30.07.2007 – Richard Nawezi mit Mutoto Chaud im InselCircus auf Sylt zu Gast

Pressespiegel

 

30.07.2007 – 
Richard Nawezi mit Mutoto Chaud im InselCircus auf Sylt zu Gast

Mit ihren akrobatischen Pyramiden reißen 15 junge Afrikaner die Zuschauer im InselCircus in diesen Tagen zu Begeisterungsstürmen hin. Viele Artisten und Musiker aus der Demokratischen Republik Kongo lebten jahrelang unter elenden Bedingungen auf den Straßen der Millionenstadt Lubumbashi. Durch das Projekt Mutoto e.V. erhalten sie nicht nur ein Zuhause, sondern auch Bildung und eine Perspektive. Der Initiator des Sozial- und Kulturprojekts ist Richard Nawezi (50), der die Artistengruppe „Mutoto Chaud“ nach Sylt begleitet hat. Sie sind mit vielen Geschwistern in einem kulturell ambitionierten Elternhaus in Lubumbashi aufgewachsen, haben in Belgien und Münster studiert. Wie wurden Sie wieder in Ihrem Heimatland initiativ? 
Richard Nawezi: Als ich die Demokratische Republik Kongo verließ, gab es Armut, aber kein wirkliches Elend. Bei meiner ersten Reise zurück in den Kongo 1998 hatte sich die Situation dramatisch verschlechtert. Das Phänomen der Straßenkinder war mir aus meiner Jugend nicht bekannt. Jetzt trat es vehement auf. Ich wusste, ich wollte etwas tun. 
Der Kongo gehört zu den ärmsten Ländern, private Entwicklungshilfe-Projekte gibt es nur wenige. Wie hat es mit Mutoto e.V. angefangen? 
Nawezi: Ich lebe in Münster, bin dort in der Theater- und Tanzszene aktiv. Ich habe alle Freunde, Arbeitskollegen und Bekannten mobilisiert, etwas für die Kinder im Kongo zu tun. Zunächst haben wir Heime unterstützt, dann wurden Fischteiche gebaut, die die Ernährungslage verbesserten. Heute haben wir auch ein eigenes Kinderheim. Perspektivisch wird auf dem Gelände ein Schul-, Ausbildungs- und Kulturzentrum entstehen. Dafür brauchten wir natürlich noch dringend Geld. Doch damit nicht genug. „Mutoto e.V“ ist kulturell jetzt schon sehr aktiv. Welche Projekte gibt es? 
Nawezi: Neben der Artistengruppe gibt’s eine Theatergruppe, die beide zum zweiten Mal in Deutschland auf Tournee sind. Der kulturelle Austausch ist ein wesentlicher Gedanke unserer Philosophie. 
Ihre Artisten zeigen ein spektakuläres Können und bekommen sehr viel Applaus. Wie geht es für die Kinder im Kongo weiter? Nawezi: Bodenakrobatik hat im Kongo eine große Tradition und wird noch atemberaubender betrieben als wir es hier zeigen. Unsere begabtesten Artisten unterrichten Kinder in anderen Heimen und werden vom Verein dafür bezahlt. Unsere Kleinsten sind sechs und neun Jahre alt und leben in unserem Heim. Sie werden begleitet, damit sie die Rückkehr in den Kongo verkraften. 
Im InselCircus arbeiten in diesen Tagen Nicaraguaner, Deutsche und Afrikaner auf engstem Raum zusammen. Was bedeuten diese zwei Wochen für Sie alle? Nawezi: Ich bin davon überzeugt, dass solche Begegnungen Welten bewegen. Menschen von drei Kontinenten machen gemeinsam Zirkus… das ist fantastisch! Für meine Leute ist es auch wichtig zu sehen, dass Leben in Deutschland auch einfach sein kann wie hier auf dem Zirkus-Platz. 
„Mutoto Chaud“ ist heute, Dientstag und Donnerstag um 18 Uhr sowie am Mittwoch um 15 und 19 Uhr im InselCircus zu erleben. Mehr Infos über Mutoto e.V. gibt es unter www.mutoto.de. Wer die Arbeit unterstützen möchte: Sparkasse Münsterland Ost, Kto. Nr. 66597, BLZ 40050150.