07.05.2010 – Sabine Müller / Münsterschen Zeitung: Tanzstars Aus Aller Welt In Münster

Pressespiegel

 

07.05.2010 – Sabine Müller in der Münsterschen Zeitung
Tanzstars Aus Aller Welt In Münster

Münster kann ziemlich überraschen. Zurzeit mit den Internationalen Tanztagen. Das sei ja ein weltstädtisches Programm, bekommt Pumpenhaus-Leiter Ludger Schnieder immer wieder zu hören. Er antwortet dann: „Nein, das ist ein Münster-Programm.“

Die Welt des Tanzes ist zu Gast in der Stadt, das Who ist Who des Tanzes von Japan bis Kanada. Vom 22. Mai bis zum 5. Juni richten die Städtischen Bühnen und das Pumpenhaus zum ersten Mal gemeinsam eine Art Tanzfestival aus. Klassisch und experimentell: Zwei sehr unterschiedliche Orte des zeitgenössischen Tanzes zeigen sich hier Schulter an Schulter. Die Idee gab es schon seit Jahren, das Finanzpaket von Sparkasse Münsterland Ost und Provinzial zum Kulturgebiet-Programm 2010 machte es möglich. Elf Gastspiele sind eingeladen: Wegbereiter von Daniel Goldin, dem Chefchoreografen des Stadttheaters, sowie Ensembles, die im Pumpenhaus klein angefangen haben und groß geworden sind. „Wir fragen, was Tanz ist“, so Goldin, „und zeigen, dass es nicht die eine Linie gibt, sondern viele Formen“. Susanne Linke, die Grande Dame des deutschen Tanzes, präsentiert die fünf Soli, die sie weltberühmt gemacht haben (30. Mai, Stadttheater). „Rosas danst Rosas“ ist das legendäre Stück der belgischen Rosas-Compagnie um Anne Teresa De Keersmaeker, stammt aus dem Jahr 1983 und gilt als wegweisend für den zeitgenössischen Tanz (2. Juni, Pumpenhaus).

Mini-Bolero
Kim Sun-Mi aus Korea tanzt Ravels „Bolero“ – auf nur zwei mal zwei Metern (30. Mai, Pumpenhaus). Beatrice Fleischlin legt eine Mini-Striptease-Show in Privatwohnungen hin: „My ten favorite ways to undress“ – meine zehn liebsten Arten, mich auszuziehen (28. Mai). José Navas kreiert ein intimes Solo (23. Mai, Pumpenhaus), Jérôme Bel eine Hommage an Lutz Förster, Tänzer des Wuppertaler Tanztheaters – mit Ausschnitten aus Stücken von Pina Bausch (28. Mai, Stadttheater). Goldin eröffnet die Tanztage mit seiner eigenen Uraufführung: „Projekt Cage“, das er gemeinsam mit dem Folkwang-Studio zur Musik von John Cage choreografiert hat – mit 15 Tänzern, Live-Band und dem niederländischen Klang-Poeten Jaap Blonk.