17.09.2010 – Sabine Müller / Münstersche Zeitung: Pumpenhaus trockengelegt

Pressespiegel

 

17.09.2010 – Sabine Müller für die Münstersche Zeitung
Pumpenhaus trockengelegt

Theatersanierung

Das Theater im Pumpenhaus war total nass. Bei starkem Regen staute sich das Abwasser in den Lichtschächten und überflutete die Garderobe zweimal jährlich, in den Fundamenten nistete die Feuchtigkeit, der Glasanbau rostete, nachdem in einer Silvesternacht in den 90ern ein Auto hinein gebrettert war und die Metallkonstruktion verbog und porös machte.

In den Theaterferien wurde das Haus für 200 000 Euro renoviert. Das Geld stammt aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. Die Fundamente wurden trocken gelegt, die Drainagen erweitert. „Damit ist das Gebäude langfristig gesichert“, so Theaterleiter Ludger Schnieder gestern bei einer Gebäudebegehung.

Zudem steht hinter dem Haus der Rohbau für einen neuen, 50 Quadratmeter großen Lagerraum, der in etwa drei Wochen fertig sein wird. Auch die Auffahrt wurde befestigt und für Lkw befahrbar gemacht. Hier können anreisende Ensembles ihr Equipment anliefern und den Raum sogar als Lkw-Garage nutzen. Die vier verrosteten Übersee-Container, in denen bislang Bühnenbilder lagerten, sind Geschichte.

Neues Glasfoyer

Neu ist auch der Glasanbau mit Tür an der nördlichen Gebäudeseite. „Wir überlegen, ob wir den Haupteingang hierhin verlagern“, so Schnieder. „Wir werden ausprobieren, wie praktikabel das ist.“ Das neue Glas-Foyer sollte eigentlich zum Spielzeitstart vorgestern fertig sein, doch die Bauarbeiten verzögern sich um drei Wochen: Starkstromkabel mussten aufwändig umverlegt werden.

Rückblick auf Statements

Zum Spielzeitbeginn gab es aber auch einen Rückblick. Schnieder zog Bilanz des Statements-Festivals, mit dem das Pumpenhaus von Mitte April bis Mitte Juni seinen 25. Geburtstag feierte. 80 Veranstaltungen wurden in 58 Tagen gestemmt. Mehr als 15 000 Besucher kamen: Das sind so viele wie sonst im ganzen Jahr. „Wir haben uns bei der Auswahl der Stücke nicht um Genregrenzen geschert, sondern nur auf Qualität gesetzt, und das Konzept ist aufgegangen“, so Schnieder. „Wir haben Zuschauerkreise erreicht, für die das Pumpenhaus sonst viel zu stark Off-Theater ist.“

Komplimente von der Ruhr.2010
Komplimente habe es von Zuschauern, Künstlern und von der Führungsriege von Ruhr.2010 gegeben, erzählt Schnieder. Nachträgliche Beweise für die hohe Qualität des Programms gab es auch: Viele Produktionen erhielten Preise und wurden direkt von Münster aus zu internationalen Festivals eingeladen.

Gekostet hat das Festival 263 000 Euro, finanziert von der Provinzial, der Sparkasse, privaten Sponsoren und dem Land.