.2012 – Arndt Zikant / Westfälischen Nachrichten: Adam Riese feierte das fünfjährige Bestehen seiner Prominenten-Show im Pumpenhaus

Pressespiegel

 

23.01.2012 – Arndt Zikant für die Westfälischen Nachrichten
Adam Riese feierte das fünfjährige Bestehen seiner Prominenten-Show im Pumpenhaus

Süß ist das kleine Törtchen mit fünf Kerzen, das die Assistentin Isabelle am Schluss überreicht. Der Schlaks im Smoking wirkt ganz gerührt, als er alle Fünfe feierlich auspustet. Doch wer Adam Riese heißt, eine Talkshow gleichen Namens hat und ein wandelndes Lexikon für Münster-Nostalgie ist, darf schon nach fünf Jahren feierlich werden.

Am Sonntag war alles wie immer und doch ein bisschen besser. Wie ein Kindergeburtstag für die Großen, der im rappelvollen Pumpenhaus viel Laune machte. Ratespiele, Dönekes und tolle Songs, begleitet von Markus Paßlick und seinen „Original Pumpernickeln“. Special Guest Star: Professor Dr. Götz Alsmann, Paßlicks sonstiger Bandleader und Rieses Spezi aus alten „Odeon“-Zeiten.

Aber Adel verpflichtet – so gehörte das erste Wort Lo Graf von Blickensdorf. Als Kind wollte er Picasso werden, später hieß sein Motto: „Werden Sie doch einfach Graf!“ Wie das geht, hat der Wahl-Berliner in seinem gleichnamigen Buch beschrieben. Echter Adel ist in Deutschland eh abgeschafft. Falscher aber kann Türen öffnen und Kassen klingeln lassen, wie der Silberstock-Benutzer grinsend erzählte. Bis 1983 hat er in Münster gemalt und an der Weseler Straße eine Galerie gehabt. Dort kaufte Peter Maffay das einzige Bild seines Lebens. Ein Schenkelklopfer aber war Blickensdorfs Korrespondenz mit Guido Westerwelle 2005, in dessen Partei er (damals arbeitslos) einzutreten begehrte, um Minister zu werden und die stolze „FDP-Grafen-Tradition“ fortzusetzen.

Die Berliner Radio- und Fernsehmoderatorin Silke Super ist in Münster aufgewachsen. Sie plauderte frisch vom Musik- und Mediengeschäft und konnte mit unfassbarer Treffsicherheit die Berufe ihr unbekannter Münster-Promis erraten.

Und sie sang ein Duett mit Götz Alsmann, der natürlich zum Finale auf die Couch kam. Auch hier schwärmte er wieder von dem legendären Pariser Tonstudio, wo seine neue Platte aufgenommen wurde. Wo noch das verschlissene Gainsbourg-Sofa seht, wo Charles Aznavours Flügel vor sich hin staubt. Die Alsmann-Band gab sich dem Savoir-vivre hin („Austern bis zum Eiweiß-Schock!“). Nun musste der Bonvivant zwischen Münster und Seine-Metropole im Showtest entscheiden: Prinzi oder Champs-Elysées? („Nur füllige Touristinnen in Leggings“) Töttchen oder Frosch-Schenkel? Riese- oder Gainsbourg-Sofa? Auch wenn’s wehtat: Der Sieg der Heimat war für den Berufsmünsteraner Pflicht.