17.09.2010 – David Ari Nadkarni / Westfälischen Nachrichten: Klares Statement zu „Statements“

Pressespiegel

 

17.09.2010 – David Ari Nadkarni für die Westfälischen Nachrichten
Klares Statement zu „Statements“

„Der Vulkanausbruch auf Island im Frühjahr hat uns viel Geld und beinahe mehrere Auftritte gekostet“, erinnert sich Ludger Schnieder, Intendant des Theaters im Pumpenhaus. Manche Künstler konnten nicht abreisen, andere saßen am Flughafen fest und hofften auf einen Flieger nach Deutschland.

Eine Künstlerin habe sogar ein Taxi aus Portugal genommen, um es rechtzeitig nach Münster zu schaffen. Immerhin: Keine der Aufführungen des Festivals „Statements“, mit dem das Theater im Pumpenhaus sein 25-Jähriges feierte, wurde abgesagt.

 

Schnieders Rückblick auf das Festival beginnt allerdings mit einer kleinen „Katastrophe“: Am 17. April, als das „Birdwatcher Breakfast“ das Festival eröffnen sollte, brach eine Stunde vor Beginn der Transporter zusammen, der das Frühstück in die Rieselfelder schaffen sollte. Ohne die Hilfe eines zufällig vorbeifahrenden Transportfahrers wäre der erste Programmpunkt des Festivals wohl ins Wasser gefallen.

Immerhin 241 Künstler aus 14 Ländern waren an den 73 Festival-Veranstaltungen beteiligt. Zu sehen waren bis Mitte Juni Gruppen aus Münster wie RedArt, Titanick oder Cactus Junges Theater, aber auch Produktionen aus New York und Tokyo. Bei der Auswahl der Gastspiele schaute das Pumpenhaus, so Schnieder, nicht auf Genres, sondern auf Qualität. Dadurch waren unter den 15.000 Zuschauern auch Neulinge, die das Pumpenhaus sonst eher nicht erreicht, wie Schnieder erklärte.

Im Juni 2009 hatte der Theaterleiter nach eigenen Worten das Festival aus Geldmangel schon für sich abgeschrieben, aber die fehlenden 60.000 Euro vom Land NRW wurden dem Projekt schließlich doch noch zugesprochen – eine Woche vor Weihnachten. Für die Planung der viel gelobten Veranstaltungsreihe blieben somit keine vier Monate.

„,Statements ist ein Festival, das die Messlatte sehr hoch setzt“, sagte Schnieder mit Blick auf die Qualität und Intensität des Gebotenen. „Das ,Kulturgebiet Münster 2010 hat dagegen den Sexappeal einer aufgeblasenen Exceltabelle“, lautet Schnieders Seitenhieb auf andere Festivals dieser Größenordnung.

Ob ein Tanz- und Theaterprojekt wie „Statements“ in absehbarer Zeit wiederholt werden kann? „Nein“, sagt Schnieder. Denn durch Regelmäßigkeit gehe das Spezielle verloren.