23. November - 3. Dezember 2022: Festival umPolen

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Tanz u.a. | Mi 23. November bis Sa 3. Dezember 2022

Festival umPolen

Münster / Polen
Tanztheater und mehr aus Polen

Nach dem erfolgreichen Festivalformat „Israel is real“ im letzten Jahr laden bodytalk und das Pumpenhaus ab Ende November zum Festival „umPolen“ ein: Tanztheater und mehr. Eingeladen sind poetische, politische Produktionen, überwiegend als deutsche Erstaufführung, die den Zustand der polnischen Gesellschaft widerspiegeln, persönliche Geschichten erzählen, die eigene Arbeit als Künstler:innen reflektieren und eine eindringliche Sprache dafür finden.

Freuen Sie sich mit uns auf die einmalige Gelegenheit, die unbändige Kraft der polnischen Theaterszene im Pumpenhaus versammelt zu erleben!

Mittwoch, 23. November 2022, 20 Uhr
Polski Teatr Tańca: 45
Mit “45” portraitiert das Polski Teatr Tańca aus Poznań den Ist-Zustand einer der ältesten Tanzformationen des Landes. In fünfundvierzig Minuten stellt die Arbeit lang tradierte Verhältnisse und Abhängigkeiten zwischen Tanz, Komposition und Choreographie in frage und begibt sich mit 16 Tänzer:innen einer neuen Generation auf eine Reise an die Wurzeln der Theaterarbeit: Das Erschaffen im Kollektiv, als Einheit und Team – im Zentrum die immer neue Einladung an das Publikum. Und die radikale Entscheidung, das eigene Leben der Kunst zu widmen In berührenden Bildern erzählt “45” von Schönheit, Schaffensdrang und Selbstaufgabe, von der Kraft der Gruppe und des Individuums.
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Freitag, 25. November 2022, 20 Uhr
Polski Teatr Tańca und bodytalk: Romeos & Julias unplagued
Romeo stirbt, weil der Bote mit der rettenden Nachricht wegen der Pest („plague“) aufgehalten wird und in Quarantäne muss. In Romeo & Julia sterben die jungen Leute, alle jungen Leute, während die Alten überleben: All’ die Heroes von all’ den Shakespearoes, wo sind sie alle hin? Die Pest, jedenfalls, ist verschwunden: Keine Spuren hinterlassen, wir spuren schon genug – und spüren nicht genug! Es sind die Seelen, die sich lieben; Körper stoßen zusammen wie Autos. Um als Phönix aus der Asche aufzuerstehen, müssen wir wohl zunächst selbst Asche werden: Wir arbeiten daran. Keine Asche ohne Feuer, keine Liebe ohne Feuer. Keine Angst vor Entzündung und Ansteckungsgefahr? Ausgezeichnet mit dem Golden Yorick beim 26. International Shakespeare- Festival Gdansk.
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Samstag, 26. November 2022, und Sonntag, 27. November 2022, jeweils 11 Uhr
WORKSHOP Find the Space in Yourself
Tanz-Schamane Patryk Jarczok nimmt uns mit seinem Workshop die Angst: Kein Platz für Platzangst! Der eigene Körper liefert das Instrumentarium, um Grenzen zu sprengen und die persönliche Bewegungssprache herauszufordern. Am eigenen Leibe forschend wird das stotternde Nervensystem auf Touren gebracht, die Kraft der unmittelbaren tänzerischen Komposition entfesselt, um Blockaden zu lösen. Patryk Jarczok ist aktuell Ensemblemitglied beim Polski Teatr Tańca in Poznań. Künstlerische Begegnungen u.a. mit Wim Vandekeybus, Iwona Pasińska, Johannes Wieland prägen seine Arbeit als Künstler und Workshopleiter.
Ort Ballettschule Heidi Sievert, Salzmannstraße 53a, 48147 Münster
Kosten 12,- € / 2er-Karte: 18,- €
Anmeldung und Infos über workshops@pumpenhaus.de
Workshopteilnehmer:innen erhalten eine Freikarte nach Wunsch für eine der Abendvorstellungen, die zwischen 27.11.-03.12. stattfinden.

Sonntag, 27. November 2022, 18 Uhr
Theaterkollektiv Pièrre.Vers: Im Process
26. November 1975. Im Land- und Amtsgericht der Stadt Düsseldorf beginnt der Majdanek-Prozess – einer der längsten und aufwändigsten Gerichts- prozesse der deutschen Nachkriegsgeschichte. Nach 30 Jahren werden ehemalige SS-Wächter und KZ-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek in Polen für ihre Taten angeklagt. Im Gerichts- saal befinden sich auch Schulklassen. Sie sollen Geschichtsaufarbeitung aus erster Hand erleben und das Geschehen befragen: Wie weit ist die Aufarbeitung der deutschen Geschichte wirklich? Und welches Licht wirft das auf ihre Zukunft, also unsere Gegenwart? In einer Art Re-Enactment untersucht das Theaterkollektiv Pièrre.Vers angesichts der zunehmenden Rechtsradikalisierung in Politik und Gesellschaft, welche Rolle die Shoah im deutschen Erinnern heute spielt. Nach der Vorstellung laden wir zu einem Publikumsgespräch ein.
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Dienstag, 29. November 2022, 17 Uhr
bodytalk & Gäste: Virtual Surreality
Wir nehmen damit einen Programmpunkt des letztjährigen Festivals „Israel Is Real“ wieder auf. VRDance (= „we are dance“): Virtual Reality erweitert den üblichen nach außen gerichteten Blick auf Tanz um die Perspektive nach innen: Mit einer VR-Brille gibt es nur diese Blickrichtung in das eigene Selbst, die so neue Erfahrungen vermittelt. Im Rahmen des Förderprogramms tanz:digital vom Dachverband Tanz sind Clips entstanden, als deren Realisator:innen von bodytalk Phaidonas Gialis, Nieves de la Fuente Gutiérrez, Myrto Vratsanou, Momoko Baumgart, Jesco Mitterndorf, Luca Hauser eingeladen wurden.
Eintritt frei

Dienstag, 29. November 2022, 19 Uhr, Doppelvorstellung
Piotr Mateusz Wach: KING THE SPIRIT
Król-Duch (etwa: König, der Geist) ist eines der wichtigsten Werke des polnischen Nationaldichters Juliusz Słowacki. Das bis zu seinem Tod unvollendete Epos handelt von Ehre und Kampf um Befreiung – und davon, wie das Versprechen von Freiheit Motor für Faschismus wird. Marek Szajnar verkörpert als Tänzer die Idee der Nation, deren Ideale heute zu einer aggressiven, nationalistischen Strategie umformuliert werden. Patriotismus, der als Kampf um Vorherrschaft verstanden wird und die Überlegenheit einer Gesellschaft über eine Andere proklamiert, vergiftet die Gesellschaft. Durch seinen zerstörerischen Tanz versucht Szajnar, die Krise der nationalen Identität Polens zu bewältigen, die sich auch auf sein persönliches Leben auswirkt. Die Bewegung wird zu einem intimen Akt der Rebellion – so flüchtig wie der Tanz selbst.
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Dienstag, 29. November 2022, 21:30 Uhr, Doppelvorstellung
Piotr Mateusz Wach: BOOK OF THOTH
Die Abhandlung über die ägyptische Kunst der Weissagung und Mythologie, das “Buch Thoth”, öffnet die Portale zu einem sinnlichen Performance-Abend: Tänzer und Choreograph Piotr Mateusz Wach entführt das Publikum in der Rolle des Meisters und Sehers in die Welt des Tarot und der Weisheit der Karten. Während der Aufführung erhalten jene Zuschauer:innen, die es wagen, dem Künstler eine Frage zu stellen, eine choreografisch verschlüsselte Antwort. Individuell, persönlich, intim. In seiner Performance verbindet Wach Einflüsse von Astrologie, Kabbala und Esoterik. Verbunden mit den Kräften des Kosmos wird Wach für diesen einen Abend zum Medium, das alle Fragen des anwesenden Publikums beantwortet und Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu einer messerscharfen Choreografie verbindet.
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Donnerstag, 1. Dezember 2022, 19 Uhr
Maciej Kuzminski Company: Every Minute Motherland
Von Mariupol bis Charkiw wurden im Zuge der Invasion russischer Streitkräfte in die Ukraine Unschuldige Opfer dieses Krieges. Auch die ukrainische Kultur und ihre Künstler:innen werden zur Zielscheibe, um Moral und Identität des Landes zu zerstören. Der polnische Choreograf Maciej Kuźmiński dokumentiert in seiner Arbeit die Körper von Witwen, die in Mythos und Ritual nach Trost und Antworten suchen. Antworten auf das Warum, auf den Willen das Leben zu gestalten. Mit einem polnisch-ukrainischen Team, dem auch geflüchtete Ukrainer:innen angehören, entsteht ein berührender Tanzabend über Trauma, Exil, Entfremdung, Identität.
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Donnerstag, 1. Dezember 2022, 20:30 Uhr
umPolen – Die Diskussion
Nachrichten aus Polen sind verwirrend. Auf der einen Seite eine ultrarechte Regierung, die antiwestliche Kräfte hofiert, auf der anderen Seite eine junge und aufgeschlossene Gesellschaft, die fest in Europa verortet ist und die alten Zöpfe lieber heute als morgen abschneiden möchte. Die nationale Kulturpolitik ist dabei – vorsichtig gesagt – eher konservativ geprägt, aber europäische Förderprogramme ermöglichen gleichzeitig den internationalen Austausch von Künstler:innen und Ideen. Wer versucht also, wen umzupolen? Wie sieht konkrete Kulturarbeit, besonders im Tanz in Polen aus? Welche Grenzen gibt es und wie kann man sie umschiffen? Und warum ist das alles eigentlich so, wie es ist? Darüber diskutieren der Historiker und Kulturwissenschaftler Przemysław Czapliński und am Festival beteiligte Künstler:innen. Die Moderation übernimmt Torben Ibs, Kulturjournalist.
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Samstag, 3. Dezember 2022, 20 Uhr
Teatr Rozbark: Policzalni 
Was zählt? Der Abend von Anna Piotrowska, Direktorin des Theater Rozbark in Bytom, widmet sich der Bedeutung von Zahlen im menschlichen Leben – und vertanzt Pythagoras: Alles ist Zahl. Wir kommen, wir sind und wir gehen in Zahlen. Sie zähmen unseren Alltag, verleihen Struktur und Halt, wie Rituale. Zahlen, Mengen, Brüche, Gleichungen, 4 Himmelsrichtungen, 2 plus 2, Taufe, Kommunion, Hochzeit, Beerdigung, 4 Gliedmaßen, 24 Wirbel, 32 Zähne, Ausweis, Telefon, Kontonummer, 2 Augenhöhlen, Totenwache. Die Mathematik kennt keine Vergangenheit. Policzalni – der polnische Titel lässt sich am ehesten mit “Die Zählbaren” oder “Die Abgezählten” übersetzen. Eine Performance, die martialische Ratio in poetische Bilder bettet und das Leben zwischen den Kennziffern sichtbar macht.
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Sämtliche Tickets im Vorverkauf für 14,- / 9,- Euro zzgl. Gebühr online auf →LokalTicketing

 

Credits

45 Polski Teatr Tańca
Mit Evelyn Blue, Kacper Bożek, Julia Hałka,  Patryk Jarczok, Jerzy Kaźmierczak, Zbigniew Kocięba, Katarzyna Kulmińska, Dominik Kupka, Daniel Michna, JinWoo NamKung, Katarzyna Rzetelska, Sandra Szatan, Zofia Tomczyk, Emily Wong-Adryańczyk Choreographie Jacek Przybyłowicz Musik Andrzej Konieczny, Kacper Krupa Lichtdesign Carsten Wank Kostüm Joanna Klimas Assistenz des Choreographen Anna Krysiak Licht Przemysław Gapczyński Support Bühne Zuzanna Majewska Support Sound Grzegorz Potocki, Daniel Wiśniewski 

Romeos & Julias unplagued bodytalk/Polski Teatr Tańca
Mit Evelyn Blue, Kacper Bożek, Julia Hałka, Patryk Jarczok, Jerzy Kaźmierczak, Zbigniew Kocięba, Katarzyna Kulmińska, Dominik Kupka, Daniel Michna, JinWoo NamKung, Katarzyna Rzetelska, Sandra Szatan, Zofia Tomczyk, Emily Wong-Adryańczyk Live-Musik Damian Pielka Ausstattung Nanako Oizumi Licht Klaus Dilger Best Boy René Haustein Technik Timo von der Horst, Lennart Aufenvenne Produktion Marcus Bomski, Robert Chodyła Koproduktion von bodytalk mit PTT Polski Teatr Tanca, asphalt festival, Theater im Pumpenhaus. Gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein- Westfalen und der Stadt Münster Das Gastspiel wird ermöglicht durch das Sonderprogramm #Gastspiel NRW 2022 des nrw landesbuero tanz e.V.

Im Process Theaterkollektiv Pièrre.Vers
Mit Anna Magdalena Beetz, Julia Dillmann, Paul Jumin Hoffmann, Gosia Konieczna, Krzysztof Leszczynski, Jonathan Schimmer, Alexander Steindorf, Pablo Vuletić Regie, Konzept Christof Seeger-Zurmühlen Text, Dramaturgie Juliane Hendes Raum, Kostüm Simone Grieshaber Komposition Bojan Vuletić Illustration Idan Barzilay Sounddesign Philipp Kaminsky Video Philippe Waldecker Produktionsmitarbeit Nastasia Radtke Eine Produktion von Theaterkollektiv Pièrre.Vers in Koproduktion mit dem asphalt Festival und dem düsseldorf festival 2021, gefördert vom Fonds Darstellende Künste, dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, der Landeszentrale für politische Bildung des Landes NRW, der Kunststiftung NRW, dem Kulturamt Düsseldorf, der Kunst- und Kulturstiftung der Stadtsparkasse Düsseldorf und der Bürgerstiftung Düsseldorf und der Stiftung van Meeteren, in Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf, der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Düsseldorf e. V., dem Evangelischen Kirchenkreis Düsseldorf. Das Gastspiel in Münster wird ermöglicht durch das Sonderprogramm #Gastspiel NRW 2022 des nrw landesbuero tanz e.V.

bodytalk & Gäste: Virtual Surreality
Mit Amanda Michelle Donato, Andrew Pan, Capucine Schattleitner, Hey Soo Shin, John Kim, Krzysztof Raczkowski, Lisa Freudenthal, Marcus Bomski, Melanie Lopez Lopez, Pawel Malicki Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien im Programm NEUSTART KULTUR, Hilfsprogramm tanz:digital des Dachverband Tanz Deutschland

King the Spirit + Book of Thoth Piotr Mateusz Wach
KING THE SPIRIT : Choreografie Piotr Mateusz Wach Dramaturgie Michał Telega Musik Piotr Korzeniak Performance Marek Szajnar Kofinanziert durch das Ministerium für Kultur und nationales Erbe der Republik Polen, Adam Mickiewicz Institut Polen – https://iam.pl/pl BOOK OF THOTH : Kreation und Performance Piotr Mateusz Wach Musik Piotr Korzeniak Visuals Kacper Scheffler Realisiert im Rahmen des Stipendiums desBürgermeisters der Stadt Wrocław und des Stipendiums der Vereinigung ZAiKS Unterstützt durch bodytalk, Teatr Układ Formalny, Centrum na Przedmieściu

Every Minute Motherland Maciej Kuźmiński Company
Choreografie, Licht, Musik Maciej Kuźmiński Dramaturgie Paul Bargetto Assistenz Monika Witkowska Foto/Videodokumentation Anna Semenova Videoaufnahme, Postproduktion Paweł Szymkowiak, Aleksander Joachimiak Produktion Polina Bulat, Maciej Kuźmiński Kreation & Performance Daria Koval, Anna Myloslavska, Vitaliia Vaskiv, Anastasia Ivanova, Monika Witkowska, Szymon Tur, Maciej Kuźmiński Produziert von Maciej Kuźmiński Company im Rahmen des Projekts residency / premiere 2022 Klub Żak In Zusammenarbeit mit Materia Łódź (Przestrzenie Sztuki), Stiftung Creators for Ukraine (CIAS and ZAIKS) und das Ukrainische Institut Ermöglicht durch Mittel des Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe, des Nationalen Instituts für Musik und Tanz sowie des Zbigniew Raszewski-Institut für Musik und Tanz, Musikakademie Łódź, Universität Łódź und die Stadt Łódź

Policzalni Teatr Rozbark 
Konzept, Regie, Choreografie Anna Piotrowska Von und mit Joanna Brodniak, Kamil Bończyk, Stanisław Bulder, Ewa Noras, Alexey Torgunakov, Katarzyna Zioło Musik Aleksandra Piotrowska Assistenz Choreografie Łukasz Szleszyński Kostüm und Bühnenbild Anna Piotrowska Licht Dastin Greczyło, Krzysztof Soszka Soundproduktion Jakub Ritter Produktion Theater Rozbark, Center for Theater and Dance in Warschau, Zawirowania Theater, Dance Development Foundation_eferte, Koproduktion SCENA WSPÓŁCZESNA FOUNDATION Zawirowania Theater Elwira Piorun, Włodzimierz Kaczkowski Produktion/Koordination Wojciech Grudziński Kofinanzierung Stadt Warschau