13.03.2008 – Manuel Jennen – Panik im Park: Psychodrama im Pumpenhaus

Pressespiegel

 

13.03.2008 – Manuel Jennen am 12.03.2008 17:19 Uhr
Panik im Park: Psychodrama im Pumpenhaus

Dieses Drama von Edward Albee ist zweifellos eines der berühmtesten Theaterstücke des 20. Jahrhunderts. Doch sein Autor erzielte nie wieder einen vergleichbaren Hit. Nur wenige dürften überhaupt wissen, dass der 80-jährige US-Künstler noch immer schreibt.
In Münsters Pumpenhaus entdecken Pitt Hartmann und Andreas Ladwig den Schriftsteller jetzt neu. Genauer gesagt: sein allererstes Stück, „Die Zoogeschichte“ von 1959. Seltsamerweise wurde dieser Einakter für zwei Schauspieler in Deutschland uraufgeführt. Albee, der damals als Schreibmaschinen-Vertreter arbeitete, kam über drei Ecken mit dem Schweizer Schauspieler und Übersetzer Pinkas Braun in Kontakt. Der vermittelte den Text über weitere Ecken ans Berliner Schillertheater. Die Premiere war ein rauschender Erfolg.

Katastrophe
„Die Zoogeschichte“ erzählt die Begegnung zweier Männer im New Yorker Central Park. Der konservative Familienvater Peter sitzt arglos auf einer Bank, als Jerry ihn anspricht: ein anstrengender, psychisch labiler Mann, der ungefragt sein Leben ausbreitet und eine Katastrophe auslöst. In der für das US-Theater der 50er und 60er Jahre typischen tragikomischen Wucht werden alle wunden Punkte der Gesellschaftsordnung beleuchtet.

U-Bahn im Keller
Die Aufführung von Pitt Hartmann und Andreas Ladwig findet im Keller des Pumpenhauses statt: Die Besucher steigen zunächst durch eine Video-Installation von Gregor Droste in eine Art U-Bahn-Station hinab und landen dann in einer grünen Park-Idylle.
Für die Vorstellung am Ostersonntag (23. März, 14.30 Uhr) haben sich Hartmann und Ladwig indes einen besonderen Spielort ausgesucht: Dann gastiert das Stück in der New-York-Ausstellung des Fotografen Thomas Niessen am Alten Güterbahnhof. Dort ist der Central Park in einem berückend schönen Bild eingefangen und sorgt für authentisches Flair.