28.11.2006 – De Volkskrant vom 30.10.06: Schauderhafte akrobatische Lifts

Pressespiegel

 

28.11.2006 – 
De Volkskrant vom 30.10.06: Schauderhafte akrobatische Lifts

Es beginnt mit Stille – eine andächtige bewegende Kuppel auf einem erhöhten Plateau mit Lampen darunter, ihre Formen sind träge, rund, kontrolliert. Schon bald entsteht dem gegenüber Lärm auf dem Theaterboden. Ein explosives Trio, das schnell und hart springt und herumrollt, scheinbar unkontrolliert, sogar agressiv. Tänzerinnen auf Zehenspitzen, die Gegenstand von Schauder erweckenden akrobatischen Sprüngen werden. Eine Gruppe, die schweigend ein dynamisches Spiel von umeinander drehenden, gegeneinander prallenden und voneinander weg gleitenden Körpern beobachtet. Verletzbarkeit scheint am wenigsten greifbar, also am flüchtigsten zu sein. Der größte Mund hat das Sagen. Und doch nehmen die sechs Tänzer ihre Arbeit wieder auf, unverbesserlich, wie Sysiphus vergeblich seinen schweren Stein den Berg hinaufrollt. Das Plateau, das plötzlich in Schräglage in die Höhe aufsteigt, verweist darauf. Schön ist der mysteriöse Hintergund von All is well, Tribut zollend an die unwirklichen und mythischen Welten des flämischen Choreografen Wim Vandekeybus. Die Gesichter sind bedeckt mit Schleichern aus schwarzem Haar. Augen, die an dir vorbeischauen in eine unbekannte Ferne. Dieses Theater führt an einen Knotenpunkt aus Welten, die die tägliche Sorge übersteigt. Übersetzt aus dem Niederländischen von Maike Lautenschütz