15.11.2008 – Wolfgang Halberscheidt in www.echo-muenster.de: Adam Riese Show: Talk-Gäste machten dem Moderator mit amüsanten Anekdoten die Arbeit leicht

Pressespiegel

 

15.11.2008 – Wolfgang Halberscheidt in www.echo-muenster.de
Adam Riese Show: Talk-Gäste machten dem Moderator mit amüsanten Anekdoten die Arbeit leicht

Devise: Beide oder keinen. Deshalb treten sie zumeist gemeinsam auf. Gerd und Ritski Bracht, das bekannteste Doppel-Pack der Stadt. Haben sich als Musiker, als Skilehrer und seit letztem Freitag auch als Interviewpartner empfohlen. Denn in der Adam Riese Show laufen die Zwillinge vor ausverkaufter Pumpenhaus-Kulisse zur Höchstform auf.
Unterhaltsam sind sie, obendrein ausgesprochen schlagfertig. Zwei, die sich wunderbar ergänzen. Was der eine an Informationen nicht rausrückt, plaudert prompt der andere aus: dass sie zur gleichen Zeit, „aus Solidarität“, in der Schule sitzen blieben, dass sie ihre Prüfer während des Sportexamens betuppten, dass die Damenwelt, „bis auf die Segelohren und den Fingerring“, sie kaum zu unterscheiden vermochte (Verwechslungen nur zu gern erwünscht …). Beim Übereinstimmungstest erzielt das Duo fast identische Resultate.  Das Zeichen, wie gut die Mittfünfziger übereinander Bescheid wissen: Wo sie am liebsten Kaffee trinken, das Bierchen schlürfen, wo sie die Hosen kaufen und die CDs besorgen – nicht eine Frage wird unbeantwortet gelassen.
Liebenswerte Marotten
Obendrein offenbart jeder von sich und dem Gegenüber die kleinen, allzu menschlichen Marotten. Da bekommt das Publikum erzählt, dass Ritski den vor Jahren zugesagten Kasten Bier bis heute nicht lieferte. Und dass Gerd mit dem selbstverfassten Krimi jetzt am Brüderchen, der 25 Jahre lang unbedingt die Songtexte schreiben wollte, heimlich Rache nimmt, auch dies werden die Zuhörer gewahr.
Vollblut-Musiker Ritski Bracht. Gemeinsam mit Bruder Gerd und Markus Paßlicks Original Pumpernickels sorgte der „Zwilling“ für den guten Ton. Foto: Halberscheidt
Riese braucht lediglich geschickt Stichworte einzustreuen, schon verstricken sich die Nebenmänner in muntere Zwiegespräche. Wenn die Herren in den roten Anzügen dann zu Saxofon und Kontrabass greifen, zusammen mit Markus Paßlicks Original Pumpernickels zu jazzen anfangen, führen sie ihre besonderen Qualitäten vor – ein Gespann, das sich stilistisch blindlings versteht.
Private Geheimnisse
„Natürlich“, „sympathisch“ – Eigenschaften, die das Auditorium Ina Paule Klink alias „Alex“ zuerkenntt, der Assistentin aus den Wilsberg-Krimis. Ähnlich wie bei den Brachts entlockt ihr der Talk-Master gar manch privates Geheimnis. Als Tochter einer Maskenbildnerin wurde sie „quasi zwischen Schminkutensilien“ groß, imitierte bereits im Teenager-Alter Pop-Star Michael Jackson, wirkte in Musicals mit, studierte u.a. Gesang und klassischen Tanz.
An der Seite von Leonard Lansink hilft die Schauspielerin seit der dritten Folge mit, Verbrecher zu jagen. Außerdem hat sie die Westfalen-Metropole richtig lieb gewonnen, das verdeutlicht der Vergleich mit Berlin. Aber: die Skulptur-Projekte 2007 rauschten an ihr nahezu unbemerkt vorbei, wenngleich Paule beim zugehörigen Quiz durchaus Kunstverstand beweist. Als Frontfrau hinterm Mikrofon punktet sie zusätzlich. Kein Wunder: Wer mit „Ärzte“-Trommler Bela B. durch die Republik tourt, der muss auf der Bühne einfach fit sein.
Gute Tipps vom Profi
Multitalent „Paule“, die Frontfrau: Wer mit „Ärzte-Trommler Bela B. durch die Konzertsäle tourt, muss im Showgeschäft einfach fit sein. Foto: Heyken
Wie Persönlichkeiten ihr Profil vervollkomnen können, darüber berichtet Friseurmeister Bernd Rüther, 62, der bereits mit dreizehn die Lehre begann, sich mit dreiundzwanzig selbstständig machte, nun eine Kommunikationsschule leitet (s. Foto rechts). Den Coiffeur-Betrieb übergab er unlängst der Kollegin Sigrid Rottmann, Doch ganz an den Nagel hängte der Profi sein Handwerk nicht. „Dafür habe ich zu lange in dem Beruf gearbeitet.“ So werden Stammkunden weiterhin von ihm bedient. Genauso souverän, wie er einst mit Kamm und Schere hantierte, kümmert sich der Münsteraner mittlerweile um jene, die mehr Erfolg im Leben verbuchen wollen. Dass dabei die eigene Körpersprache, die eigene Ausstrahlung von entscheidender Bedeutung sind, dokumentiert der Coach in einem Video-Clip, der die Fernsehleute Gottschalk und Jauch auf dem „Wetten dass“-Sofa bei telegenen Fachsimpeleien zeigt. Klar – die haben gelernt, wie sie sich draußen „verkaufen“ müssen.
Starker Schlussapplaus
Beim Finale wird’s besonders haarig: Das Rottmann-Team, so lautete Rieses Bitte, solle während der Veranstaltung hinter den Kulissen im provisorisch hergerichteten Salon ein anderes Zwillingspärchen individuell stylen. Der Schlussapplaus im Saal ist Beleg genug: Aufgabe bravourös gelöst. Und Riese? Der strahlt Zufriedenheit aus: Bis auf die wenigen technischen Pannen war’s ein gelungener, ein kurzweiliger Abend. Die charmanten Couch-Gäste besaßen daran maßgeblichen Anteil.  

Wolfgang Halberscheidt