fringe ensemble (Bonn) / Phoenix 5 (Münster) : Als ich im Sterben lag

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Auf der Bühne riecht es nach Holz. Der Sarg für die Mutter ist fertig geworden. Ihr letzter Wunsch: Mann und fünf Kinder sollen sie im 40 Meilen entfernten Jefferson beerdigen. Nicht ihr Tod, um den niemand so recht trauert, ist das Ereignis, sondern die von ihr als späte Rache am Leben geplante Reise im Sarg zum Grab. Es regnet in Strömen, eine Brücke stürzt ein, die Pferde drohen abzusaufen, ein Sohn bricht sich das Bein, einer zündet eine Scheune an, einer rettet den Sarg aus den Flammen, die auf eine Abtreibung hoffende schwangere Tochter wird stattdessen vom Apotheker vergewaltigt… William Faulkner, Literaturnobelpreisträger und unerbittlicher Beobachter seiner amerikanischen Südstaatenheimat, schrieb “Als ich im Sterben lag“ 1929. Frank Heuel inszenierte diesen Roman, der aus 59 einzelnen Monologen besteht, als deutsche Erstaufführung. “Für all die Mythen und elementaren Symbole Faulkners erfindet Heuels kluge Inszenierung eine ganz eigene Theatersprache, die bei aller amerikanischen Südstaaten-Tristesse auch mit Komik und witzigen Anspielungen nicht geizt. Das macht sie sinnlich spannend.“ (General-Anzeiger, Bonn 14.9.’01)
 

Schauspiel:  S. v. Hoensbroech, G. Lennarz, B. Marugg, A. Meidinger, H. Redmer, U. Rehbein, B. Wachendorff
Musik:  U. Bogislar, A. Meidinger
Dramaturgie:  M. Weber
Regie:  F. Heuel