13.11.2009 – Ballettschule Heidi Sievert: Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten: „Tonnenweise Tanz“

Pressespiegel

 

13.11.2009 – Ballettschule Heidi Sievert: Isabell Steinböck / Westfälischen Nachrichten
„Tonnenweise Tanz“

Münster – Tonnen und Tanz können wunderbar miteinander harmonieren, dies gilt zumindest für die Aufführung der Förder-Schülerinnen von Heidi Sieverts Ballettschule. 24 jungen Tänzerinnen im Alter von 14 bis 18 Jahren bieten die sonst eher plumpen Gebilde als Requisiten nicht nur Möglichkeiten, sondern auch einen künstlerischen Rahmen und sind so namensgebend für einen Tanzabend, der einen Mix aus Klassischem Ballett, Hip Hop, Modernem Tanz und Jazztanz präsentierte.

Eröffnet wurde „Tonnenweise Tanz“ im Pumpenhaus von Hannah Schattenberg, Helena Igel und Nora Scherzer, die mit weißen Handschuhen und kurzen Hosen wie Kobolde aus ihren Tonnen stiegen und eine fröhlich-verspielte Choreografie zeigten. Aus Blech sollten die Tonnen am Ende wiederkommen – dann allerdings als Trommeln im „Wüstensturm“.

„Eigenwerk 2009“ nennt Ballettschulleiterin Heidi Sievert den Tanzabend, denn sie ermöglichte es ihren Schülerinnen, alles selbst zu produzieren: von der Choreografie über den Tanz bis hin zu Kostümen und Requisiten. Eine starke Leistung, die nicht nur Tanztechnik und musikalisches Verständnis erfordert, sondern auch Organisationstalent, Zeitmanagement und nicht zuletzt Teamgeist.

Letzteres dürfte vor allem in den großen Ensemble-Stücken vonnöten gewesen sein, dabei sind gerade diese von besonderer Ausstrahlungskraft. „Exclamatio“ (Choreografie: Isabel Bernhard) und „Wüstensturm“, choreografiert von Friederike Klodwig und Lena Schattenberg, sind zeitgenössische Tanzstücke mit bis zu 15 Tänzerinnen, in denen der Raum sinnvoll genutzt wird, choreografische Variationen gelungen aufeinander abgestimmt sind und gerade dadurch eine mitreißende Dynamik erfolgt. Dasselbe gilt für das Finale in Bollywood-Manier, eine Choreografie, die wie keine andere die Freude am Tanz vermittelte. Schade, dass diese nicht als ausgearbeitetes Tanzstück auf die Bühne kam.

Bemerkenswert ist auch das Solo „a-way“ von Charlotte Petersen, die inhaltlich wohl konkreteste Choreografie des Abends, gelingt es der jungen Tänzerin doch, einen Spannungsbogen aufzubauen und Gefühle, wie Fernweh, Liebe und Zerrissenheit, in Tanz zu übersetzen.