11.09.2006 – Pitt Hartmann wieder auf der Bühne

Pressespiegel

 

11.09.2006 – Gerd H. Kock in den Westfälische Nachrichten
Pitt Hartmann wieder auf der Bühne

Münster. Leben ist immer gefährdet. Dass es Leben gibt, ist somit jeden Tag ein Wunder. Dies wird leicht vergessen. Umso größer ist das Erschrecken und zugleich die Freude, wenn ein Leben aus größter Gefahr gerettet wird. Pitt Hartmann wurde am 5. Juli vom Blitz getroffen. Der beliebte münsterische Schauspieler lag zwei Wochen im Koma, war vier Wochen in der Rehabilitation – und wird ab Freitag in Basel wieder mit seinem Erfolgsstück „W./W. Hiller“ auf der Bühne stehen. Bewundernswert. „Im sauerländischen Sundern wurde heute ein 57-jähriger Mann vom Blitz getroffen, als er mit seinem neunjährigen Sohn am Sorpesee unterwegs war“, meldeten am Abend des 5. Juli die Nachrichten- Agenturen. Dieser Mann war Pitt Hartmann. Er könne sich weder an das Ereignis selber noch an den Zeitraum davor erinnern, erzählte der Charakter-Darsteller gestern auf Anfrage den Westfälischen Nachrichten. Nicht mal an seinen Geburtstag am 29. Juni habe er noch Erinnerungen. Aber es war wohl so, dass Hartmann mit seinem Sohn zur Sorpetalsperre gegangen war, um Boot zu fahren. Am Himmel tauchte lediglich eine dunkle Wolke auf. Gleich der erste Blitz hat Hartmann getroffen. Das bedeutete Herzstillstand. Doch Pitt Hartmann hatte Glück und viele gute Helfer. Allen voran sein Sohn, der unverzüglich Hilfe rief. Und ein zweites Mal waren Glück und Helfer nah. Eine Rettungsmannschaft der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) lagerte direkt am See. „Die waren nur zwei Minuten von mir entfernt. Und der Rettungswagen war auch sofort da“, berichtet Hartmann. Dank seiner sportlichen Konstitution hat der gebürtige Sauerländer den Schlag überstanden und wird jetzt aus der Kur in Bad Oeynhausen entlassen, „Inzwischen bin ich 100 Prozent wieder hergestellt“, berichtet der Münsteraner. Rennen und Springen gehe zwar noch nicht so gut, aber er werde auf jeden Fall am Freitag, Samstag und Sonntag in Basel spielen. Und die gute Nachricht für Münster: „Auch im Messias bin ich wieder dabei.“ Das Kultstück im Pumpenhaus über ein humorvoll schräges Weihnachtswunder geht 2006 ins 17. Jahr. Die Wahrscheinlichkeit von einem Blitz getroffen zu werden ist äußerst gering. Sie beträgt nur 1 zu 6?000?000. Ein Lottogewinn liegt da fast näher. Und einen solchen Schlag weitgehend unbeschadet zu überstehen, setzt noch ein großes Wunder drauf. „Wer Pitt kennt, weiß, dass er selbst diese Situation mit trockenem Humor nimmt und sich voller Sportlerstolz wie ’Mr. 80?000 Volt’ fühlt“, heißt es auf der Homepage des Pumpenhauses. Als Gründungsmitglied der „Theaterinitiative Münster“ (TIM) hat er das Theater mit aufgebaut. Er gehört zu den festen Größen der Theaterszene. Der Schauspieler machte gerade eine Probenpause, als das Unglück geschah. Zusammen mit Andreas Ladwig hatte sich Hartmann der Befragung des so genannten Werwolfs von Hannover angenommen. Der Kriminalfall des Fritz Haarmann – verfilmt mit Götz George als „Der Totmacher“ – ist der Stoff für die neue Paraderolle. Die September-Premiere der neuen Produktion muss nun verschoben werden. Auf der Bühne spielt Pitt Hartmann alljährlich im Pumpenhaus das Weihnachtswunder in Patrick Barlows „Messias“. Jetzt überlebte er fast unbeschadet wie durch ein Wunder einen Blitzschlag.