09.05.2011 – Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten: Je 333 Euro Preisgeld für drei Sieger

Pressespiegel

 

09.05.2011 – Isabell Steinböck für die Westfälischen Nachrichten
Je 333 Euro Preisgeld für drei Sieger

Im Tennisdress springt die Tänzerin über die Bühne, holt weit mit den Armen aus. Ulrike Reinbott kämpft gegen eine unsichtbare Gegnerin; in ihrem 5-Minuten-Solo ist sie in die Rolle von Tennislegende Steffi Graf geschlüpft, mal als Siegerin, mal in Verliererposition. „Brief an Steffi“ ist eine von insgesamt 20 Kurzchoreografien, die beim ersten Tanzwettbewerb „Fünf Minuten – Das beste Münsteraner Tanzsolo“ im voll besetzten Pumpenhaus zu sehen waren. Für ihr dramaturgisch wie tänzerisch ausgereiftes Tanztheater-Stück hat Ulrike Reinbott, die schon mit Samir Akikas „Unusual Symptoms“ auf der Bühne stand, einen der drei Jury-Preise gewonnen.

Eigentlich hätten es ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis werden sollen, doch die Entscheidung fiel der dreiköpfigen Jury schwer. Zu unterschiedlich seien die Genres gewesen, erklärte Jurymitglied Christiane Winter, bekannt als Leiterin des Festivals „Tanztheater International“ in Hannover. Gemeinsam mit Mark Sieczkarek, Tänzer und Choreograf, sowie Christa Reißmann vom Tanztheater Hagazussa hat sie sich daher entschlossen, den Preis in drei gleiche Teile zu teilen.

Neben Ulrike Reinbott wurde Katharina Drobny, Tanzpädagogin an der Ballettschule Heidi Sievert, der mit je 333 Euro dotierte Preis für ihre versiert getanzte, zeitgenössische Tanzperformance „Wo komme ich her, wo gehöre ich hin?“ verliehen. Die dritte Auszeichnung ging an Tarek Naboulsi von der Hip Hop Academy für sein szenisch wie tänzerisch gelungenes Stück „Not a Normal Human Being“. Über den undotierten Publikumspreis freute sich Katrin Banse, die eine humorvolle Marilyn Monroe-Persiflage zeigte.

Die Bandbreite der überwiegend professionellen Tänzer reichte von Hip-Hop und Breakdance, darunter der mitreißende Bruno de Carvalho von Rebeltanz, über tänzerische Jonglage (Lars Fernholz) und kunstvollen Stepptanz (Tobias Karsten) bis hin zu zeitgenössischem Tanz und Tanztheater-Produktionen, wie Gabrio Gabriellis charmantem Stück über seine erfolglose Wohnungssuche in Münster. Unterhaltsam und kurzweilig ging der dreieinhalbstündige Wettbewerb über die Bühne; die Teilnehmenden bewiesen bei diesem Wettbewerb durchweg Niveau und legten ein kreatives Potenzial vor, das sich sehen lassen kann – im nächsten Jahr hoffentlich wieder.