23.05.2010 – Münster am Sonntag: Tanz und Projektion – Internationale Tanztage Münster

Pressespiegel

 

23.05.2010 – Münster am Sonntag
Tanz und Projektion – Internationale Tanztage Münster

Münster (hnn). Zeitgenössischer Tanz ist in Münster jeher ein großes Thema. Bereits in den 20er Jahren des vergangene jahrhunderts nahm der zeitgenössische Tanz mit dem legendären Tänzer und Choreographen Kurt Jooss am Stadttheater in Münster seinen Anfang. Heute hat der Tanz in Münster seinen festen Platz und weist gleich zwei Orte des zeitgenössischen Tanzes auf: das Theater im Pumpenhaus und die Städtischen Bühnen. 

Neue Trends wurden vom Pumpenhaus mit richtungweisenden Produktionen und internationalen Gastspielen gezeigt und seit den 90er durch die Arbeiten von Daniel Goldin und dem Tanztheater Münster an den Städtischen Bühnen fortgeschrieben. Zum ersten Mal tritt nun die Doppelspitze des Tanzes in Münster gemeinsam an und präsentiert auf den Internationalen Tanztagen Münster seit dem gestrigen Samstag und noch bis zum 5. Juni Gäste aus des ganzen Welt. Am heutigen Sonntag stehen zwei Veranstaltungen an. Um 20:00 Uhr präsentiert der kanadische Künstler Choreograf und Tänzer José Navas im Pumpenhaus sein Programm Miniatures: Sieben Lieder hat er gewählt, jedes davon auf ganz eigene Weise mit ihm verbunden, zu denen er seine fragilen, intimen Soli tanzt. Das Populäre wird persönlich. Die Spannbreite ist groß: Maria Callas? berühmte Arie aus Bellinis Norma. Zwei Songs von Judy Garlands Carnegie-Hall-Album. Und auch ein Song des kubanischen Komponisten Adolfo Guzman, den der Vater von Navas, in Venezuela aufgewachsen, zu pfeifen pflegte. Eine besondere Hommage des Ausnahmetänzers José Navas an die eigenen Ursprünge. Um 22.00 Uhr ist in der Innenstadt (Klemensstraße / Ecke Stubengasse) die neueste Produktion der Projektionskünstler von Urbanscreen ? „Spacing“ ? zu bewundern. Die Bremer verwandeln die Außenhaut von Gebäuden in eine virtuelle Bühne: Architektur wird Spielstätte und Leinwand zugleich. Dreidimensionale Formen entfalten sich aus dem Inneren der Bauten und bilden Räume aus denen Figuren hervortreten: Mal scheu und tastend, dann dynamisch und aggressiv tanzen sie über die sich bildenden Flächen, bis sie uns so nahe sind, dass die Fassade dahinter zurückbleibt.