22.01.2012 – Heiko Ostendorf / Münstersche Zeitung: Cactus Junges Theater feiert 20. Geburtstag

Pressespiegel

 

22.01.2012 – Heiko Ostendorf für die Münstersche Zeitung
Cactus Junges Theater feiert 20. Geburtstag: „Wie eine Entkalkungstablette“

Party, Party Party: Das Cactus-Theater feierte den 20. Geburtstag im Pumpenhaus. Es gab dreieinhalb Stunden lang Show und Talk. Und die Erklärung, warum sich Cactus eigentlich mit „C“ schreibt.

Sie sind an berühmten Schauspielschulen, schlagen sich als freie Schauspieler durch oder drehen erfolgreich Filme. Wer in jungen Jahren seine ersten Bühnenschritte beim Cactus Junges Theater absolviert hat, findet durchaus den Weg in die professionelle Ausübung der darstellenden Künste.

Wie Marlena Keil, die mittlerweile am Max-Reinhardt-Seminar in Wien studiert. Darauf kann Cactus-Gründerin Barbara Kemmler bei der Geburtstagsfeier am Freitagabend im Pumpenhaus zum 20. Geburtstag von Cactus besonders stolz sein.

Geburtstagshütchen

Es gibt an diesem Abend nicht nur Talkrunden – sympathisch moderiert von Theaterpädagogin Judith Suermann und Sarah Häuser. Fast drei Stunden lang zeigen die „Kakteen“, was sie können: rappen, tanzen, singen, schauspielern. „Alte Kakteen“ wie Tilman Rademacher stellen in einer schelmischen Performance ihr unter Kemmlers Führung entwickeltes Bühnentalent unter Beweis. Der münstersche (Film-)Regisseur und Darsteller erheitert zum Beispiel scheinbar angetrunken in einem Kakteen-Kostüm die Zuschauer – wobei die Stacheln Geburtstagshütchen sind. Die Tanzformation Notik von Bruno de Carvalho „fliegt“ über die Bühne. Ausschnitte aus dem aktuellen Stück „Die Frau, die Reverend Kreon erschoss“ und „2+X Welten“ bieten einen Eindruck von der hochwertigen Arbeit. Aber auch lang gehegte Fragen werden beantwortet: Warum schreibt sich Cactus mit „C“? „Weil es besser aussieht“, flachst Kemmler und fügt hinzu: „Das wirkt internationaler.“

Leidenschaft und Herzblut

Denn schließlich ist Cactus in der ganzen Welt unterwegs, von Nordnorwegen bis zum Kongo. Und die internationalen Kooperationen gehen weiter, verspricht die Leiterin, die sich 2004 Alban Renz an die Seite geholt hat. „Leidenschaftliche Hingabe“ attestiert Bettina Milz vom Ministerium für Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen, dem Führungsduo. Und Dr. Andrea Hanke, Münsters Kulturdezernentin, spricht vom Herzblut, mit dem Kemmler und Renz ihre Arbeit machen und immer wieder um finanzielle Unterstützung werben.

Einig sind sich die Festredner, dass Kemmler „Pionierarbeit“ geleistet hat, indem sie Jugendliche aus allen sozialen Schichten erreicht. Dass das Ergebnis dieser Arbeit frischen Wind ins Pumpenhaus bringt, findet auch Theaterchef Ludger Schnieder: „Cactus funktioniert wie eine Entkalkungstablette in einem Heißwasserbereiter.“