Festival FÜNFMINUTEN

7. Mai 2011

FÜNFMINUTEN
Das beste Münsteraner Tanzsolo

Unter den Augen des westfälischen Wappenpferdes veranstalteten wir am 7. Mai 2011 den ersten Tanzsolo-Wettbewerb der Stadt. Die Regeln: eine Bühne, maximal fünf Minuten Zeit, keine Genrebeschränkungen. Zwischen großer Bühne, Schulen, Clubs und Partykellern mobilisierten wir alles und jeden. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: zwischen Rokoko-Kostüm und Schusswunde war wirklich alles dabei, was es in den Tanznischen dieser Stadt zu entdecken galt.

Die drei besten Soli des Abends wurden von einer hochklassig besetzten Jury mit einer Preissumme von insgesamt 1000,- Euro prämiert. Die Jury bildeten Christiane Winter (Leiterin des Festivals TANZtheater INTERNATIONAL in Hannover), Christa Reißmann (Choreografin und Leiterin des Tanztheater Hagazussa Münster) und Mark Sieczkarek (Choreograf und Tänzer aus Wuppertal). Darüber hinaus vergab unser hochgeschätztes und unbestechliches Publikum einen undotierten Publikumspreis. Ehre, wem Ehre gebührt!

Konzeption: Theater im Pumpenhaus, mit freundlicher Unterstützung des Kulturamts der Stadt Münster.

Pressestimmen

09.05.2011 – Isabell Steinböck für die Westfälischen Nachrichten
Je 333 Euro Preisgeld für drei Sieger

Im Tennisdress springt die Tänzerin über die Bühne, holt weit mit den Armen aus. Ulrike Reinbott kämpft gegen eine unsichtbare Gegnerin; in ihrem 5-Minuten-Solo ist sie in die Rolle von Tennislegende Steffi Graf geschlüpft, mal als Siegerin, mal in Verliererposition. „Brief an Steffi“ ist eine von insgesamt 20 Kurzchoreografien, die beim ersten Tanzwettbewerb „Fünf Minuten – Das beste Münsteraner Tanzsolo“ im voll besetzten Pumpenhaus zu sehen waren. Für ihr dramaturgisch wie tänzerisch ausgereiftes Tanztheater-Stück hat Ulrike Reinbott, die schon mit Samir Akikas „Unusual Symptoms“ auf der Bühne stand, einen der drei Jury-Preise gewonnen.

Eigentlich hätten es ein erster, ein zweiter und ein dritter Preis werden sollen, doch die Entscheidung fiel der dreiköpfigen Jury schwer. Zu unterschiedlich seien die Genres gewesen, erklärte Jurymitglied Christiane Winter, bekannt als Leiterin des Festivals „Tanztheater International“ in Hannover. Gemeinsam mit Mark Sieczkarek, Tänzer und Choreograf, sowie Christa Reißmann vom Tanztheater Hagazussa hat sie sich daher entschlossen, den Preis in drei gleiche Teile zu teilen.

Neben Ulrike Reinbott wurde Katharina Drobny, Tanzpädagogin an der Ballettschule Heidi Sievert, der mit je 333 Euro dotierte Preis für ihre versiert getanzte, zeitgenössische Tanzperformance „Wo komme ich her, wo gehöre ich hin?“ verliehen. Die dritte Auszeichnung ging an Tarek Naboulsi von der Hip Hop Academy für sein szenisch wie tänzerisch gelungenes Stück „Not a Normal Human Being“. Über den undotierten Publikumspreis freute sich Katrin Banse, die eine humorvolle Marilyn Monroe-Persiflage zeigte.??Die Bandbreite der überwiegend professionellen Tänzer reichte von Hip-Hop und Breakdance, darunter der mitreißende Bruno de Carvalho von Rebeltanz, über tänzerische Jonglage (Lars Fernholz) und kunstvollen Stepptanz (Tobias Karsten) bis hin zu zeitgenössischem Tanz und Tanztheater-Produktionen, wie Gabrio Gabriellis charmantem Stück über seine erfolglose Wohnungssuche in Münster. Unterhaltsam und kurzweilig ging der dreieinhalbstündige Wettbewerb über die Bühne; die Teilnehmenden bewiesen bei diesem Wettbewerb durchweg Niveau und legten ein kreatives Potenzial vor, das sich sehen lassen kann – im nächsten Jahr hoffentlich wieder.

09.05.2011 – Helmut Jasny für die Münstersche Zeitung
Wer tanzt am besten?
Der Wettbewerb „Fünf Minuten“ im Pumpenhaus kürte drei Solisten zu Siegern

Mit Vielfalt hatten die Veranstalter geworben, und die Rechnung ging auf. Modern Dance, Performance, Streetdance, Stepptanz, Jazz Dance – so ziemlich alles war beim münsterschen Tanzwettbewerb „Fünf Minuten“ am Samstag im überfüllten Pumpenhaus zu sehen.

20 Solisten traten mit selbst entwickelten Choreografien gegeneinander an. Jeder hatte fünf Minuten Zeit, und nach dreieinhalb ebenso abwechslungsreichen wie unterhaltsamen Stunden standen die Sieger fest.?Gerade die Vielfalt der Darbietungen habe es der Jury nicht leicht gemacht, erklärte Sprecherin Christiane Winter. Aus diesem Grund hatte man beschlossen, gleich drei erste Preise zu vergeben, jeder mit 333 Euro dotiert.

Katharina Drobny, die mit fünf Jahren aus Polen nach Deutschland kam, überzeugte mit einer raumgreifenden Choreografie mit dem Titel „Wo komme ich her, wo gehöre ich hin“.

Tarek Naboulsi widmete sich mit „Not A Normal Human Beeing“ dem Hiphop, den er mit zackigen Robot-Elementen ausschmückte. Ulrike Reinbott löste in ihrem „Brief an Steffi“ die Grenzen zwischen Pantomime, Tanz und Tennis auf. Als quasi kabarettistische Einlage gebar sie dann noch einen Tennisball, den sie wie ein Baby umsorgte. Darüber hinaus wurde ein Publikumspreis vergeben. Er ging an Katrin Banse, die in ihrem rasanten Solo die Macho-Attitüden einer hormongesteuerten Männerwelt aufs Korn nahm.

Aber auch die nicht ausgezeichneten Beiträge konnten sich sehen lassen – sowohl durch Können wie auch durch Originalität. So interpretierte Bruno de Carvalho in „Hunger auf Beats“ den Tanz als lebenswichtige Nahrung, während der Wohnung suchende Gabrio Gabrielli seine Performance als Immobilien-Inserat gestaltete. Robert Sabanovic durchlief in „Speed Waiting“ die emotionalen Zustände eines versetzten Verehrers, Jennifer Ocampo Monsalve gab der klassischen Formensprache des Modern Dance eine individuelle Note, und Judith Suermann präsentierte ijgre Haare als eigenständigen Körperteil. Der gute alte Stepptanz erfuhr durch Tobias Karsten eine wohltuende Verjüngung, und Lars Fernholz verschmolz in seiner Darbietung Jonglage mit Tanz.

Ebenfalls zum Gelingen des Abends trugen Johannes Fundermanns professionell-charmante Moderation und die Einlagen der Cheerleader-Truppe der Münster Mammuts bei.