25.01.2009 – Westfälische Nachrichten – Bernd Liesenkötter: Die Unterhaltung lebt!

Pressespiegel

 

25.01.2009 – Westfälische Nachrichten – Bernd Liesenkötter
Die Unterhaltung lebt!

Münster. Die Samstagabendshow lebt. Sie darbt nicht, sie geht nicht unter – nein, sie sprüht nur so vor Leben. Adam Riese, Münsteraner Show-Biz-Urgestein, zeigt seit fast einem Jahr in regelmäßigen Abständen, was gute Abendunterhaltung ist.
Jüngstes Beispiel am vergangenen Samstag: Einlass ganz klassisch um 20 Uhr, bis auf den letzten Platz gefülltes Pumpenhaus, satirisch-neckende Stand-up-Einlage als Warm-up und darauffolgend drei Stunden kontrastreich-heiteres Showprogramm mit mal wieder hochinteressanten Gästen.
Den Anfang machte ein echter Münsteraner, Uwe Köhler, dessen „Theater Titanick“ allerdings mittlerweile Menschen auf der ganzen Welt begeistert. Mit interessierten und interessanten Fragen brachte Showmaster Adam Riese neben vielen persönlichen Details auch heraus, wie das Theater Titanick entstanden ist. Im Jahr 1990, im Schlosspark des Wasserschlosses „Haus Stapel“, von dem übrigens auch die überaus charmante Assistentin Isabelle stammt, starteten die ersten Proben für das fantastische Stück „Titanick“. Aus dem Stück ist mittlerweile ein Ensemble geworden, das zahlreiche Stücke inszeniert hat, immer wieder mit beeindruckenden Konstruktionen, reich an audio-visuellen Effekten und in nicht geringem Maße spektakulär.
Einen kleinen Eindruck des Spektakels Titanick erlebten die Zuschauer im Pumpenhaus, als Claire Howells, die Titanick-Mitbegründerin und Ehefrau von Uwe Köhler, die Bühne zum Talk betrat. Wobei betrat nicht ganz exakt beschrieben ist – Titanick-gleich erschwebte sie die Pumpenhausbühne in einer echten Badewanne – das Chorstück „A lieta vita“ (An hellen Tagen) trällernd. Pompös und glamourös war der Auftritt – doch im Gespräch mit Riese zeigte sich Howells, die aus Melbourne stammt und ihren Uwe in Paris an einer Schauspielschule kennenlernte, erstaunlich locker und neckte ihn immer wieder damit, dass sie ihn 1985 in Paris eigentlich für den „arroganten Deutschen“ gehalten hatte. Als sie dann aber gemeinsam in den Zoo gingen, funkte es schlussendlich.
Besonderes Highlight in der fast 20-jährigen Titanick-Geschichte war sicherlich die Begegnung mit Literaturnobelpreisträger Dario Fo in Mailand. Im weißen Anzug saß Fo in der ersten Reihe – ein Kardinalfehler: „Hinterher war er total durchnässt“, erinnert sich Uwe Köhler. Doch nachdem sich Fo trockene Sachen angezogen hatte, kam er zurück und war vollkommen begeistert: „Siete bravi!“ Aus dieser Begegnung ist jetzt eine Zusammenarbeit entstanden. 2010 wird es wohl ein Stück von Titanick mit Texten vor Dario Fo geben.
Als zweiten Showgast hat sich Adam Riese für diese Show gleich mehrere Herren ins Pumpenhaus geholt: Die 6-Zylinder, Münsters bekannte A-cappella-Gruppe, waren zum Talk auf dem großen Show-Sofa gekommen. Und natürlich hielten die professionellen Stimmkünstler auch im 25. Jahr des Bestehens nicht mit ihrem Talent hinterm Berg. So genossen die Zuschauer neben den spannenden Talkrunden die vielen lustigen und von der Gesangsqualität her beeindruckenden Songs. Neben dem üblichen und lustigen Münsterquiz, einem Stadt-Land-Fluss-Spiel mit den 6-Zylindern, ab es gegen 23 Uhr ein wahres Finale furioso: Mit Unterstützung der 6-Zylinder und knallender Pyrotechnik von Duewi Köhler sang Claire Howells das erste Lied, das sie auf Deutsch gelernt hat: das Kufsteinlied.
Mit großem Geschunkel, viel Gelächter und Applaus ging der gelungene Abend zu Ende.

VON BERND LIESENKÖTTER, MÜNSTER