04.12.2006 – Orpheus Podcasting

Pressespiegel

 

04.12.2006 – 
Orpheus Podcasting

Der eine war der Chartstürmer der Antike. Der andere gehört zu den besten Vokalartisten unserer Zeit. Orpheus und David Moss. Der Held der griechischen Mythologie und der große Improvisationskünstler aus New York. Regisseur Andreas Tiedemann führt die beiden Musikstars zusammen. Dem jungen Macher vom Musiktheaterlabel “Ohrpilot” ist es gelungen, einen der innovativsten Sänger der zeitgenössischen Musik für seine neue Produktion zu gewinnen: „Orpheus Audio Splatter“ zu begeistern. Der New Yorker, der mit Persönlichkeiten wie Sir Simon Rattle oder Hans Neuenfels arbeitet und auf den großen Bühnen zuhause ist, war sofort begeistert und ist der Protagonist dieser ungewöhnlichen Musiktheater-Produktion. Am 26. November ist Premiere im Theater im Pumpenhaus in Münster, eines der profiliertesten Häuser der freien Szene in NRW. Die Kraft des mythischen Orpheus trifft auf die akustischen Mittel der Moderne. Die Liebe von Orpheus zur Nymphe Eurydike ist mit einem Abstieg in die Unterwelt Hades verbunden. Der antike Mythos erzählt, wie der Sänger in die Unterwelt hinabsteigt, um seine verstorbene Gattin wieder ins Leben zurückzuholen. Dies gelingt ihm durch die Macht seiner Musik. Als er sich aber gegen das strikte Verbot auf dem langen Weg nach Eurydike umwendet, verliert er sie zum zweiten Mal. Vor allem in der Oper ist dieser Stoff stets lebendig geblieben wie in den Werken von Claudio Monteverdi (»Orfeo«, 1607) und Christoph Willibald Glucks (»Orfeo ed Euridice«, 1762). Statt einer Liebesgeschichte erzählt die Ohrpilot-Inszenierung aber von den menschlichen Abgründen in diesem Mythos, wie in den Beschreibungen von Ovid und Vergil. Von der anderen Seite der unsterblichen Liebe; von ist der Rohheit der Kunst und dem Kampf auf Leben und Tod. Die Musiktheaterbearbeitung der Sage wird zu einer Innenansicht von Orpheus. David Moss verkörpert mit Stimme und Klang das Leben des Orpheus: Die Stimme liebt und schreit, singt und leidet, trauert und stirbt. Orpheus in Konfusion und Selbstzerfleischung. Sprache und Klang erzeugen den akustischen Splatter. In einem speziell konzipierten Surroundformat fliegen Sprach- und Klangfetzen durch den Raum, bilden Strudel im Fluss Styx, der in die Unterwelt führt. Die Tiere, Pflanzen und Steine des Mythos wirbeln klanglich durch den Zuschauerraum. David Moss setzt alle Instrumente ein: Seine Stimme und seinen Körper, antike Trommeln und Kettensägen. Mit den Geräuschen der zeitgenössischen Unterhaltungsindustrie wie Kino und Computerspiele wird Orpheus in der Realität von heute erlebbar. Schon jetzt können Klangkunst- und Theaterbegeisterte über das Internet hinter die Kulissen schauen und sich ein Bild davon machen, wie die mythische Kraft auf die akustischen Mittel der Moderne trifft. Was der Protagonist und Extremvokalist David Moss mit seiner Stimme anstellen kann, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Umso besser ist es zu hören und zu sehen im täglichen Backstage Audio- und Video-Podcast der Ohrpilotmacher: Produktionsarbeit, Interviews mit Künstlern, Technikern und Organisatoren, Probenmitschnitte, Soundcollagen. Der Podcast kann über iTunes oder als RSS-Feed abonniert werden.  Die Redaktion des Audio- und Video-Podcasts sind die Regie-, Ton- und Produktionsassistenten der Produktion, Birte Jeschar, Michaela Wiesbeck und Jörn Leppper. Schon jetzt wird dieser Podcast bei iTunes an erster Stelle in der Rubrik „Neu und beachtenswert“ genannt und hat sich einen Tag nach der ersten Folge auf Platz zwei der iTunes der Podcast-Charts im Bereich Darstellende Kunst katapultiert. Populärer ist nur noch der Playboy… Auch in der übergeordneten Kategorie Kunst ist Ohrpilot vorne dabei: Platz 21. In dieser Woche bezieht David Moss sein Quartier in Münster, so dass die Künstler in den Proberäumen des Theaters ihrer Produktion den Feinschliff geben können. Und zwar unter den Augen der Öffentlichkeit im Internet. www.ohrpilot.de/backstageblog www. phobos.apple.com/WebObjects