30.11.2010 – Helmut Jasny / Münsterschen Zeitung: Adam-Riese-Show: Schwaben können Masematte

Pressespiegel

 

30.11.2010 – Helmut Jasny in der Münsterschen Zeitung
Adam-Riese-Show: Schwaben können Masematte

Auf die Frage, was er in einem Formular als Berufsbezeichnung eintragen wurde, antwortet er nach kurzem Zögern „Kaufmann“ und fügt erklärend hinzu, „weil das nicht geschützt ist“. Tatsächlich treibt sich Ralf Plaschke in unterschiedlichen Metiers herum, seit er in Münster sein Studium an den Nagel gehängt hat.Von Helmut Jasny

Zunächst war er Sänger der Punkband R.A.F.Gier, mit der er es noch vor dem Mauerfall zu einem Auftritt in Ostberlin geschafft hat. Dann hat er in Köln die Popkomm mitbegründet, einen Internetauftritt für die Kelly Family gebastelt und ein Fachbuch über Tischfußball geschrieben. Eine Band hat er heute auch wieder, die Silk Rabbits, die bekannte Songs covert, was er mit einer schwungvollen Interpretation von „Hurt“ dann auch unter Beweis stellt – begleitet von Markus Paßlick und seinen Original Pumpernickeln. Denn ohne Musik geht gar nichts bei der Adam Riese Show am Sonntag im Pumpenhaus.

Als ähnlich umtriebig erweist sich der zweite Gast. Der gebürtige Sauerländer Oliver Pauli kam zu Studium nach Münster und machte hier nicht nur als Unternehmensberater Karriere, sondern auch als Protagonist des Improvisationstheaters Placebo, bei dem er gerne mal barfuß in Mausefallen tritt.

Kleine Mäxe im Zoo
Außerdem versteht er es, auf Spanisch, Japanisch und Niederländisch zu plaudern, ohne diese Sprachen wirklich zu sprechen. Auch beim Münster-Quiz macht er eine gute Figur, ganz im Gegensatz zu Plaschke, der die Kabarettgruppe „Die Kleinen Mäxe“ als Affenzwillinge im Allwetterzoo einordnet.

Aus dem Münster-Tatort kennt man Friederike Kempter als Kommissaranwärterin Krusenstern. Bei Adam Riese auf dem Sofa lernt man die zierliche Frau als große Faxenmacherin vor dem Herrn kennen. Einen Sketch aus Anke Engelkes „Ladykracher“, wo sie auch mitmischt, erzählt sie so anschaulich, dass die Nacherzählung lustiger ist als der Sketch selbst. Singen kann sie auch, und wenn sie den Text vergisst, überspielt sie das mit einer kessen Tanzeinlage.

Sogar beim Masematte-Test ist die gebürtige Schwäbin erfolgreich, indem so solange zwischen den Antworten hin und her springt, bis die richtige dabei ist. Und als die Show nach drei Stunden mit einer Improtheater-Einlage zuende geht, war das wieder so ein richtig schöner Abend.