Showcase Beat Le Mot/Von Krahl Theater – Europirates Ein deutsch-estnischer Beutezug

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Schauspiel Münster-Premiere
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Showcase Beat Le Mot Berlin, Hamburg
Von Krahl Theater Tallinn, Estland

Frischer Wind bläst aus dem Untergrund, wenn internationale Performance die verrückten Facetten der Popkultur trifft. Schön choreographierte Gruppentänze prallen auf Post-Punk- Piraterie. Monty Python übt Globalisierungskritik. Und das alles zu einem sphärischen Soundtrack. Ahoi. So schön kann das Leben sein. Unser Mann am Mast: der Johnny Depp aus Tallinn.

Pumpenhaus proudly presents: Die Kultgruppe Showcase Beat Le Mot mit ihren baltischen Freunden. Die Piratengeschichte ist eine der beiden herausragenden Theaterproduktionen des Baltikum-Landesfestivals.

Europirates verstrickt die Zuschauer in ein Netz aus Seemansgarn und lässt sie eintauchen in eine operettenhafte Theaterarena.

12,- € / 9,- €
 
ES SPIELEN Nikola Duric, Taavi Eelmaa, Thorsten Eibeler, Maarja Jakobson, Dariusz Kostyra, Veit Sprenger, Rain Tolk, Juhan Ulfsak
MUSIK Albrecht Kunze/ SCBLM
CHOREOGRAFIE Angela Guerreiro und Tamas Moricz
PRODUKTIONSLEITUNG Florian Ackermann/Tobias Brenk
TECHNIK Frank Eggers
EINE PRODUKTION VON Showcase Beat Le Mot und dem von Krahl Theater Tallinn
IN KOPRODUKTION MIT dem Forum Freies Theater/ Düsseldorf, dem Theater im Ballsaal/Bonn, dem Theater im Pumpenhaus/ Münster, dem Donaufestival/Niederösterreich und dem Hebbel am Ufer Berlin
FÖRDERER Kunststiftung NRW, Ministerpräsident des Landes Nordrhein- Westfalen, NATIONALES PERFORMANCE NETZ aus Mitteln des Tanzplans Deutschland, Kulturstiftung des Bundes, Stadt Düsseldorf, THEOREM (unterstützt durch das Culture 2000 Programm der Europäischen Union), Goetheinstitut Tallinn 
UNTERSTÜTZER GoHotel Shnelli/ Tallinn

31.05.2006 – Das Absurde im Klassiker

Pressespiegel

 

31.05.2006 – 
Das Absurde im Klassiker

Tausende runder Papierfetzen tänzeln im Rampenlicht, sammeln sich auf dem grau marmorierten Bühnenboden und werden von zwei Schauspielern gnadenlos weggefegt. Blütenblätter sollen das sein, von Kirschbäumen. Denn nicht nur in der Natur schwebt zur Zeit allerlei Buntes durch die Luft – auch das Theater widmet sich dem Frühling. Mit dem „Kirschgarten“ von Anton Tschechow bringt das Bonner fringe ensemble pünktlich zur hellgrünen Jahreszeit eine Adaption heraus, in dem viel von blühenden Bäumen die Rede ist, in Wirklichkeit aber nicht nur die Papierfetzen fliegen. Das fringe ensemble? So einfach ist die Sache nicht. Die Inszenierung (Regie: Frank Heuel) trägt den Untertitel „Eine deutsch-lettische Annäherung“ und ist eine Koproduktion. Im Rahmen der landesweiten Veranstaltungsreihe „scene: estland lettland litauen in nrw“ haben die Gruppe phoenix5 aus Münster und das Theater der lettischen Stadt Valmiera zusammen mit dem Ensemble eine ironisch-groteske, zweisprachige Version des Klassikers erarbeitet, die nach Aufführungen im Bonner Theater im Ballsaal noch im Düsseldorfer FFT, im Pumpenhaus Münster und danach in Lettland zu sehen ist. „Der Kirschgarten“ von 1904 ist Tschechows letztes Werk. Der Autor nannte das Stück eine Komödie, doch wirklich witzig ist es in seinem Wechselspiel aus verzweifelter Heiterkeit und lähmender Lethargie nicht: Eine adlige Witwe kehrt aus Paris auf ihr Gut in der russischen Provinz zurück. Das Gut steht unmittelbar vor der Zwangsversteigerung, doch die Witwe und ihre Familie leben weiterhin auf großem Fuß. Eine Lösung wäre, den zum Haus gehörenden Kirschgarten abholzen zu lassen und das Land an Sommergäste zu verpachten. Doch das kommt nicht in Frage – schließlich ist der Garten so berühmt, dass er sogar im Lexikon steht. Andere Auswege werden vorgeschlagen, zerredet, verworfen, doch es passiert – wie so oft bei Tschechow – nichts. Außer dass am Tag der Versteigerung ein glanzvoller Ball im Gutshaus stattfindet. Dann kommt die Nachricht: Ein Geschäftsmann hat das Gut ersteigert – der Sohn eines ehemaligen Leibeigenen der Familie. Draußen fällen Arbeiter die ersten Bäume. Tschechows wenige Jahre vor der russischen Revolution entstandenes Drama enthält Sätze von großer sozialer Sprengkraft. Der in unzeitgemäßen Ritualen erstarrten Adelswelt, deren poetisches Symbol der Kirschgarten ist, stellt der Dichter die Sphäre eines Besitzbürgertums gegenüber, das die Regeln der neuen Zeit bestimmt. Das Thema der zwei Welten bietet sich an für eine Theaterproduktion, die zwei Länder verbinden soll. Bei Tschechow sprechen Adel und Bürgertum nur metaphorisch verschiedene Sprachen – die Akteure bei Frank Heuel tun es tatsächlich: Vier deutsche und vier lettische SchauspielerInnen kommen zum Einsatz in dieser bewusst ins Grotesk-Komische verzerrten Inszenierung, die den angestaubten Klassiker mit Wucht in die moderne Welt des Regietheaters katapultiert. Übertitel begleiten das zweisprachige Bühnenspiel, auch wenn mitunter simultan übersetzt wird oder die Sprachen sich vollends mischen. Feste Rollen gibt es nicht: Passagenweise tragen die Akteure den Text aller Figuren vor, nur der Zusammenhang verrät, wer gerade spricht. Ansonsten lebt die Inszenierung von allem, was zeitgenössisches Theater so ausmacht: geschickt choreografierte Bewegung, schrille Kostümen, der effektvollen Beleuchtung und den immer wieder neuen Kapriolen in der Intonation. Die Zweisprachigkeit ist für die Schauspieler eine riesige Herausforderung, die sie mit Bravour meistern: Stimmig und als Bild sehr beeindruckend wirkt es, wenn der Text die idyllische Vergangenheit auf dem Gut beschwört, während Intonation und Bewegungen die Szene in ein Gebet verwandeln. Ein Abend also, der regietechnisch originell und schauspielerisch ausgezeichnet daher kommt – und der trotz all seiner Sinnlichkeit eher den Intellekt anspricht. Denn ein Sich-hinein-Versetzen ist kaum möglich, wo es keine festen Figuren gibt. Aber vielleicht soll der Zuschauer ja auch eher denken als fühlen. Immerhin geht es um Geld und nicht um Blüten. taz NRW vom 10.5.2006, HOLGER MÖHLMANN

31.05.2006 – Tschechows Kern

Pressespiegel

 

31.05.2006 – 
Tschechows Kern

Im dunklen Gewand begrüßt der Schauspieler David Fischer die Zuschauer. Er erklärt, welchen Kunstgriff sich die Theatermacher ausgedacht haben. Die Darsteller haben nicht die Rollen von Tschechows Kirschgarten untereinander verteilt, sondern den puren Text, egal, wer gerade spricht. Der Gedanke ist kaum gesackt, da ist Fischer schon mittendrin im Stück, spricht die Gutsbesitzerin Ranjewskaja und den Kaufmann Lopachin, die Jungen und die Alten, die Gäste und den Diener. Im präzis pointierten Plaudern entsteht das dichte Bild einer Gesellschaft, die ihre Angst und Lebensunfähigkeit wegplappern will. Gerade durch den Verzicht auf psychologisch nachvollziehbares Personal dringt die Inszenierung zum Kern Tschechows vor. David Fischer beginnt, im Kreis zu laufen, die Stimmung erhitzt sich, schließlich schießt aus den Ärmeln seines Mantels Konfetti, das wie Kirschblüten aussieht. Oder auch wie Sägespäne, die aus einer kaputten Puppe rieseln. Nach diesem großartigen Solo, mit dem Frank Heuels Inszenierung des Kirschgartens beginnt, müsste die Spannung eigentlich abfallen. Doch das geschieht nicht. Acht Schauspieler – die Hälfte vom Bonner fringe ensemble, die andere Hälfte vom Stadttheater im lettischen Valmiera – sprechen die Tragikomödie weiter, konzentriert, ganz bei sich und jederzeit auch im Kontakt zu den anderen. Die Bühne von Lisa Witzmann ist bis auf acht Stühle fast leer. Samoware stehen im Hintergrund und hängen in der Luft, sie sind die einzige optische Erinnerung ans alte Russland. Es geht um die Gegenwart. Ein lettischer Schauspieler geht auf das Publikum zu. Er hat eine Konfetti-Kirschblüte in der Hand. „Kirschgarten so klein“, sagt er, „und Russland…“ Nur ganz kurz verharrt er. In diesem Augenblick steckt ein ganzes Lebensgefühl. Der lettisch-deutsche Kirschgarten ist Teil des Festivals „scene: estland lettland litauen in nrw“, das auf mehrere Städte zersplittert ist und wenig mediale Beachtung findet. Die Zusammenarbeit des fringe ensembles mit lettischen Schauspielern, die bisher fast ausschließlich Sprechtheater in der Stanislawski-Tradition gewohnt waren, ist ein Beweis, was für Potenzial in solchen Projekten stecken kann. Tschechows Text klingt wie ein großes Gedicht, durch die Zweisprachigkeit entsteht eine ganz eigene Musikalität. Die Konflikte treten deutlich hervor in einer leichten, spielerischen aber niemals sinnlos verspielten Ästhetik. Im kleinen Raum schafft Regisseur Frank Heuel immer wieder überwältigende Bilder, die Samoware dampfen, das Ensemble tanzt, der Mond geht auf. Und alle leben weiter. Forum Freies Theater, Düsseldorf: 12. und 13. Mai. Theater im Pumpenhaus, Münster: 17., 18., 19., 20. und 21. Mai. Valmieras Dramas teatris: 28., 30., 31. Mai. Jaunais Rigas teatris: 2. Juni. www.fringe-ensemble.de www.scene-festival-nrw.de

Pepe Justicia & Group

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Internationales Gitarrenfestival Münster
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Zum Abschluss des Gitarrenfestivals kommen Aficionados in den Genuss des Flamenco. Gleich drei Mal hat der Flamencogitarrist Pepe Justicia den ersten Preis bei dem bedeutend- sten spanischen Nationalwettbewerb gewonnen. Im Jahr 2002 hat er den spanischen Kritikerpreis für die beste Flamencoaufnahme erhalten. In der Begegnung mit anderen Kunstformen findet er neue Aspekte und Perspek- tiven des Flamenco, ohne dessen traditionelle Wurzeln vollständig zu verlassen. Pepe Justicia zählt zu den führenden zeitgenössischen Flamenco-Gitarristen Spaniens und arbeitet zusammen mit einer illustren Schar bedeutender Künstler. Er wird begleitet von einer hervorragenden Gruppe von Sängern, Tänzern und dem Gitarristen Jesus Alvarez. Ana Maria Blanco ist eine klassische Flamenco-Tänzerin von großer Ele- ganz. Sie hatte Auftritte in der New Yorker Carnegie Hall ebenso wie in Europa und Südamerika. Außerdem gehören die beiden preisgekrönten Sänger und Tänzer Pepe Joaquina und Laura Mateo zum Flamenco- Ensemble.

10,- € / 7,- €
 
ES SPIELEN Pepe Justicia & Group (E): Pepe Justicia (Gitarre), Jesus Alvarez Lopez (Gitarre), Laura Mateos Triano (Gesang), Jose Manuael Vargas (Gesang), Ana Maria Blanco (Tanz)

klimaelemente (MS/Frankfurt) – heute vor fünf

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Schauspiel Uraufführung
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Ich habe etwas zu tun, also bin ich. Bereits das Aufschreiben von Erledi- gungen scheint für den Verfasser eine Existenzberechtigung zu be- deuten. Listen über Listen. Heute vor fünf – bis dahin muss noch so- viel auf der Liste abgehakt sein. Welch ein wunderbares Gefühl. Kli- maelemente hat für die Performance reale To-Do-Listen gesammelt und bei Berufstätigen unterschiedlichster Couleur, bei Hausfrauen, Künstlern und Arbeitslosen recherchiert: Ungewöhnliches Material für einen schrägen und geistreichen Theaterabend. 
Was verbirgt sich hinter den Krizzeleien, den herausgerissenen Kalenderblättern, hinter ordentlichen Computerausdrucken und farbigen Post-Its? Zwei Schauspieler suchen die Geschichten der Listenschreiber. Die alltäglichen Zettel enthüllen die skurrilen und kryptischen Seiten der Verfasser.
klimaelemente hat für die Inszenierung Leidenschaftlich: Hannah Arendt im März einen Hauptpreis beim Dort- munder Festival Theaterzwang ge- wonnen.

12,- € / 9,- €
 
MIT Susanne Burkhard & Philipp Sebastian
REGIE Heike Scharpff
DRAMATURGIE Célestine Hennermann
CREDITS Klanggestaltung Dietrich Krüger
IN KOPRODUKTION MIT dem Theater im Pumpenhaus, Münster, und dem Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt.
MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie der Stadt Frankfurt
GEFÖRDERT VON Kunststiftung NRW, Fonds Darstellende Künste