15.03.2011 – Marian Schäfer / Westfälischen Nachrichten: Am Ende stirbt die schöne Assistentin

Pressespiegel

 

15.03.2011 – Marian Schäfer für die Westfälischen Nachrichten
Am Ende stirbt die schöne Assistentin

Am Ende muss auch noch ein Mensch sterben: die schöne Assistentin Isabelle, die nichts verbrochen hat, außer die Gäste mit Wasser und Pumpernickel zu versorgen. Stark verdächtig macht sich außer Adam Riese auch Jean-Claude Séferian, der in der Rolle des Gärtners nicht nur im Verdacht steht, mit allem in die Kiste zu hüpfen, was bei drei nicht auf den Bäumen ist, sondern eben auch, diesen schrecklichen Mord begangen zu haben.

„Liebe auf Pump“ hieß die Telenovela, die Markus Paßlick(Leiter der Pumpernickel-Showband) noch am Tag zuvor verfasst hatte und das Ende der ersten „Adam RieseShow“ des Jahres markierte. Sie brachte alle Gäste zusammen: Gisa Pauly, die sich als Krimi- und Drehbuchautorin („Sturm der Liebe“) bestens mit Telenovelas auskennt; El Bosso alias Markus Seidenstricker, der mit „El Bosso und die Pingpongs“ nicht nur den deutschsprachigen Ska etablierte, sondern hauptsächlich als Theaterschauspieler sein Geld verdient; und schließlich Jean-Claude Séferian, Sänger, studierter Pianist und Meister klassischer Chansons, den man sich seit Sonntagabend auch gut in seichten Nachmittagssendungen vorstellen kann.

Es war eine gute Auflage der „Riese Show“, aber keine herausragende. Der Showmaster war wieder gut auf seine Gäste vorbereitet. Stellenweise war er aber zu sehr Stichwortgeber für seine Gäste. Dem eigenen Anspruch, sich – anders als die Wills und Kerners im Land – noch wirklich für sie zu interessieren, wurde Adam Riese nicht immer gerecht – zu viel Routine war im Spiel.

Nichtsdestotrotz konnten die Zuschauer viel erfahren, von Séferian, der in Beirut geboren wurde, in Nizza klassische Musik studierte, in Paris seine heutige Frau Christine kennenlernte, die mit ihm eigentlich nur ihren Ex-Freund eifersüchtig machen wollte und schließlich der Grund war, weshalb Séferian nach Münster kam. Im April feiert er sein 30-jähriges Bühnenjubiläum, und am liebsten knutscht er seine Frau während eines Auftritts – das verriet das erste Spiel.

Krimiautorin Pauly, geboren 1947 in Gronau, im Alter von zwei Jahren nach Münster gekommen, musste hingegen bei „Münster-Klick“ á la Dalli Dalli neben dem Friedenssaal noch den Zwinger, Leonard Lansink und die Skulptur „Toleranz durch Dialog“ erkennen und erzählen, wie sie („Es macht Spaß, zu morden.“) mit Kurzkrimis und Lovestorys das erste Geld verdiente, nachdem sie den Job der Berufsschullehrerin geschmissen hatte („Disziplinlosigkeit, Gewalt und Ausländerfeindlichkeit“).

Zurückversetzt in die Schule muss sich auch El Bosso gefühlt haben, der aufsagen musste, was in der Show passiert war, wo Séferian seine Frau traf und wer in den Pauly-Krimis die Mörder überführt. Und zugeben musste, erfolglos an einem Wettbewerb für „Kit Kat“-Werbevideos teilgenommen – und eineDunstabzugshaube gespielt zu haben.