09.05.2011 – Helmut Jasny/ Münstersche Zeitung: Wer tanzt am besten?

Pressespiegel

 

09.05.2011 – Helmut Jasny für die Münstersche Zeitung
Wer tanzt am besten?

Der Wettbewerb „Fünf Minuten“ im Pumpenhaus kürte drei Solisten zu Siegern

Mit Vielfalt hatten die Veranstalter geworben, und die Rechnung ging auf. Modern Dance, Performance, Streetdance, Stepptanz, Jazz Dance – so ziemlich alles war beim münsterschen Tanzwettbewerb „Fünf Minuten“ am Samstag im überfüllten Pumpenhaus zu sehen.

20 Solisten traten mit selbst entwickelten Choreografien gegeneinander an. Jeder hatte fünf Minuten Zeit, und nach dreieinhalb ebenso abwechslungsreichen wie unterhaltsamen Stunden standen die Sieger fest.
Gerade die Vielfalt der Darbietungen habe es der Jury nicht leicht gemacht, erklärte Sprecherin Christiane Winter. Aus diesem Grund hatte man beschlossen, gleich drei erste Preise zu vergeben, jeder mit 333 Euro dotiert.

Katharina Drobny, die mit fünf Jahren aus Polen nach Deutschland kam, überzeugte mit einer raumgreifenden Choreografie mit dem Titel „Wo komme ich her, wo gehöre ich hin“.

Tarek Naboulsi widmete sich mit „Not A Normal Human Beeing“ dem Hiphop, den er mit zackigen Robot-Elementen ausschmückte. Ulrike Reinbott löste in ihrem „Brief an Steffi“ die Grenzen zwischen Pantomime, Tanz und Tennis auf. Als quasi kabarettistische Einlage gebar sie dann noch einen Tennisball, den sie wie ein Baby umsorgte. Darüber hinaus wurde ein Publikumspreis vergeben. Er ging an Katrin Banse, die in ihrem rasanten Solo die Macho-Attitüden einer hormongesteuerten Männerwelt aufs Korn nahm.

Wohnung gesucht

Aber auch die nicht ausgezeichneten Beiträge konnten sich sehen lassen – sowohl durch Können wie auch durch Originalität. So interpretierte Bruno de Carvalho in „Hunger auf Beats“ den Tanz als lebenswichtige Nahrung, während der Wohnung suchende Gabrio Gabrielli seine Performance als Immobilien-Inserat gestaltete. Robert Sabanovic durchlief in „Speed Waiting“ die emotionalen Zustände eines versetzten Verehrers, Jennifer Ocampo Monsalve gab der klassischen Formensprache des Modern Dance eine individuelle Note, und Judith Suermann präsentierte ijgre Haare als eigenständigen Körperteil. Der gute alte Stepptanz erfuhr durch Tobias Karsten eine wohltuende Verjüngung, und Lars Fernholz verschmolz in seiner Darbietung Jonglage mit Tanz.

Ebenfalls zum Gelingen des Abends trugen Johannes Fundermanns professionell-charmante Moderation und die Einlagen der Cheerleader-Truppe der Münster Mammuts bei.