oder "Klinik am Rosengarten"
Am 5. Juli 2006 wird der Münsteraner Schauspieler Pitt Hartmann am Sorpesee vom Blitz getroffen. Ein Schlag des Schicksals. Ein Unfall mit unvorhersehbaren Folgen. Ein Nahtod-Erlebnis.
Nach Wiederbelebungsmaßnahmen liegt Pitt Hartmann im Koma; nach wenigen Tagen im „Wachzustand“ wird er erneut ins künstliche Koma gelegt. Während des langsamen Erwachens, genannt Durchgangssyndrom, leidet der Patient unter Halluzinationen, unter verworrener und überzeichneter Wahrnehmung. Hartmann hat in dieser Zeit und in seiner Rehabilitationsphase in der Klinik am Rosengarten Tagebuch geführt. „Direct Hit“ – (medizinischer Fachterminus für direkten Blitzeinschlag) setzt Textfragmente aus den persönlichen Aufzeichnungen vor und nach dem Unfall in Szene und bezieht sich auch auf Interviews mit Angehörigen und Freunden. Thematisch kreist diese Arbeit um die Frage: Was geschieht, wenn Sprache und Motorik verloren gehen und kein Koordinatensystem in Sicht ist? Ein Mann im Labyrinth der Worte, die keine Bilder haben oder im Meer der Bilder, die um Bezeichnung ringen. Die wilde und blitzgescheite Doku-Film-Fantasy-Collage spielt im Zimmer des Kranken und in seiner Innenwelt. Ein irrer Trip im Kopf des Protagonisten – absurd lustig.
Auf eindrucksvolle Weise wird hier gezeigt, wie sich ein Mensch nach einem Totalabsturz neu programmiert. (WN März 2009)