28.01.2007 – 4.48 Psychose. Von Sarah Kane

Pressespiegel

 

28.01.2007 – 
4.48 Psychose. Von Sarah Kane

Es ist das letzte Stück der Engländerin, die ihr Manuskript zwei Tage vor ihrem Freitod im Februar 1999 im Alter von 28 Jahren dem Verleger schickte. Sarah Kane gehört zu den radikalsten Vertreterinnen des modernen britischen Dramas. Zeit ihres Lebens kämpfte sie mit ihrer manisch-depressiven Erkrankung. Besonders früh morgens machten ihr Wahnvorstellungen zu schaffen, gleichzeitig war dies ein klarer Moment, ganz ohne Einfluss von Medikamenten. Der Wahn in der Klarheit: Um 4.48 Uhr soll die Erlösung kommen. Obwohl sich viele Details ihres Suizids in ihrem Drama wieder finden, sollte es doch nicht zu biographisch aufgefasst werden. Denn das fünfte und letzte Stück ihres Werks steht in logischer Folge und Weiterentwicklung ihres zentralen Stoffes: Vom Krieg an sich zum Krieg in Beziehungen und dann zum Krieg des Bewusstseins. Es geht um Liebe in Zeiten der Zerstörung, um gegenseitige Manipulation und Abhängigkeit. Der Suizid also auch eine – logische – Folge? Der Dramatiker Edward Bond: „Die Mittel, das Unerbittliche herauszufordern, sind der Tod, eine Toilette und Schnürsenkel – und sie sind Sarah Kanes Kommentar zur Bedeutungslosigkeit unseres Theaters, unseres Lebens und der falschen Götter. Ihr Tod ist der erste Tod des 21. Jahrhunderts.“ Simic, 1968 in Tuzla (Bosnien und Herzegowina) geboren und dort schon als Zwölfjähriger in einer freien Theatergruppe, begann 1996 das Regiestudium bei Jürgen Flimm und studierte Schauspiel in Sarajevo. Seine privaten wie künstlerischen Kontakte zur Heimat sind nie abgerissen. In seinem Erzähltheater reflektiert er kritisch die Kunst und die Zeit. Er lässt sich von Neuen Medien und der europäischen Kunstfilmtradition eines Fellini und Tarkovskij inspirieren. 4.48 Psychose. Von Sarah Kane (Branko Šimic, Hamburg), Mittwoch, 31. Januar, 20 Uhr Theater im Pumpenhaus, Gartenstraße 123, 48147 Münster, Kartentelefon 0251/ 23 34 43, karten@pumpenhaus.de, www.pumpenhaus.de, Kartenvorverkauf MZ-Ticket-Corner, Drubbel 20, Tel. 592 52 52.