19.09.2010 – Peter Sauer / Münstersche Zeitung: Interview mit Nathalie Licard: Es muss prieckölnnn!

Pressespiegel

 

19.09.2010 – Peter Sauer für die Münstersche Zeitung
Interview mit Nathalie Licard: Es muss prieckölnnn!

Sie kündigt die „Arald Schmidt Show“ an und lässt es „prieckölnnn“ im Bauchnabel. Ob als Mitarbeiterin bei der Late Night Show mit Harald Schmidt oder als Sprecherin einer Bierreklame: Der französische Akzent von Nathalie Licard lässt Männerherzen höher schlagen. Am 26. September (Sonntag) ist die Französin in der Adam Riese Show im Theater im Pumpenhaus zur Gast.

Warum kamen Sie nach Deutschland?Ich hatte mich in einen Typen einer Plattenfirma verliebt. Doch als ich in Köln angekommen war, verflog die Liebe schnell. Aber nun wollte ich Deutschland kennen lernen.

Konnten Sie denn Deutsch?Gar nicht. Die ersten Tage waren Katastrophe pur: keine 20 Wörter Deutsch. Die Deklination ist für mich unzumutbar. Verstehe ich nicht, dass man sagt „Das Mädchen“ – so wie ein Neutrum. Im Showbusiness hatte ich mit meinem Sprachniveau eine Chance, woanders hätte ich es nicht geschafft. Aber isch abe süperviel Spaß ier.

Eines ihrer deutschen Lieblingswörter ist „Schlompäh“ (Schlampe). Warum?Das Wort Schlampe hat für französische Ohren ein schönes Klanggewicht, eine schöne Bewegung, es klingt süß.

Sie fingen 1997 bei Harald Schmidt als Praktikantin an. Wie viel Kaffee mussten Sie kochen?Nicht so viel. Arald ließ mich erst Möbel aufbauen und platzierte mich später ausgerechnet in der Telefonzentrale, haha.

Was war Ihr größter Fauxpas?Günther Jauch rief an, wollte fünf Karten bestellen. Ich kannte den nicht, erwiderte erbost: Monsieur, was stellen Sie sich vor? Fünf Karten so kurz vor der Show, das geht nicht!

Wie war das denn nun mit dieser prickelnden Weizenbier-Reklame?Die habe ich nur am Anfang gesprochen, weil die Sponsor der Show waren. Später haben die meine Stimme gegen irgendeine Pariser Hausfrau ausgetauscht.

In Frankreich hatten Sie Literatur studiert, Problemkinder betreut und ein Tonstudio …Jaja, wir produzierten New Age Musik, doch es ging alles schief – merde!

Warum brachte Ihnen dann ein Teppichboden berufliches Glück?„Schade, dass es keinen Teppichboden gibt“ hieß eine Radiocomedy, bei der ich mitmachte. Die Redewendung bedeutet: Schade, dass es keinen Teppichboden gibt, sonst würde ich mich auf ihn rollen vor lachen. Als ich ein Sexualhoroskop präsentierte, rügte mich meine Mutter: „Wegen dir kann ich nicht auf den Markt gehen. Alle sagen: Ihre Tochter, o là là !“

Bei Harald Schmidt arbeiten Sie nicht mehr. Warum?Nach zehn Jahren wollte ich was Neues zu machen. Ich bin jetzt Mitglied im Rateteam der Sendung „Dings vom Dach“. Mit Arald habe ich eine gute Freundschaft.

Was gefällt Ihnen an Münster?Es ist ein tolles Fahrradparadies. Ich habe nämlich kein Auto. Fahrradanhänger und Radwege, das gibt’s in Frankreich nicht. Ich bin neugierig auf Münster. Und ich liebe den Käse „Le Petit Münster“.

Den was?Haha. Der Münsterkäse kommt aus Münster, französisch Munster, im Münstertal in den Vogesen. Er wurde von den Benediktinermönchen erfunden und schmeckt prima.

ZUR SACHE Karten für die Adam Riese Show zu 15, ermäßigt 9 Euro, gibt es im Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, Tel. (0251) 23 34 43. Showgäste bei Adam Riese sind neben Nathalie Licard Hans-Martin Stier und Romy Camerun. Termin: Sonntag, 26. September, 19 Uhr.